Dies ist meiner Meinung nach eines der gelungensten Bücher der Autorin mit dem unnachahmlichen Schreibstil. Im ersten Teil taucht sie tief in die Mythen- und Symbolwelt ein, um zu beleuchten, woher die bekannten Drachensagen eigentlich kommen, und wie sich im Laufe der Jahrtausende - von der sumerischen Tiamat als Weltgebärerin und Chaosmutter bis zu den christlichen Drachentötern - die ursprünglichen Bedeutungen wandelten, geradezu pervertiert wurden. Dass das kein matriarchales Hirngespinst ist, zeigen die vielen historischen Quellen, die Luisa anführt. Im weiteren Verlauf des Buches zeigt sie auf, wie Frauen heutzutage immer noch unter den Auswirkungen der Dämonisierung des weiblichen Blutes leiden. Das ist kein feministisches Gejammer, dafür sorgt schon Luisas direkter, humorvoller Schreibstil, der weit von der salbungsvoll-mystischen Sprache üblicher Esoterik- oder Hexenliteratur entfernt ist. Sie gibt ganz praktische, ermutigende und inspirirende Tips, wie Frauen auf natürliche Weise mit ihren weiblichen Zyklen, ihrem Menstruationsblut, ihrer Drachenkraft umgehen können. Man merkt ihr an, dass sie mit jeder Faser ihres Körpers und ihres Herzens das lebt, was sie schreibt, und mich begeistert vor allem die Kombination aus handfester wissenschaftlicher Mythenforschung und persönlicher spiritueller Gedankenwelt, dazu der "gnadenlose" Umgang mit der christlich-patriarchalen Frauenfeindlichkeit, die Entschleierung der Tabus, aber auf eine völlig unverkrampfte und fast fröhlich-schulterzuckende Weise, nach dem Motto: "Seht her, wir Frauen haben diese ganzen uralten Symbole und Mythen, aus denen wir Kraft schöpfen können, das sind unsere Wurzeln". Danke Luisa, und ich möchte dieses Buch eigentlich jeder Frau schenken, die mir über den Weg läuft!