Rezension
Der Zug aus der Zigarette ("drag" im Slang-Englisch) hat k.d.lang zu diesem Album inspiriert, das sie zusammen mit Craig Street (verantwortlich für die beiden Platten von Cassandra Wilson) auch selbst produzierte. Aus vielen Songtiteln spricht bereits die Thematik des Albums ("Don't Smoke In Bed", "Smoke Dreams"), die jedoch so weit gefaßt ist, daß auch "The Air That I Breath" die Kriterien erfüllt. Oder Steve Millers "The Joker" ("I'm a joker, I'm a smoker, I'm a midnight toker ..."). Der ist der einzige Song aus der Sparte Rock, allerdings Langtypisch verhalten vorgetragen. Denn die Interpretationskunst von Katherine Dawn Lang entfaltet sich am besten bei den getragenen Tempi, wie sie auf "Drag" vorherrschen. Im Kontext von Jimmie Haskells kongenialen Orchesterarrangements dürfte eigentlich nur Gehörlosen entgehen, daß die Kanadierin eine der besten Balladensängerinnen unserer Zeit ist. Grandioses Beispiel für die Klasse dieses Albums ist Jane Siberrys "Ain't It Funny?" mit dräuenden Streichern, hingetupften Pianoakkorden und einer melancholischen Trompete. Und gesungen ist das schlichtweg hinreißend.
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Herb blickt k.d. Ihren Fans in die Augen: Schmeiß die Kippe weg, Kerl. Dann holt die Dame mit engelsgleicher Stimme zum Angriff aus: "Don't Smoke In Bed" und "The Air That I Breathe" voller Schwermut, Steve Millers "Joker" oder das alte "Smoke Rings" ziemlich blusig, der Rest dann schwer bis quälend tragisch. Bestimmt kein Album für den womöglich schon bald heraufziehenden Herbst oder miesepetrige Melancholiker, und selbst unerschrockene lang-Fans werden sich an diese schwere Kost unter Umständen gewöhnen müssen.
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Wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte, sollte einen großen Bogen um diese Platte machen! Hier geht es ausschließlich - der Albumtitel kündigt's an - um den Zug am Glimmstengel: "Don't Smoke In Bed', "Smoke Dreams', "Love Is Like A Cigarette' ... Hinzu kommen Coverversionen, die sich mehr oder minder peripher mit dem Thema auseinandersetzen: "The Air That I Breathe' von den HOLIES und "The Joker' von STEVE MILLER seien hier besonders hervorgehoben. Der musikalische Tenor auf "Drag' ist, dem Sujet angemessen, noch relaxter als ohnehin von K.D. LANG bekannt. Hier wird beinahe reinrassiger Barroom-Jazz zelebriert - cool, elegant und stilsicher -, ohne dabei die typischen Merkmale der jeweiligen Songs zu vernachlässigen. Elemente der Country-Musik, etwa eine gelegentlich auftauchende Steel-Guitar, werden - ebenfalls elegant und stilsicher - integriert. Unauffällig ist hierbei das Stichwort. K.D. LANG präsentiert sich auf "Drag' einmal mehr als lässige Chanteuse, die sich ein Augenzwinkern nicht verkneifen kann.
Ullrich Maurer / © Intro - Musik & so
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