Wenn ein Buch, im Sinne Franz Kafkas, wie eine Axt sein sollte, um das gefrorene Meer in uns selbst aufzubrechen, dann würde Ich Hermann Hesses »Steppenwolf« wie kaum ein anderes Buch zu jenen Büchern zählen, die wie eine solche Axt sind. Alice Millers Buch hingegen ist im Vergleich wie eine Panzerfaust für das gefrorene Meer.
Es handelt sich bei »Das Drama des begabten Kindes« um eine Art psychoanalytisches Traktat, anstatt um ein »Drama« im eigentlichen Sinn. Dies soll den potentiellen Leser nicht abschrecken. Denn anders als bei vielen wissenschaftlichen Büchern gelingt es Miller, viele schwierige Zusammenhänge mit Verzicht auf zu »schwere« Sprache und durch sehr anschauliche Beispiele, verständlich zu machen. Der Gewinner ist hierbei wirklich der Leser, welcher durch dieses Buch wirklich bereichert wird und ein völlig neues Selbstverständnis erlangen kann.
Ich habe dieses Buch binnen eineinhalb Tagen verschlungen und mir im Anschluss gleich zwei weitere Bücher dieser brillanten Frau bestellt. Ich kann »Das Drama des begabten Kindes« jedem feinen und/oder sensiblen und/oder kreativen Menschen nur dringlichst ans Herz legen, denn es ist für uns gemacht.