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Für Schnitt, Musik und Tontechnik zeichnet sich Andy Matern verantwortlich. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen. Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kult-Status. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde "Der Cthulhu Mythos" zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Er wurde als drittes von sieben Kindern geboren. Er war bis zu seinem 8. Lebensjahr krank und konnte weder alleine stehen noch gehen. Diese traumatische Erfahrung spiegelt sich in seiner literarischen Arbeit wieder. Ewiger Schlaf und die Wiederauferstehung der Toten, das zentrale Thema von Dracula, waren deshalb von großer Bedeutung für ihn.
Nicht nur seine Krankheit, sondern auch seine Genesung waren "Wunder" für seine Ärzte. Danach wurde er sogar Athlet und Fußballstar an der Universität zu Dublin. Er studierte Geschichte, Literatur, Mathematik und Physik. Er wurde Beamter, was ihn aber nicht zufrieden stellte. 1890 traf er den ungarischen Professor Arminius Vambéry, der ihm von der Legende des rumänischen Prinzen Vlad Tepes, besser bekannt als Vlad Dracul (Dracula), erzählte. Aus diesem Charakter entwickelte Stoker die Figur des Vampirs Dracula. Er arbeitete 7 Jahre an der Vampir-Saga Dracula, die 1897 veröffentlicht wurde.
Stoker stellt in seinem Roman den Vampir Dracula und seine Zauberkräfte der modernen Technik und Wissenschaft seiner Zeit gegenüber. Doch allein der Glaube an das Übernatürliche, das Annehmen des Undenkbaren und Unaussprechlichen kann das Monster besiegen.
Den überragenden Erfolg seines Romans hat Stoker den zahlreichen Verfilmungen zu verdanken. Bram Stoker erlebte den großen Erfolg seines Romans Dracula nicht mehr. Er starb arm und unbekannt 1912 in London; einige Quellen nennen als Todesursache Erschöpfung, andere Syphilis.
Seine Kurzgeschichten sind bislang noch nicht bekannt. Dafür glänzen diese durch brillanten Stil und grandiosen Story-Elementen. Sie sollten in keiner Sammlung fehlen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Dabei ist die erste Geschichte wohl als Schnupperangebot oder Brückenschlag zu sehen, denn „Draculas Gast" war ursprünglich ein Teil des berühmten Romans, wurde im Laufe von Stokers siebenjähriger Arbeit an der Vampirmär letztlich jedoch wieder rausgekürzt.
Erzählt wird ein Abschnitt aus der Reise Jonathan Harkers nach Transsilvanien, der ersten Reise, als Dracula für ihn nur der Name auf einem Papier seiner Anwaltskanzlei war und nicht das personifizierte Grauen, das er ihm später werden sollte.
In der Nähe von Wien machte der junge Harker auf seiner Fahrt in die Karparten Station und muss, ganz in der Nähe seiner Unterkunft erfahren, dass der Schatten seines zukünftigen Mandanten weiter reicht, als er gedacht hätte.
Der Ausgang der Geschichte scheint gewiss: Immerhin weiß selbst, wer „Dracula" nie gelesen oder gesehen hat (und sein Leben somit scheinbar in der tiefsten und dunkelsten Ecke eines Bergwerkes auf der erdabgewandten Seite des Mondes verbracht haben muss ...), dass Harker unversehrt in Transsilvanien angekommen ist - doch versteht es der Schöpfer des berühmtesten aller Vampire seiner Kurzgeschichte eine Wendung zu geben, die die ruhige Selbstsicherheit des Lesers bzw. Hörers pfählt und zu Staub zerkrümeln lässt.
In der zweiten Geschichte, „Das Haus des Richters", muss ein Mathematik Student namens Malcom Malcomson am eigenen Leibe erfahren, dass alte Geschichten - mögen sie in der modernen Gegenwart des ausklingenden 19. Jahrhunderts noch so verstaubt und überholt wirken, durchaus eine sehr reale Grundlagen haben können.
Auf der Suche nach einem wirklich ruhigen und abgeschiedenen Plätzchen, der Abschluss des Studiums erfordert nun einmal Konzentration, quartiert sich der junge Mann in einem verschlafenem Dörfchen ausgerechnet in jenem verlassenen Anwesen ein, dass man dort nur als das titelgebende „Haus des Richters" kennt.
Die dritte Geschichte heißt „Die Squaw" und einmal mehr geht es um die Naivität und die Unbekümmertheit, mit der vermeintlich aufgeklärte Menschen Dingen begegnen, die etwas weniger Leichtfertigkeit verlangt hätten.
Ein junges Ehepaar lernt auf der Hochzeitsreise durch Deutschland einen netten Amerikaner kennen, der, da er alleine reist, fortan ihr Begleiter wird.
In Nürnberg beschließt man, sich den berühmten Zwinger anzusehen und auf dem Weg dahin, frühstückt man noch gemeinsam. Das Unglück nimmt seinen Lauf, als der Amerikaner spielerisch einen Stein zwischen eine Katzenmutter und ihr Kleines werfen will, doch die Krümmung der Wand, auf deren Balustrade sie etwa zehn Meter über den Tieren sitzen, falsch einschätzend, tötet er versehentlich das Jungtier. Die Katze gerät daraufhin in wilde Raserei, ja, geradezu in Blutgier und obgleich sie die zehn Meter Höhenunterschied keinesfalls überwinden kann, gibt sie den Versuch nicht auf, springt an der Wand auf und ab, bis sie schließlich im Gebüsch verschwindet und die drei Touristen schon sicher sind, dass sie sie das letzte Mal gesehen haben - doch weit gefehlt! Bereits auf dem Weg zum Zwinger sehen sie den schwarzen Schatten hier und da kurz zwischen den Häusern oder im dichten Laub einiger Büsche: Die Katze hat ihre Rache keineswegs aufgegeben und trotz des zuversichtlichen Lachens des Amerikaners bleibt bei den beiden Engländern ein merkwürdiges und sehr ungutes Gefühl.
Die Hauptattraktion in Nürnberg ist die berühmte Eiserne Jungfrau (von der sich tatsächlich ein besonders berühmt-berüchtigtes Exemplar in der Stadt befindet) und selbstverständlich müssen die Männer sich das unbedingt ansehen.
Dem draufgängerischen Amerikaner reicht es nicht, sich die berühmte Jungfrau nur von außen anzusehen. Da so gut wie kein Publikumsverkehr herrscht, überredet er den alten Museumswächter, ihm den Mechanismus doch mal eigenen Leibe zu demonstrieren, gefesselt versteht sich, für das echte feeling. Natürlich, so wird vereinbart, darf die Tür nicht ganz geschlossen werden, denn der amerikanische Gast hat keineswegs vor, seine Neugier mit dem Leben zu bezahlen ...
Wie bereits dargelegt ist der verbindende rote Faden aller drei Erzählungen die Ignoranz ihrer Hauptdarsteller, ein Thema, das sich als leichte Variation bereits in „Dracula" findet. Doch gibt es darüber hinaus eigentlich keinen Grund, den zu Dracula mutierten Vlad Tepes immer mit anzuführen, wenn man über Bram Stokers sonstiges Werk spricht: Es scheint sich zwar anzubieten, ist aber ganz und gar unnötig, wie die vorliegenden Geschichten beweisen.
Alle drei sind im besten Sinne traditionelle Gothic Horror Schocker und rufen mit einer geschickten Mischung aus Ekel und Spannung einen wohligen Schauer hervor.
Das ihnen nicht der selbe literarische Rang zukommen mag, wie Stokers Hauptwerk, ist geschenkt. Richtiger mag der Hinweis sein, dass die Geschichten nach über einen Jahrhundert schon beinahe märchenhaft daherkommen: In ihrer Naivität liegt so viel Unbeschwertheit, dass sich der eigentlich angestrebte Horror immer erst in allerletzter Minute einstellt. Dann kommt er aber schnell wie ein Vampir in der Nacht. Vor allem Stokers Talent, seinen Geschichten noch eine subtile, unerwartete Wendung zu geben, fesselt den Hörer zu guter Letzt doch immer wieder an die Kurzgeschichten.
Perfekt verbildlicht werden die wortgewaltigen Klassiker von Lutz Riedel, der zur Stammmannschaft bei LPL Records gehört, und dort mehr als einmal sein Talent unter Beweis gestellt hat.
Er fühlt sich grandios in die drei Geschichten ein, spürt den Wesenszügen der Figuren ebenso nach, wie den drei völlig unterschiedlichen Atmosphären und erschafft so eine Stimmkulisse, auf der das blutige Bühnenspiel seinen Lauf nehmen kann.
Eine ebenso lobende Erwähnung muss die musikalische Untermalung finden, die sich einmal mehr Andy Matern auf die Fahne schreiben kann: Seine bombastisch unheimliche Auftaktsmusik hätte ebenso gut einem der Dracula Filme entspringen können: Ein größeres Kompliment kann man einer Hörbuchuntermalung wohl kaum machen.
Freunde des klassischen Horrors dürfen sich über dieses blutige Filetstück freuen, dass da vom Hause LPL serviert wird. Qualität setzt sich eben doch durch.
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