Ich muss schon gestehen, dass ich nach Erscheinen des ersten Buches ein wenig verunsichert war: Teilweise wir das Buch (wie fast alle anderen von MW) in den höchsten Tönen gelobt und dann - sehr zu meiner Verwunderung - gab's auch einige, zahlreiche Negativmeldungen zu verzeichnen. Das schien mir dich vorerst sehr ungewöhnlich. Zu meiner großen Verwunderung gab es gerade bei den Votern, die den ersten Tiel lobten und preisten, entsprechend schlechtes Feedback für den zweiten Teil. Soviel zur Vorgeschichte.
Ich habe mich trotz der nun aufkeimenden Bedenkens dazu durchgerungen, die ersten beiden Bände zu bestellen und natürlich auch zu lesen. Soviel vorab: Was mich am meisten nervt ist, dass man auf den dritten Teil nun wieder knapp ein halbes Jahr warten muss - ich für meinen Teil werde bis dahin wieder 80% des Gelesenen vergessen haben. Aber das soll nicht euer Problem sein.
Zu den Büchern:
Die Inhalte möchte ich ungern wiederholen, die hat man in zig anderen Rezessionen mehr oder weniger begierig gelesen. MW bedient sich in diesem Epos einem ganz besonderen Thema: den Drachen. Nichts Neues? Stimmt, aber diesmal flattert so ein geflügelter Lurch nicht einfach mal durch die Lüfte und stellt mit ein wenig Charisma und finsteren Gedanken ein interessantes Kanonenfutter dar - nein, es geht wirklich um "drachiale Emotionen", Lebensgwohnheiten, das Wesen an sich etc.
Weis hat auch in diesem Zyklus wieder bewiesen, dass sie glaubhafte, interessante und passende Charaktere entwickelt und durch die Story steuert. Gerade das macht die Autorin seit Jahren aus und das nimmt Ihr keiner aus der Hand! Und was wir wohl alle in Ihren Erzählungen lieben: Es kommt ständig anders als man denkt! Dieses Schema sah man schon früher in anderen Wälzern von MW, aber es trifft gerade hier besonders zu und das halte ich den Büchern (bis dato) sehr zu Gute! Hierfür hat das Ganze auch mindestens vier Sterne verdient, aber...
es treten leider einige Ungereimtheiten zu Tage, die den Lesespaß in ungewohnter Weise trüben. Nicht jeder Roman kann besser als sein Vorgänger sein - ich glaube MW hat über Jahrzente bewiesen, dass sie und ihr Team anspruchsvolle (sofern es das gibt) Fantasy schreibt und das sicherlich auch in den nächsten zehn Jahren tun wird.
Insgesamt hätte man (ebenfalls wieder: bis dato) aus dem Thema "Drachen" wesentlich mehr entwickeln können. Hier machte sich dann bei mir eine gewisse Enttäuschung breit. Der Schreibstil weckt doch an der einen oder anderen Stelle die Frage, ob da nicht vielleicht ein "Ghosti" an den Tasten klebt. Gerne hätte ich dem Epos bis hierhin eine 3,5 gegeben, aber das ist technisch leider nicht möglich. Eine 4 ist es nicht, aber die 3 erscheint mir doch irgendwo zu wenig...
Ich hoffe, ich konnte euch irgendwie helfen. Ich habe in den letzten Monaten viel anderen Mist gelesen, da muss ich sagen, dass ich eine "durchschnittliche Margaret Weis" zehnmal lieber lese als einen (fast) immer langweiligen Hohlbein.