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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
77 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der historische Hintergrund des Dracula-Mythos,
Von
Rezension bezieht sich auf: Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes (Taschenbuch)
Um es vorweg zu nehmen: Ich denke, dieses Buch ist nicht nur für Dracula-Fans von Interesse. Wer sich natürlich ohnehin bereits für die Gestalt des Grafen Dracula erwärmt hat und einen Blick über das Klischee des blutsaugenden Vampirs hinaus auf die historische Figur dahinter gewinnen möchte, für den ist dieses Buch ein gefundenes Fressen. Das Buch soll dem Zweck dienen, die historische Person des Vlad III Draculea genannt Tepes (der Pfähler) zu beleuchten und versuchen zu klären, wie aus ihm der Dracula-Mythos entstanden ist. Es beschreibt ausführlich die politischen und militärischen Verhältnisse im Europa des 15.Jh und geht mit viel Liebe zum Detail auf das Heimatland von Vlad Tepes, Siebenbürgen und später die Wallachei, ein. In der Beschreibung der Lebensgeschichte des Woivoden (ungarisch: Fürst) beschränkt er sich nicht nur auf ihn, sondern geht auch auf seinen Vater und seine zwei Brüder und deren Rollen in seinem privaten und politischen Leben ein. Gut Gefallen haben mir auch zwei Exkurse innerhalb des Buches. Zum einen zur Militärischen Organisation der Osmanen, von denen Vlad Tepes vieles gelernt hat, gegen die er aber auch beständig im Krieg lag, zum anderen zur Grausamkeit im Mittelalter. Gerade dieser Abschnitt ist nichts für schwache Gemüter. Mit einer ebenfalls an Grausamkeit grenzenden Detailtreue werden die verschiedenen Folter- und Bestrafungsarten derer sich die Obrigkeit im Mittelalter bediente um Ketzer, Ungläubige, Straftäter, Homosexuelle und dergleichen zu quälen bzw. zu töten beschrieben. Höhepunkt ist hier sicherlich die Anleitung zum Pfählen, der Tötungsmethode, durch die Vlad Tepes seinen Namen bekommen hat. Ralf-Peter Märtin bemüht sich sichtlich neutral zu bleiben. Er unterläßt es nicht, den Leser deutlich und mehrmals darauf hin zu weisen, daß die Grausamkeit des Dracula Vorbildes keine Ausnahme, sondern die Regel war. Andere Herrscher standen ihm in dieser Hinsicht in nichts nach, er war sozusagen nur ein Kind seiner Zeit. Das ganze Buch ist im übrigen gespickt mit historischen Abbildungen von Städten, Personen, militärischem Gerät etc., Fotos ungarischer Landschaften und Ortschaften und original Zitaten mittelalterlicher Quellen. Das verleiht dem Buch eine gewisse Dynamik, die dem Leser, weniger das Gefühl gibt eine historische Abhandlung als vielmehr einen Roman zu lesen. Zusammen mit dem sehr ausführlichen Anhang, der das Bild abrundet, führt mich das zu einer Bewertung dieses Buches als unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich auch nur ein bischen für die Themen Mittelalter, Geschichte Europas, Militärgeschichte oder eben Vampire bzw. Dracula interessiert.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Entflechtung von Geschichte und Dichtung,
Von timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes (Taschenbuch)
Im Jahre 1431 befindet sich Vlad Besarab II., abgesetzter Wojwode der "Tara Româneasca" (Walachei), der aufgrund seiner Mitgliedschaft im Drachenorden Kaiser Sigismunds den Beinamen Dracul traegt, in seinem Exil im siebenbuergischen Schaessburg, als sein zweiter Sohn geboren wird. Als Erwachsener wird der Drachensohn (Draculea) als Vlad III. "Tepes" (der Pfaehler), von den Osmanen "Scheitanoglu" genannt, in die Geschichte eingehen......466 Jahre spaeter wird in London Bram Stokes Roman Dracula veroeffentlicht, der den gefuerchteten walachischen Fuersten zum daemonischen Vampirgrafen mutieren laesst..... Ralf Peter Maertin ist mit seinem, in Erstauflage bereits 1980 erschienenen, Sachbuch eine Entflechtung (der von Stoker beabsichtigten Vermischung) historischer Wahrheit und dichterischer Fiktion gelungen. Neben einer detailierten Biographie vermittelt der Autor dem Leser die historischen Hintergruende, Legenden und Mythen. Dabei werden zweitgenössische Propaganda gegen Vlad III. und seine Heroisierung einer Analyse unterzogen. Auch die filmischen Umsetzungen von Bram Stokers Roman und die Darsteller seines Protagonisten werden vorgestellt. In einem 24seitigen Anhang gibt es ausserdem 105 nummerierte Textanmerkungen (Quellenhinweise), ein umfangreiches Literaturverzeichnis, eine Zeittafel, sowie ein Personenregister und fuer ein Sachbuch ausserordentliches "Dramatis Personae". "Dracula - Das Leben des Vlad Tepes" kann dem historisch interessierten Leser empfohlen werden und ist aufgrund seiner zahlreichen geographischen Hinweise auch als Lektuere vor Ort (wo ein scharfzähniger "Szeklergraf" unbekannt ist) bestens geeignet. Der aussergewoehliche Klassiker ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine lesenswerte historische Betrachtung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes (Taschenbuch)
"Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes" ist ein nüchtern geschriebenes Buch, welches die Rahmenbedingungen und die Regentschaften von Vlad Tepes im historischen Kontext behandelt. Das Titelbild vermag hier falsche Assoziationen zu wecken - der Vampir "Dracula" steht beileibe nicht im Kern der Betrachtungen, der Vampir-Mythos als solcher wird nur kurz gegen Ende angesprochen. Vielmehr geht es um den historischen Vlad Tepes, und noch mehr geht es um die Wirren der Zeit, in denen er regierte.Als historisches Sachbuch kann "Dracula: Das Leben des Fürsten Vlad Tepes" durchaus überzeugen. Der Autor versteht es, die komplexen politischen Gegebenheiten und die zahlreichen politischen Fraktionen der REgenschaftszeit von Vlad Tepes anschaulich darzustellen. Er macht deutlich, dass Vlad Tepes in einer enorm heiklen und spannungsreichen Zeit an die Macht kam - und zahlreiche seiner Handlungsweisen von just dieser Zeit und den Umständen möglicherweise diktiert waren. Um dies darzustellen und diesem Rahmen gerecht muss der Autor selbstverständlich weiter ausholen, und so sei angemerkt, das Vlad Tepes als solcher erst ab Seite 90 dieses 170 Seiten umfassenden Buches in den Mittelpunkt der Schilderungen rückt. Es wäre womöglich treffender gewesen, das Buch "Die Zeit des Vlad Tepes" zu nennen, da eben Vlad Tepes als solcher auch nur einen Teil der Beschreibungen einnimmt und der historisch / politische Kontext dem Autor genauso wichtig ist. Wer allerdings ein Buch sucht, welches Vlad Tepes beurteilt und analysiert wird wohl tendenziell etwas vermissen - der Fokus dieses Buches ist globaler und daher schlichtweg ein anderer. Die Kontroverse, ob Vlad Tepes nun ein Held, ein sadistischer Diktator oder schlichtweg ein Produkt seiner Zeit war wird eher sekundär behandelt, eine abschließende Betrachtung nimmt der Autor nicht vor. Für Fans des Vampir-Mythos ist dieses Buch sicherlich grundsätzlich lesenswert, weil der Name Vlad Tepes mit diesem fast untrennbar verwickelt ist. Allerdings sei betont, dass Fans von Vampiren hier nicht sonderlich fündig werden, dem Autor geht es um reale Tatsachen, Bram Stoker und sein Roman werden nur gegen Ende angesprochen. Alles in allem eine lesenswerte historische Betrachtung für alle geschichtlich Interessierten - Fans der Vampir-Legende werden alelrdings etwas enttäuscht sein (für die gibts aber mehr als genug auf dem Markt). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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