Ich war sehr gespannt auf das neue Buch dieser Autorin, die mit Stone Butch Blues einen unglaublich intensiven, tiefen und nachdenklichen Roman vorgelegt hatte. Leider enttäuschte mich diese Geschichte aber in fast jeder Hinsicht. Der Leser wird in eine Erzählung, einen Auszug an Leben geworfen, ohne zu wissen woher die Hauptfigur kommt, was sie geprägt und erlebt hat. Es ist ein wenig vergleichbar, in einen mehrteiligen Film im 3. Teil einzusteigen. Da tun sich viele Fragezeigen auf. Auch das Ende ist abrupt und man bleibt da verlassen stehen.
Auch sind für mich zu viele Verallgemeinerungen und Stereotypen enthalten. Sicherlich hat die Autorin das so oder ähnlich erlebt, daher kann ich es akzeptieren, aber die differenziertere Betrachtung der amerikanischen Gesellschaft bleibt in diesem Werk sehr auf der Strecke. Schade, ich hatte mich sehr über das neues Buch von Leslie Feinberg gefreut, bin aber leider enttäuscht worden.