Kaum zu glauben, aber "Dracula und seine Bräute" war erst der zweite Vampirfilm, den die Hammer Studios produzierten. Drei Jahre nach "Dracula" mit Christopher Lee endstand 1961 dieser Film, in dem der im Titel genannte "Dracula" gar nicht auftaucht (in der Einleitung klärt uns ein Erzähler darüber auf, das dieser ja tot sei, aber es noch viele andere Vampire in Trannsylvanien gibt).
Aber der Film ist in gewisser Weise die Fortsetzung von "Dracula '58", dies wird klargestellt durch Van Helsing alias Peter Cushing, der nach seinem Erfolgreichen Kampf gegen Dracula nun einen neuen Job hat (in dieser Hinsicht ist der Film soetwas wie eine frühe Version von "Van Helsing" mit Hugh Jackman). Und schließlich entstand der Film unter der Regie von Terence Fisher, der ja schon bei "Dracula" im Sessel saß und 4 Jahre später dann beim nächsten Dracula-Film, "Blut für Dracula"(1965) auch wieder die Fäden zog.
"Dracula und seine Bräute" bietet ALLES, was der Vampir-Fan will: Einen bösen Grafen, holde Jungfrauen, Schlösser, kleine Dörfer, Kreuze, Knoblauch, Weihwasser etc. Und einen Peter Cushing in Bestform, er trägt den Film fast allein. Er spielt den Van Helsing nicht nur, er ist Van Helsing!!
Der Vampirgraf ist hier ein junger Schönling, gespielt von David Peel (dieser Graf war übrigens Vorbild für den schwulen Vampir Herbert in Polanski's "Tanz der Vampire"), der gegen Van Helsing natürlich keine Chance hat, dessen Ausstrahlung jedoch wirklich dämonisch ist.
Überhaupt ist die gesamte Besetzung hervorragend, was ja eine der Stärken der frühen Hammer-Filme war. Ein ausgezeichnetes Ensemble in guter Ausstattung (in späteren Jahren gelang das leider nicht mehr so gut).
Dieser Film ist bringt alles, wofür die Hammer Studios standen, auf den Punkt. Schaurig schön, voller Atmosphäre. "Dracula und seine Bräute" ist nicht nur einer der besten Hammer Filme, sondern einer der besten Vampir Filme überhaupt. Wem die Dracula Filme mit Christopher Lee zusagen, für den ist auch dieser Film ein Fest der Sinne.