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Dramen: (Caligula / Das Mißverständnis / Der Belagerungszustand / Die Gerechten / Die Besessenen)
 
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Dramen: (Caligula / Das Mißverständnis / Der Belagerungszustand / Die Gerechten / Die Besessenen) [Gebundene Ausgabe]

Albert Camus , Guido G. Meister
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 24 (13. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498090518
  • ISBN-13: 978-3498090517
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.372 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Albert Camus wurde am 7. 11. 1913 bei Annaba (Algerien) als zweiter Sohn einer europäischen Einwandererfamilie geboren. Der Vater, ein Franzose, fiel 1914 im Krieg, die spanischstämmige Mutter musste die Kinder als Putzfrau ernähren und der dominanten Großmutter zur Erziehung überlassen. Camus wuchs in einem armen Stadtviertel Algiers auf. Dort besuchte er die Ecole primaire; 1924 konnte er als Stipendiat in das Lycée von Algier eintreten. 1930 Erkrankung an Lungentuberkulose. Nach dem Abitur Aufnahme eines Philosophiestudiums, das Camus durch Gelegenheitsarbeiten finanziert. Gleichzeitig erste schriftstellerische und künstlerische Versuche. 1934 erste Ehe, die 1940 geschieden wurde. 1938-1940 Arbeit als Journalist bei der progressiven Zeitung «Alger républicain» (später «Soir républicain»). Camus` Artikelfolge über das Elend der algerischen Landbevölkerung und das Verbot der Zeitung machten ihm eine weitere berufliche Betätigung in Algerien unmöglich. Daher 1940 Übersiedlung nach Frankreich. Mit seiner zweiten Frau, Francine Faure, kehrte er 1941 nach Algerien zurück, wo beide als Lehrer arbeiteten. 1942 Kuraufenthalt im französischen Bergland. Eine Anstellung als Lektor bei Gallimard und die Zugehörigkeit als Résistance - Camus übernahm 1944/45 die Leitung der Widerstandszeitung «Combat» - banden ihn zunehmend an Paris. Freundschaftliche Beziehungen zu Sartre und dessen existenzialistischem Kreis. 1946-1952 Reisen in die USA, nach Südamerika und mehrmals nach Algerien. An der mit Härte und Leidenschaft geführten Debatte um «Der Mensch in der Revolte» (1951) scheiterte die freundschaftliche Beziehung zu Sartre. 1958 begann er mit der Arbeit an dem erst 1994 postum veröffentlichten Roman «Der erste Mensch». Am 4. Januar 1960 verunglückte Camusbei einem Autounfall tödlich.

Auszug

ERSTER AUFTRITT

Patrizier, darunter ein Greis, stehen in einem Saal des Palastes beisammen. Sie lassen Unruhe erkennen.

ERSTER PATRIZIER: Immer noch nichts.
DER ALTE PATRIZIER: Morgens nichts, abends nichts.
ZWEITER PATRIZIER: Seit drei Tagen nichts.
DER ALTE PATRIZIER: Kuriere gehen, Kuriere kommen, sie schütteln den Kopf und verkünden: «Nichts.»
ZWEITER PATRIZIER: Die ganze Umgebung ist abgesucht worden. Nichts zu wollen.
ERSTER PATRIZIER: Warum sich im voraus ängstigen? Warten wir ab. Vielleicht kommt er zurück, wie er gegangen ist.
DER ALTE PATRIZIER: Ich habe ihn gesehen, als er den Palast verließ. Sein Blick war seltsam.
ERSTER PATRIZIER: Ich war dabei und habe ihn gefragt, was ihm fehle.
ZWEITER PATRIZIER: Hast du eine Antwort erhalten?
ERSTER PATRIZIER: Ein einziges Wort: «Nichts.»
Pause. Helicon tritt ein; er ißt Zwiebeln.
ZWEITER PATRIZIER immer noch unruhig: Es ist besorgniserregend.
ERSTER PATRIZIER: Ach was, junge Leute sind eben so.
DER ALTE PATRIZIER: Natürlich! Mit dem Alter gibt sich alles.
ZWEITER PATRIZIER: Glaubst du?
ERSTER PATRIZIER: Wir wollen hoffen, daß er vergißt.
DER ALTE PATRIZIER: Selbstverständlich! Er braucht nur die Hand auszustrecken und hat an jedem Finger eine.
HELICON: Und woraus schließt du, daß es sich um Liebe handelt?
ERSTER PATRIZIER: Worum denn sonst?
HELICON: Die Leber vielleicht. Oder ganz einfach der Ekel, euch alle Tage sehen zu müssen. Man vermochte seine Zeitgenossen so viel leichter zu ertragen, wenn sie hin und wieder eine neue Visage aufsetzen könnten. Doch nein, die Speisekarte bleibt sich immer gleich. Jederzeit dasselbe Frikassee.
DER ALTE PATRIZIER: Ich ziehe es vor, anzunehmen, es handle sich um Liebe. Das spricht das Gemüt besser an.
HELICON: Und vor allem ist es beruhigend, nicht wahr, so viel beruhigender! Es ist die Art Krankheit, die weder die Gescheiten noch die Dummen verschont.
ERSTER PATRIZIER: Auf jeden Fall dauert ein Kummer zum Glück nicht ewig. Seid ihr etwa fähig, länger als ein Jahr zu leiden?


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Freiheit, Diktatur, Glück 28. August 2002
Von absurdus
Albert Camus war wohl einer der bedeutensten Existenzialisten überhaupt. Ich will mich in dieser Rezession nicht so sehr auf Caligula - das wohl bekannteste Drama von Camus - eingehen, sondern viel mehr auf "der Belagerungszustand". Hierbei handelt es sich laut dem Autor nicht um eine dramatische Umsetzung seines bekanntesten Romans "die Pest", viele Ähnlichkeiten und Parallelen sind aber mehr als offensichtlich.
Der Autor gestaltet hier das Problem, wie Menschen reagieren, wenn sie einer übermächtigen tyrannischen Macht ausgesetzt sind. Diese Macht wird repräsentiert durch die allegorische Figur der Pest und des sie begleitenden Todes, die plötzlich mitten in der Stadt auftauchen. Fast alle Bürger, insbesondere, der feige Gouverneur, unterwerfen sich den neuen mit absurder Willkür herrschenden Machthabern. Schwarze Sterne werden verteilt, ein Galgen wird errichtet. Ein stadtbekannter Säufer und Nihilist mit dem vielsagenden Namen Nada (=Nichts) ist nur allzu bereit, mit den Tyrannen zu kollaborieren. Ein einziger widersetzt sich, der junge Diego, ein jugendlicher Feuerkopf, ebenso begeistert für Victoria, die Tochter des korrupten Richters, wie für die Ideale der Freiheit und Menschlichkeit. Konfrontiert mit Pest und Tod verhandelt er mit den beiden über das Schicksal der Stadt und das Schicksal seiner großen Liebe. Man bietet ihm Freiheit und Liebe für sich selbst an, er aber entscheidet sich schließlich für die Freiheit der Stadt und verzichtet auf Liebe und Leben.
Camus wäre nicht der existentialistische Autor der er ist, wenn dies das Ende wäre. Nach Diegos Tod für die Freiheit der Stadt geht zwar die Pest, aber zurück kommt mit großem Pomp der feige und korrupte Gouverneur. Dieser Schluß enthält auch eine zeitgeschichtliche Komponente. Der Autor gestaltet hier seine persönliche Enttäuschung über die mangelnde Zivilcourage seiner französischen Landsleute, als es darum gegangen wäre, der tyrannischen Besetzung durch die Nationalsozialisten entschieden Widerstand zu leisten.
Was jedoch dieses Stück auch heute noch attraktiv und sehenswert macht, ist die aus der Tradition des Großen Welttheaters mit seiner allegorischen Todesfigur stammende Idee der Krise des Menschlichen angesichts einer als übermächtig empfundenen Bedrohung.
Ich würde es empfehlen dieses Stück eingehend und mehrmals zu lesen, erst dann erkennt man, wie genial es aufgebaut ist und lernt die absurde Komik, die dem Leser in einigen Szenen begegnet ( z.B. die Friedhofszenen sind die wohl geistreichsten Satiren auf das Beamtentum, die ich kenne) erst so richtig schätzen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ganz klar ein muss 24. August 2004
Ich bin wirklich froh, dass es eine ausgabe mit camus' gesamten Bühnenstücken gibt. Denn Albert Camus war nicht nur ein begnadeter Philosoph, Schriftsteller und subversiver Publizist, sondern auch ein genialer Bühnenautor. ich wage sogar zu behaupten, dass seine Stücke die seines langjährigen Freundes Sartre um längen übertreffen. Die Dramen sind so konzipiert, dass man als Intendant die möglichkeit hat, sie als absurde Tours des forces zu inszenieren, man kann sich aber auch auf den Realismus beziehen, was bei Sartres Dramen nicht möglich ist, da er mit dem Inhalt des Dramas schon bestimmt, welche Art von Inszenierung angewandt werden muss, so ist "geschlossene Gesellschaft" ein Stück, welches förmlich nach einer absurden Inszenierung schreit, und "respektvolle Dirne" ist ein Stück, welches auf jeden Fall einer realistischen Inszenierung bedarf.
Bei Camus kann man, existentialistischer Weise, wählen, welche Art von Inszenierung man haben will. So bietet sich "Caligula" perfekt an, um beide, absurde und realistische Inszenierung, auszuprobieren.
Diese Sammlung seiner Dramen ist auf jeden Fall den Kauf wert, da man hier einige der besten Stücke des zwanzigsten Jahrhunderts finden kann, die alle die Themen Schuld, absurde Freiheit und Gefangenschaft behandeln. Ausgezeichnete Stücke, die leider auf deutschen Bühnen zu wenig gespielt werden.
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Große Überraschung 24. Februar 2012
Einfach erstklassige Literatur! Ein Muss für Jedermann... habe mich nach langer Zeit wieder an eine Schauspiellektüre ran gemacht und musste alles am Stück durchlesen - obwohl ich ursprünglich nur auf den "Belagerungszustand" aus war. Also: Hier gibt es keinen Grund zum Zögern!
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