9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
oldschoolhorror reloaded., 20. Februar 2011
christine wittert die chance in ihrer bank aufzusteigen.
dafür soll sie jedoch stärke und durchsetzungsvermögen zeigen und verwehrt somit einer alten zigeunerin einen zahlungsaufschub.
daraufhin verflucht selbige christine die dieses jedoch nicht ernst nimmt.
das ändert sich nach einer horrorbegegnung im parkhaus und anderen grausigen zwischenfällen.
in ihrer not zieht sie einen zwielichtigen wahrsager zu rat der sie an ein medium vermittelt.
kann christine den fluch nun brechen oder holt sie der grausame dämon in die hölle?
die darsteller machen ihre sache ganz gut. wie schon bei stirb langsam 4.0 hat mich nur justin long gestört der in meinen augen als schauspieler ein schlechter witz ist.
die dialoge sind stimmig, aber nie ganz ernst gemeint.
die story hat einige schöne schockmomente und wendungen, ist spannend und mitreissend.
der soundtrack passt.
diese hommage an die alten grusel und dämonenklassiker der 70er und 80er jahre macht einfach spass.
sam raimi schafft den perfekten twist zwischen comedy und grusel.
sicherlich ist alles mit einem augenzwinkern zu betrachten und so soll es wohl auch sein.
wer also mal wieder einen gelungenen oldschoolhorror sehen will sollte zugreifen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sam Raimi polarisiert - wie immer, 3. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Drag me to Hell [Blu-ray] (Blu-ray)
"Drag me to Hell" polarisiert die Betrachter, wie unschwer auch an den sehr unterschiedlichen Reaktionen hier bei amazon und anderswo abzulesen ist. Aber mal ehrlich: War das jemals anders? Sam Raimi hat eigentlich immer polarisiert. Ich kann mich noch sehr gut an seinen ersten "Evil Dead" erinnern, der von einer, zunächst noch kleinen Schar von Horror-Enthusiasten begeistert aufgenommen wurde aber von einer breiteren Öffentlichkeit als "kranke Phantasie" und die Grenzen des guten Geschmacks verletzend, aufs Vehementeste abgelehnt wurde und letztlich auf dem Index landete. "Darkman" oder "Schneller als der Tod" konnte dann wiederum vor vielen Fans der ersten Stunde nicht bestehen. Und erst recht nicht die "Spider-Man"-Trilogie, die viele als Verrat empfanden, da Raimi damit den Durchbruch in den "verteufelten" Mainstream erreicht hatte. Andere hingegen sahen in "Spider-Man" eine der ersten gelungenen Comic-Verfilmungen überhaupt... zumindest in den ersten beiden Teilen - der dritte wurde wiederum von vielen Fans der ersten beiden Teile abgelehnt. Ein Schicksal, dass er mit Peter Jackson und anderen teilt. Ich persönlich kann mit diesem Schubladendenken wenig anfangen, denn jeder soll doch die Chance haben, sich weiter zu entwickeln.
Um Raimis Werk zu verstehen, sollte man wissen, dass er, sehr viel mehr als andere Regisseure, von Comics beeinflusst wurde. Wer die alten EC-Horrorcomics kennt, wird wissen was ich meine. Ausserdem ist er ein Fan von Slapstick-Filmen der alten Schule wie z.B. The Three Stooges, was immer wieder durchscheint - sehr deutlich bei "Armee der Finsternis". Einfach gehaltene Handlungsstränge, Humor, Slapstick-Einlagen und Kameraeinstellungen, die an Bilder aus Comics erinnern sind seit jeher Raimis Markenzeichen - und im Laufe der Zeit variierte er diese Grundthemen immer wieder.
"Drag me to Hell" ist, im Sinne meiner Vorrede, also nichts Neues: Eine einfache, nicht besonders tief gehende Handlung, die mit Klischees des Genres herumspielt. Eine Raimi-typische Geisterbahnfahrt - nicht so groß wie "Spider-Man", nicht so klein wie "Evil Dead", sondern irgendwie "dazwischen"... möglicherweise wollte Raimi sich einfach nur mal vom Blockbuster-Erfolgsdruck erholen... wer weiss. "Drag me to Hell" hat ein paar großartige Momente wie z.B. die Prügelei von Christine Brown und Sylvia Ganush im Auto in der Tiefgarage oder der Besuch bei Justins Eltern - das ist einfach typisch Raimi und das macht ihm so schnell niemand nach. Einige Sequenzen sind etwas müde z.B. die Seance mit einem besessenen Nebendarsteller, der einen Tanz in der Luft vollführt - das war in "Evil Dead 2" besser zu sehen. Und viele - ich finde zu viele - Schockmomente sind "billige Horrorfilm-Tricks" (wie John Carpenter sie bezeichnet), wo plötzlich, von Soundeffekten untermalt, irgendetwas aus dem Nichts auftaucht und man zwar einen gehörigen Schreck bekommt, aber keine Substanz dahinter steckt.
Hat der Film eine tiefer gehende Bedeutung? Manch einer will sogar eine Parabel auf die Mentalität die zur Wirtschaftskrise geführt hat ausmachen - na ja, ich finde nicht... da hat der Zeitgeist ein wenig seine Finger im Spiel. Egal, beim Betrachten der Filmtagebücher kann man jedenfalls erkennen, das der Film mit Liebe zum Detail gemacht wurde. "Drag me to Hell" ist eine Verbeugung vor dem Old-School-Horror der 80er Jahre - hier steht weniger CGI im Mittelpunkt... viele Effekte sind richtig handgemacht und wie ich finde auf sehr hohem Niveau - eine sehr sympathische Seite des Films. Die Darsteller sind gut aufgelegt, Lorna Raver als Sylvia Ganush ist perfekt besetzt, Alison Lohman als Christine Brown schafft es nicht ganz, die Betrachter auf ihre Seite zu ziehen, Molly Cheek als Christines Mutter und David Paymer als Christines Vorgesetzter sind auf alle Fälle sehenswert und auch Justin Long macht seinen Job als Christines Freund und "Skeptiker vom Dienst" gut.
Noch ein paar Worte zum Sound: Musik und Sounddesign sind hervorragend - für einen Horrorfilm. Christopher Youngs (Hellraiser) Score ist wirklich gruselig und auch die Soundeffekte tragen sehr viel bei zu den effektiven Schockmomenten - nur der komödiantischen Seite des Films wird beides nicht gerecht - hier wurde meiner Meinung nach zu sehr auf Horror gesetzt. Und leider zieht das den Film insgesamt runter - DAS hätte Raimi m.M.n. auffallen müssen! Wie viel lustiger wäre der Film wohl mit Musik von Denny Elfman geworden - für mich nach wie vor DER Filmkomponist, der das lustige bzw. skurrile Potenzial eines Films auch musikalisch perfekt umsetzen kann... schade, das er und Raimi sich überworfen haben.
Sam Raimi gebührt Respekt für sein bisheriges Werk: Er hat das Horror-Genre erneuert und steht damit in einer Reihe mit den ganz Großen. Und er hat gezeigt, dass man Comics mit eigenem Stil aber dem nötigen Respekt vor dem Original-Stoff verfilmen kann - die "Spider-Man"-Trilogie ist weitaus besser als die meisten anderen Umsetzungen.
Zur Blu-Ray: "Drag me to Hell" ist qualitativ absolut ok. Keine Referenz aber Bild und Ton sind gehobenes Niveau. Leider sind die lauten Passagen der Musik und der Soundeffekte zu laut im Verhältnis zu den Dialogen - das nervt, wenn man, zur späten Stunde, Rücksicht auf Mitbewohner nehmen muss... man hat immer die Hand an der Fernbedienung - unnötig! Die Extras beschränken sich auf ein Produktions-Tagebuch, das zwar einige Einblicke gewährt, aber mit besseren Making-Ofs nicht mithalten kann. Leider gibt es keinen Audio-Kommentar.
Fazit: "Drag me to Hell" ist ein solider Horror-Film mit einigen komödiantischen Einlagen aber keine Horror-Komödie wie man sie von Kult-Regisseur Sam Raimi erwarten würde. Aber wie auch bei anderen, z.B. John Carpenter oder Peter Jackson sollte man nicht den Fehler machen, jeden Film am jeweils besten zu messen - das ist wie bei Otto-Normalverbraucher auch: Wir machen unseren Job mal besser und mal schlechter. "Drag me to Hell" ist gute Unterhaltung mit einigen Mängeln aber weit besser als der Durchschnitt. Trotzdem hoffe ich, der nächste Raimi wird besser.
Abspielgeräte:
Sony BDP-S760
Sharp Aquos LC-40LE700E
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zahltag für Bankerin, 1. Januar 2012
"Drag Me To Hell" ist ein kleiner, aber feiner Gruselfilm von Sam Raimi. Getreu dem im Filmgenre erfolgreichen alten Motto "Quäle die Heldin!" muss die Hauptperson, die Bankangestellte Christine Brown, ein paar wirklich schreckliche Tage voller beängstigender Ereignisse durchleben, nachdem sie während ihrer Arbeit durch eine "harte Entscheidung" eine weitere Fristverlängerung für den Kredit der hochbetagten Sylvia Ganush abgelehnt hat. Diese alte Frau, eine Zigeunerin mit magischen Kräften, nimmt es sehr persönlich, dass sie durch die Ablehnung der Fristverlängerung ihr Haus verliert. Und Christine's Entscheidung rächt sich bitter für sie persönlich, denn sie hat plötzlich nur noch drei Tage Zeit, um dem tödlichen Fluch zu entgehen, mit dem sie belegt wurde. "Drag Me To Hell" hat mir als Horrorfilm zwar nun nicht gerade eine Höllen-Angst eingejagt, aber ich fand den Film durchweg sehr stimmungsvoll, unterhaltsam (teilweise lustig, teilweise richtig eklig!) und weitgehend unberechenbar. Ein wirklich "netter Film" für meine winzige Horrorfilm-Sammlung.
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