Meine Rezension enthält wichtige Teile der Handlung, wer das Buch noch nicht gelesen hat sollte diese Rezension nicht lesen.
Dieses Buch ist und so glaube ich der erbärmlichste Versuch von Effekthascherei der mir jemals untergekommen ist! Als ich erfuhr, dass der Großneffe von Bram Stoker eine "ofizielle" Fortsetzung der Geschichte um den Vampirgrafen schreibt, war ich begeistert!
Ich meine, das ist sozusagen "Familientradition" ein Erbe das man weiterführt. Meine Güte wie ich mich getäucht habe!
Ich kann nicht zum Ausdruck bringen wie verflucht wütend ich bin. Und ich kann es nicht fassen das jemand diesen Schund überhaupt veröffentlicht hat. Aber der Name Stoker öffnet wohl Türen die talentierteren Autoren wohl für immer verschlossen bleiben.
Ich möchte hier wirklich nur ein paar der Kritikpunkte anführen:
* Die Figuren. Natürlich man kennt sie. Dracula war der erste Gruselroman den ich gelesen hab. Und es ging um eine Gruppe aufrechter Menschen die ausziehen um das schier unbesiegbare Böse zu vernichten. Und was ist in diesem Buch aus ihnen geworden:
- Drogensüchtige
- Säufer
- Wahnsinnige
ein schöner Querschnitt durch die Irrenhäuser des 19. Jahrhunderts sozusagen. Herrlich, war das wirklich nötig, ALLE aber wirlich ALLE Helden einem solchen Schicksal preiszugeben?
* Unser Bösewicht. Ja die Gräfin Bathory, die Blutgräfin, ein Thema das wohl genauso ausgelutscht ist wie Dracula selbst. Herr Stoker dachte wohl eine "einfache böse Killervampirin" reicht nicht für sein Machwerk. Nein dachte er sich da wohl lassen wir sie noch ein faible für SM Praktiken haben und oh bevor wir es vergessen...lesbisch ist sie auch noch...also haben wir hier eine böse, sardistische, Lesbenvampirin mit faible für SM Praktiken die auch noch Jack the Ripper ist beide Daumen nach oben....wirklich irgendwann ist alles Over the top oder?
* Van Helsing ist Böse! Und Dracula ist der Gute...Gottes persönlicher Vampirkrieger -.- der Lucy und Mina geliebt hat und sie nur vor dem armen Irren van Helsing retten wollte...gut man kann alles irgendwie interpretieren...aber irgendwann reichts auch mal. Dracula = gut? Hat er irgendwann auch mal geklitzert oder ist mir das entgangen?
* Das der "Held" unserer Geschichte, Quinzie, ein ausgemachter Vollidiot ist, brauch ich ja wohl nicht noch zu erwähnen oder?
* Oh und seit Dan Brown ist es wohl Usus geworden, dass man fast jedes einzelne Kapitel mit einem Mini- Cliff-Hanger versieht obwohl man eh doch schon weis wie der ganze Schmu endet.
* Dazu kommen noch solche wunderbaren Sätze wie "ich bin Draculas ehebrecheriche Hure!" oder das Mina Dracula andauernd ihren "dunklen Prinzen" nennt. -.- ist mir da irgendwas zwischen den beiden entgangen als ich das Original gelesen habe????
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So das reicht jetzt mal, zum Thema Inhalt. Solche oben erwähnten Oneliner eignen sich sicherlich prima für das Kinoplakat...denn Ja dieser ganze Schund wird NATÜRLICH verfilmt...einzusehen unter IMDB. Dort kann man auch die Filmprojekte unseres ausgewiesenen Draculaexperten Ian Holt einsehen. Solche cineastischen Meisterleistungen wie "Dr. Chopper". Denn einige Szenen dieses Buches schreien förmlich danach "verfilme mich Michael Bay...explodierende Kutschen....oh ja kommt gut auf ner Leinwand"
Und wieder einmal bin ich reingefallen.
Es gibt gute Bücher zum Thema Dracula, wie Dracula kehrt zurück von Freeda Warrington. Doch bitte Dacre Stoker verschonen Sie uns mit noch einem Buch aus ihrer Feder!!!!!