Gitarrero Olaf Lenk, seines Zeichens ja bekannt als flinker neoklassik-Saitenzupfer bei At Vance, zeigt auch auf diesem Album wieder was er kann. Hier gibt's melodischen Metal vom Allerfeinsten, leider kann Herrn Lenks Ausnahme-Gitarrenspiel das Album in seiner Gesamtheit auch nicht vor der Mittelmäßigkeit retten.
Songwriterisch sind einige sehr gute Nummern dabei, wie der Titeltrack "Dragonchaser" oder "Two Kings", allerdings kann man den Großteil des restlichen Albums eher getrost als 08/15 abstempeln. Lyrische Hustenanfälle (Ages of Glory: "... nothing was left and all was gone..." "... they couldn't win because they were born to lose") in einigen Tracks und musikalische Entgleisungen (im unnötigen und auch langweiligen "Ases Death") lassen das Album aber leider allzu sehr in den Durchschnitt abrutschen, da gibt es eindeutig bessere (weil auch qualtitativ einheitlichere) Alben von At Vance!
Ausgezeichnet gefällt mir persönlich aber das (wenngleich recht einfache) Cover von ABBA's "The Winner Takes It All"; hier stellt Oliver Hartmann, einer meiner persönlichen Lieblings-Sänger, sein Ausnahme-Können auf beeindruckende Art unter Beweis!
Ganz lustig ist auch die Adaption von Beethovens "Fünfter" als Gitarren-Track, wie das ja Herr Lenk gerne mal macht; allerdings bleibt zu hinterfragen ob es notwendig war, den ganzen Track über 8 Minuten lang zu halten (v.a. bei der Durschchnittlichkeit des restlichen Songmaterials auf der Scheibe) - er wird dann schnell etwas langweilig & anstrengend. Auch hier sind die Adaptionen von Vivaldi zB auf dem "Only Human" Album um einiges besser!
Ganz besonders negativ fällt mir bei diesem Album aber die scheinbar sehr schlecht abgemischte Gesangs-Produktion auf: Vor allem bei Ages of Glory (und auch bei Two Kigns) hört man Oliver Hartmanns Stimme bei den Strophen kaum, und beim Refrain kommt sie auch nur dank dem Chorus durch. Sowas sollte einer starken Truppe wie At Vance einfach nicht passieren, zum Glück haben sie's auf den folgenden Alben dann wieder besser gemacht.
Abschließend kann ich sagen dass das Album für mich persönlich etwas "unfertig" und so "schnell mal hingeworfen" aussieht; At Vance hätten sich mit der Produktion und dem Songwriting hier doch etwas mehr Zeit lassen sollen; dann hätt es locker auch für 4 oder 5 Sterne gereicht. So aber gibt's "nur" 3, für At Vance-Neulinge würd ich mal "Only Human" empfehlen... Fans der Truppe greifen natürlich auch so zu, schlecht ist das Teil definitiv nicht!