Dies ist mein dritter DQ-Teil für den DS(i). Davor hatte ich bereits Teil 8 (Die Reise des verwunschenen Königs) für PS2 gespielt.
Von "Chroniken der Erkorenen" war ich nur wenig begeistert, "Die Hand der Himmelsbraut" war schön gemacht, jedoch fehlte dem Spiel die Dynamik und die spielerische Selbstgestaltung (keine Talentpunktevergabe).
DQ9 jedoch lehnt sich sowohl im Kampf- als auch im Levelup-Design sehr stark an den PS2 Teil DQ8 an.
Start:
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Zu Beginn darf man sich seinen Helden selbst zusammen schneiden. Auch kann man diesmal als weiblicher Charakter ins Abenteuer starten! Dafür gibt's von mir als weiblicher Zocker einen dicken Pluspunkt :-)
Die Gestaltungsmöglichkeiten sind mannigfaltig! So hat man über 8 Frisuren, Augenformen, die Größe kann geändert werden und so weiter. Auch die Haarfarben reichen von Standards wie blond, braun und schwarz bis hin zu "Mangastyle" rosa, grün und blau. Individualität pur!
Story:
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Hat man seinen Char fertig modelliert, startet man gleich ins Spiel und übernimmt die Rolle eines Himmlichen, eines engelsgleichen Wesens, dessen Aufgabe es ist, ein kleines Dorf und dessen Bewohner zu beschützen, wodurch diese aus Dankbarkeiten zu ihrem Hüter beten und man die Kraft dieser Gebete dann dem Baum Yggdrassil als Gabe darbieten kann.
Der Legende nach erblüht der Baum und wird Früchte tragen, sobald genug Gebete gesammelt wurden. Dies geschieht dann auch gleich nach Beginn der Geschichte. Der Baum erblüht und trägt sogenannte "Fyggen". Gerade als auch noch der goldene Sternenexpress (eine sternschnuppenartige Lokomotive) über den Himmel braust, erschüttert ein Erdbeben den Himmel, der Sternenexpress, alle Fyggen und der Held selbst fallen in einem Federgewirr hinab zur Erde...
Als der Spieler dann erwacht, befindet er sich in seinem Hüterdorf. Nur dummerweise ohne Flügel und Heiligenschein... Von den Klatschtanten des Dorfes wird man als Unheilsbote angesehen und man selbst hat keine Ahnung, was nun eigentlich vor sich geht...
Das Abenteuer beginnt!
Die Story an sich ist sehr spannend erzählt. Die stylische Fee, die einen ab einem gewissen Punkt begleitet, hat mich anfangs sehr an Navi aus Zelda - OOC erinnert. Und ja, sie ist genauso nervig... jedoch auch immer wieder für einen Lacher gut.
Charaktere:
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Neben unserem selbsterstellten Helden gibt es natürlich auch noch eine ganze Reihe anderer Charaktere, die einen teils begleitet oder sonstig helfend zur Seite stehen.
Alle sind wieder in gewohnt guter Akira Toriyama Manier gestaltet.
Jedoch gibt es diesmal keine "festen" Kämpfer, die dem Helden zur Seite stehen. So muss man seine Truppe in einem Gasthaus erst anwerben bzw. zusammenstellen. Finde ich persönlich etwas schade, da diese Charaktere dann keine zusammenhägende Hintergrundgeschichte haben, sondern einfach im Grunde nur Söldner sind. So hat man als einzige Begleitung mit Story die hippe Fee.
Spieldynamik:
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Ladezeiten sind so gut wie nie vorhanden. Sehr schön! Nur beim Laden eines Spielstands dauert es ein paar Sekunden, die einem durch drei kleine blaue Schleime verkürzt wird.
Die Welt erkunden kann man sowohl wie gewohnt mit den Tasten als auch diesmal mit dem Touchpen. Die Steuerung mittels Touchpen ist recht empfindlich und ich brauchte einige Spielstunden, bis ich gezielt vor einer Tür oder Person stehen konnte, ohne vorher zehnmal Anlauf nehmen zu müssen.
Die Figur bewegt sich in einem angenehm flüssigen Tempo. Auch große Wegstrecken werden so schnell überwunden.
Es ist einem freigestellt, ob man stur dem Storyverlauf folgen oder sich hier und da bei verschiedensten Missionen Gegenstände oder Gold dazuverdienen möchte. Missionen werden durch eine blaue Sprechblase angezeigt und sind somit gut zu erkenne. Der Schwierigkeitsgrad erstreckt sich über sehr einfach (Geste zeigen) über knifflig (Töte 10 Monster mit Fauch - recht nervig gewesen) bis hin zu schwer.
Einzig nervig fand ich das Menü, wenn man es mit Touchpen bedient. So muss man 10x klicken (da Doppelklick zur Bestätigung), bis man ein simples Heilkraut verwenden konnte.
Berufungssystem:
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In DQ9 wird man nicht zwingend in eine Klasse (Heiler, Krieger, Magier, ...) gepresst, sondern kann sich ab einem bestimmten Punkt im Storyverlauf (Allesneu-Abtei) für eine neue Berufung ganz nach seinem Geschmack entscheiden. Der Knackpunkt dabei: Man startet wieder bei Level 1 und muss - je nach Berufung - komplett neue Waffen und Rüstungen kaufen. Wechselt man dann jedoch wieder zurück in die alte Berufung, startet man wieder mit dem alten Level und der zuvor genutzten Rüstung.
Ich hatte kurz meinen Magier auf einen Dieb umskillen wollen, habe mich jedoch nach ein paar Kämpfen dagegen entschieden. Das Dumme ist eben, dass man dann auf Level 1 startet. Ein Monster braucht einen nur mal schief anzugucken und man fällt um. Hätte ich also nun unbedingt diesen Dieb in meiner Gruppe gewollt, hätte ich zu früheren Gegenden zurück gemusst, um dort neu zu leveln. Das war mir dann auch zuviel Aufwand (zumal ich in der Story weierkommen wollte) und ich habe ihn dann kurzer Hand wieder zum Magier gemacht.
Sicherlich ist das Berufungssystem eine tolle Sache und auch sehr schön gestaltet, jedoch eher was für Leute mit Geduld.
Kampfsystem:
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Das KS ähnelt dem von DQ8-DRdvK sehr, ist jedoch noch dynamischer gestaltet. Während in Teil 8 alle Charaktere nach einem ausgeführten Angriff wieder brav zurück in die Reihe gehüpft sind, laufen in Teil 9 die Charaktere nun wieselflick über den oberen Bildschirm. Das Ganze ist sehr schön anzusehen und auch mit sehr schicken Animationen versehen, wodurch auch eine Vielzahl an Kämpfen hintereinander nicht so schnell langweilig wird.
Auf dem Touchscreen, dem unteren Bildschirm, hat man eine Übersicht über die gegenwärtigen LP, MP und Zustände seiner Recke und gibt ihnen Befehle. Unter "Taktik" kann man den NPC's (allen Gruppenmitgliedern bis auf den Helden) Befehle zuweisen und muss sie nicht jede Runde selbst eingeben. Ein Priester fährt gut mit "Wunden heilen", einen Kampfkünstler lässt man mit "Gnadenlos sein" auf den Gegner einprügeln.
Die Gegner sind auch nicht dumm. So rennen sie auf die Gruppe zu, wenn sie ungefähr ein Level haben, und rennen weg, wenn man stärker ist als das Monster.
Zufallskämpfe gibt es nicht. Die Monster bewegen sich frei auf der Oberfläche bzw. in den Dungeons.
In gewohnter DQ-Manier sind die Monster äußerst liebevoll, detailliert und witzig gestaltet und tragen wieder treffende Namen wie "Lachsack", "Schleimritter" oder "Molchstrolch".
Der Schwierigkeitsgrad schwankt zwischen "recht einfach" (Monster auf dem Feld oder in Dungeons) bis zu "ziemlich knifflig" (einige Bossmonster, die munter mit Zustandsveränderungen um sich werfen und einen so schier in den Wahnsinn treiben). Mit stupidem A-Knopf-Drücken und Draufkloppen wird man also nicht jedem Monster beikommen. Bei einigen ist richtig Taktik gefragt. So macht das Spaß!
Levelsystem:
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Hat man genügend Monstern den Garaus gemacht und fleißig Erfahrungspunkte (EP) gesammelt, steigt man im Level auch und kann dann Talentpunkte verteilen. Jede Berufung hat ihre eigenen Talente. So kann der Priester seine Heilkünste oder seine Stabfähigkeiten verbessern, während der Kampfkünstler besser mit Fächern, Krallen und seinem Geschick bedient ist.
Eine individuelle Entwicklung ist so gegeben und macht richtig Spaß! Man freut sich regelrecht auf das nächste Levelup, um endlich wieder Punkte verteilen zu können.
Fazit:
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DQ9 vereint alle guten Eigenschaften von DQ8 und verbessert diese noch weiter. Die Geschichte ist spannend und wird durch kleine Auflockerungen nicht langweilig. Das Berufungs- und Talentsystem verleiht dem Spieler Individualismus. So ist kein Durchspielen wie das vorherige!
Für mich absolut ein Spiel mit hochgradiger Suchtgefahr!!