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Dracula: Leben und Legende [Broschiert]

Heiko Haumann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

18. Februar 2011
Kaum eine historische Gestalt ist so sehr von Legenden umrankt wie Vlad Draculea Tepes: Fürst der Walachei im Spätmittelalter, Kämpfer gegen das Osmanische Reich und Kristallisationspunkt blutiger Mythen, die schließlich in Bram Stokers großem Roman Dracula (1897) kulminierten und so den Protagonisten zu einem Ahnherrn der Vampire werden ließen.
Heiko Haumann erzählt das Leben des Vlad Tepes in seiner Zeit, legt dar, wie es zum heute verbreiteten Dracula-Bild kam und warum dieses noch immer fasziniert.

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Dracula: Leben und Legende + Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes + Mythen & Legenden - TRANSSYLVANIEN - Im Reich von DRACULA - Ein hochwertiger Fotoband mit über 110 Bildern auf 128 Seiten - STÜRTZ Verlag
Preis für alle drei: EUR 40,80

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Produktinformation

  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (18. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406612148
  • ISBN-13: 978-3406612145
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 148.216 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"[...] 128 kurzweilige [...] Seiten ebenso seriös wie unterhaltsam." --Bernd Fackler, Badische Zeitung, 21. Juli 2012

Über den Autor

Heiko Haumann ist emeritierter Professor für Osteuropäische und Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Basel.

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5.0 von 5 Sternen Interdisziplinäre Studie 17. April 2011
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
"Wer sich mit der historischen Figur Vlad Draculeas beschäftigt, wird auch die Legendenbildung um andere historische Persönlichkeiten kritisch beurteilen können".
(Dr. Heiko Haumann)

Der promovierte Historiker, Politologe, Soziologe und Pädagoge Heiko Haumann, schreibt in seinem abschließenden "Dank" (Seite 222), dass er die ersten Anregungen für diesen Band den Gesprächen mit Dr. Ralf-Peter Märtin und dessen Buch "Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes" verdanke....

Anders als der Althistoriker Märtin (den timediver® bei einem mehrstündigen gemeinsamen "historischen Tauchgang" am 9. Juni 2009 persönlich kennenlernen konnte), der sich in seinem mittlerweile zum Klassiker gewordenen Sachbuch überwiegend mit dem historischen Vlad III. Draculea befasst, hat Haumann dem Leben und Wirken des walachischen Woiwoden nur das erste seiner fünf Kapitel gewidmet...

Nachdem Haumann bereits in seinem Vorwort u. a. auch die Fragen "Warum glauben Menschen an Vampire?" und "Welche Bedeutung haben Vampire heute" aufgeworfen hat, widmet er sich nach der Darstellung Vlad des Pfählers im dritten Kapitel dem Urteil seiner Zeitgenossen und der Nachwelt. Zunächst geht er auf die Geschichte des Pfählens ein, die bis in die Zeit Hammurapis von Babylon (1729 - 1696 v. Chr.) zurückgeht uns sich sogar in der "Constitutio criminalis Carolina", der Gerichtsordnung Kaiser Karls V. als Strafe für Kindesmord wiederfand. Danach beschreibt er die Flugschriften Kampagne des ungarischen Königshofes gegen Vlad (angeblicher Verrat an die Osmanen) und seine bildliche Darstellung, die teilweise ebenfalls der Propaganda gegen ihn diente. Anschließend werden die byzantinischen, osmanischen und russischen Quellen erörtert. Während Vlad aus osmanischer Sicht vorwiegend negativ als "Scheitanoglu" (Sohn des Satans) dargestellt wird fließt seine Person in Zusammenhang mit seiner "gerechten Grausamkeit" in das Bild Iwans IV. Wassiljewitsch Grosny ein. In den rumänischen Überlieferungen wird Vlad gar als Nationalheld gesehen, der als Verteidiger gegen die Osmanen mit seinem Verwandten Stefan cel Mare, dem Woiwoden der Moldau, dem ungarischen Feldherrn Johann Hunyadi und dem Albaner Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg, gleichgesetzt wird. Anders als diesen drei, wurde ihm jedoch der päpstliche Ehrentitel "Athleta Christi" nicht verliehen. Bis in die Gegenwart hält sich in Rumänien die Ansicht, dass Vlad als ein Symbol der "eisernen Faust" für die Entwicklung des Landes notwendig gewesen sei. Abschließend stellt der Autor fest, das sich der rumänische Volksglaube an Vampire dort zu keiner Zeit mit der Person den Woiwoden verbunden hat.

Kapitel vier steht im Mittelpunkt des Vampir-Glaubens und des Vampir-Mythos. Nach der Erläuterung zu "Blut ist ein besonderer Saft", wie es Mephistopheles in Goethes Faust nannte, werden die Ursprünge des Vampirglaubens untersucht. Wichtigstes Quelle ist der Volksglaube Osteuropas, der auch Wehrwölfe, Untote, Wiedergänger und Hexen kennt. Der Autor spricht auch die antisemitischen, sexuellen und die gegenüber dem Christentum ketzerischen Gedanken an, die sich wie Okkultismus und Mesmerismus mit diesen Volksglauben vermischten. Die Entstehung und Funktion einer neuen Legende, d. h. der Vampir-Mythos in der Literatur ist Gegenstand des fünften Kapitels. Der Autor stellt auch hier fest, dass in keiner der zahlreichen Vampirgeschichten - gleichwohl Vampir/Dracul im Rumänischen auch das Synonym für Teufel ist - eine Verbindung zu Vlad hergestellt wird. Seit Heinrich August Ossenfelder und seinem Gedicht "Der Vampyr" (1748) stellen weder west-, noch Osteuropäische Autoren bis zu den ersten "Gothic Novels" (Schauergeschichten) im 19. Jahrhundert einen Bezug zwischen Vampir und Vlad her. Im Mittelpunkt stehen jedoch sexuelle Gewalt, wie bei Goethes Ballade "Die Braut von Corinth" und judenfeindliche Klischees, wie bei der "Geschichte vom Knäblein" der Gebrüder Grimm. Haumann nennt Beispiele, dass Vampire immer mit den zentralen politischen und geistigen Auseinandersetzungen ihrer Zeit verbunden waren, wie z. B. die Wiedererstehung der polnischen Nation.

Im Jahr 1897 hat Bram Stoker schließlich die Verbindung zwischen Vampir und Dracula, den er fälschlicherweise las Szekler-Grafen bezeichnet, hergestellt. Die von ihm geprägten Klischees schlagen sich schon bald auf der Bühne und im Film nieder, in denen Haumann jedoch keinen tieferen Sinn sieht. Positiv bewertet der Autor hingegen den Film "Dark Prince: The True Story of Dracula". Im sechsten und letzten Kapitel geht er auf die heutige Bedeutung des Vampirismus ein. Gleichwohl man leicht geneigt sei, sich über den Glauben an Vampire lustig zu machen, ist der "Mythos des gemachten Vampirs" überall auf der Welt verbreitet und erfüllt bestimmte Funktionen. Den mit Blut verbinden sich Bilder von Tod und Leben, Grausamkeit und Reinheit, Angst und Lust, von Auferstehung und Erlösung. Der Vampir dient als Projektionsfläche für Ängste, Unsicherheiten und Schuldzuweisungen....

Wie sich timediver® im August 2005 selbst überzeugen konnte, wird zwischen Borgo-Pass und Schloss Bran der "westliche Dracula Mythos" lediglich aus Geschäftstüchtigkeit gepflegt, der rumänsicehn Tradition ist er jedoch fremd!

Neben zwei historischen Karten "Europa um 1400" und "Siebenbürgen, Walachei und Moldau im 15. Jahrhundert" runden ein Verzeichnis weiterführender Literatur und ein Register das Gesamtbild einer interdisziplinären Studie ab, die mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Darstellung 24. August 2012
Von Kathi
Format:Broschiert
Es ist kein Leichtes, das Ungetüm aus Historie, Legenden und Mythen, das ungestalt um die Gestalt Vlad III. Draculea wabert, in einem so knapp gesteckten Rahmen, wie ihn die Beck Wissen-Reihe vorgibt, in Worten einzufangen.
Heiko Haumann ist dieses Unterfangen meiner Meinung nach gelungen.

Als Fachmann für die Geschichte Osteuropas befindet man sich in guten Händen, wenn er zunächst eine historische Vorstellung der Person unternimmt, die später zum verrufenen Pfähler und noch viel später zum Vampir wurde. Für manchen mögen diese ersten Seiten Überraschungen bringen, wenn Haumann uns Vlad als (zeitweisen) Streiter für die christliche Sache gegen die Osmanen vorstellt: der Fürst der Finsternis als christlicher Ritter? Turbulente Seiten folgen, denn die Verstrickungen Vlads in die Ränkespiele des ungarischen, siebenbürgischen und rumänischen Adels erweisen sich als anspruchsvoll, will man dem Wechselspiel von Vlads Schicksal folgen.

In den folgenden Kapiteln geht es um die Darstellung Vlads in zeitgenössischen Quellen, die ihn schon als Monster aufbauen. Hier sammelt Haumann die wichtigsten Schriften und Bildnisse über den Woiwoden der Walachei, und hier nimmt des Fürsten zukünftige Fama als Kreatur der Unterwelt ihren Ausgang. Gegensätzlich stellt sich allerdings das Vlad Draculea-Bild in Rumänien dar, wo der Gestalt nicht jener negative Ruf anhaftet.

Das Thema um den Vampirismus von der anderen Seite aufrollend unternimmt Haumann in der Folge einen Streifzug durch die Anfänge und Traditionen des europäischen Vampirglaubens, und diese Kapitel enthalten dicht gedrängte Informationen über die Ausformungen des Glaubens an Wiedergänger, Untote und über die Gebräuche der Lebenden im Umgang mit den wandelnden Toten.
Abschließend versammelt Haumann eine Auswahl an literarischen und filmografischen Werken des Vampirgenres.

Wer eine umfassende Einführung und Annäherung an die Thematik um den verrufenen Fürsten, sein Bild im Spiegel der zeitgenössischen Literatur und Bildnisse, den europäischen Vampirismus und die Fusion von historischer Person, kulturellem Phänomen und moderner Adaption in Wort und Film sucht, der ist mit diesem kleinen Bändchen gut beraten. Erstaunlich ist es bei der Beck Wissen Reihe immer wieder, wie viel Wissen wirklich in einem kleinen, ansprechend geschriebenen Text Platz findet.

Viel Spaß!
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4.0 von 5 Sternen Dracula lebt! 19. Dezember 2011
Format:Broschiert
Mit dieser Feststellung beginnt auch Haumann sein sehr flüssig und anregend geschriebenes Überblickswerk über die historische Entwicklung des Vampirismus.
Zunächst geht der Autor dabei auf die "historische" Person des walachischen Fürsten Vlad Draculea und dessen Leben in stürmischer Zeit des Abwehrkampfes des zersplitterten Abendlandes gegen das expandierende Osmanische Reich ein, in welcher er als typischer Vertreter seiner Epocheeben mit einer gehörigen Portion Brutalität notgedrungen zwischen den Seiten hin- und her lavieren musste um politisch überleben zu können. Das negative Bild, welches sich die Nachwelt außerhalb Rumaniens von ihm machte, ging daher auch auf die Greuelpropaganda seiner politischen Gegner zurück.
Im Folgenden wird der Vampirismus als uraltes, weltweit verbreitetes kulturelles Phänomen beschrieben, durch welches die Menschen seit je verborgene Sehnsüchte und auch Ängste ausdrückten, welches aber vor allem in Osteuropa kulturell und durch Verunsicherung infolge der politischen Umbrüche bedingt zur Erklärung ansonsten unerklärlicher Phänomene große Verbreitung fand. Erst im Zuge der Aufklärung wurde dieser alte Volkaglaube durch den erstarkenden Staat und die katholische Kirche als härethisch marginalisiert.
Im neunzehnten Jahrhundert fand der Vampirmythos dann, insbesondere nach dem Verschmelzen mit der Figur Draculas, im Westen weite Verbreitung als identitätsstiftende und abgrenzende Ideologie durch das Aufgreifen als "typisch osteuropäisch" empfundener Stereotype und der zum Ausdruck gebrachten Angst vor Überfremdung. Dadurch wird auch der große Erfolg von Bram Stokers Roman sowie das bis heute anhaltende Interesse, welches sich in der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Thematik in allerlei Formen offenbart, erklärt.
Mit der historischen Person des Fürsten Dracula habe das alles allerdings wenig bis gar nichts zu tun, denn jede Zeit passe den Vampirmythos ihren eigenen Bedürfnissen an.
So zeige vor allem die heutige Zeit ein breites Spektrum von Vampirtypen, vom Comichelden über den jugendlichen Liebhaber in "Twilight" bis hin zur düsteren Horrorfigur in zahlreichen, immer neuen Hollywoodschinken.
Und so sagt eben unser Bild, welches wir uns vom Vampir machen, letztlich mehr über uns selbst als über seinen Ursprungsmythos in den fernen Karpaten.
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