Im Grunde genommen handelt es sich hier um ein Jump and Run Abenteuer alter
Schule. Man hüpft durch 2D-Levels und sammelt diverse Dinge.
Zwischen den Stages kehrt man in ein Dorf zurück wo man nach und nach
Aufgaben erledigt um weitere Zugänge zu neuen Jump and Run Welten
zu erschließen.
Also nichts was einen vom Hocker hauen würde, wenn....ja, wenn da nicht
dieses Feature wäre, das sich beim NintendoDS geradezu anbietet.
Ihr gestaltet in einem Zeicheneditor eure Spielfigur und
verschiedenste Gegenstände im Spiel selbst.
Diese werden dann so wie ihr sie euch angefertigt habt sofort
ins Spiel übernommen. Ihr hüpft über Plattformen die ihr erstellt habt,
taucht in einem U-Boot, dass ihr designt habt, düst in einem Raumschiff
aus eurer Feder durch einen seitlich scrollenden Shooter-Abschnitt
und so weiter.
Dabei sind diese Zeichen-Einlagen nicht nur ab und zu, sondern kommen
alle Nase lang vor. Mal umfangreicher, mal ganz easy. Im Übrigen bleibt
es euch überlassen ob ihr euch da Mühe gebt oder nur schnell eine
Konzeptzeichnung oder ein Strichmännchen erstellt. Auch auf vorgefertigte
Helden kann zugegriffen werden.
Aber genau dieses Zeichen-Feature, das dem Spiel auch seinen Namen gibt,
ist es was dieses Game zu etwas Besonderem macht.
Es macht riesig Spass am Design des Spiels mitwirken zu können.
Ich habe anfangs mal einfach nur eine Spielfigur aus wenigen Strichen erstellt
...zack ins Spiel... und das tolle ist, dass sich diese simpel
erstellte Figur einwandfrei in das Spiel einfügt und nicht
wie ein Fremdkörper wirkt. Klasse!
Im Dorf könnt ihr jederzeit an euren Entwürfen arbeiten, wenn ihr wollt. Bis zu
3 spielbare Helden können gespeichert werden.
Im Laufe des Abenteuers findet oder kauft ihr weitere Farbpaletten, Stempel, Fähigkeiten usw.
Der Aufbau der Jump and Run Levels ähnelt sich sehr. Das Grafik-Setup ändert sich zwar,
aber der umfangreiche, recht verschachtelte Aufbau bleibt ähnlich.
Auch die Aufgaben im Dorf zwischen den Jump and Run Abschnitten führen zwar auf witzige
Art und Weise die Geschichte fort, glänzen aber auch nicht gerade durch Abwechslungsreichtum.
Sehr schön ist hier für die unerfahreneren Spieler, dass immer eingeblendet wird
was als nächstes zu tun ist.
Der Schwierigkeitsgrad ist einfach bis mittel. Für die jüngsten Spieler könnte der schon erwähnte
verschachtelte Aufbau das Spiel eine Spur zu schwer machen, Veteranen sind klar unterfordert.
Grafisch hat man schon schöneres gesehen, aber alles wirkt sehr stimmig und ist im Hinblick
auf das Zeichenfeature sehr gut gewählt.
Die Musik ist nett/belanglos/unauffällig.
Insgesamt bietet Drawn to Life auch einen ordentlichen Umfang und hat eben
dieses eine Gameplay-Element, das es einzigartig macht: Man zeichnet Teile der Spielwelt selbst.
Und weil das so hervorragend funktioniert verzeihe ich dem Spiel die erwähnten Schwächen und gebe
meiner Ansicht nach verdiente 5 von 5 Sterne.