Der zweite Teil der fantastischen Romanreihe von Naomi Novik über den fabelhaften Drachen Temeraire und seinen Kapitän William Laurence. Käpt'n Laurence ist mittlerweile mehr oder weniger in die Reihen der Drachenreiter eingebunden. Er und sein großer (Wie wir inzwischen wissen Himmelsdrache) Temeraire haben ihre erste Bewährungsprobe und Kampf gegen die französischen Invasionstruppen- erfolgreich bestanden. Doch zum ausruhen oder gar feiern haben sie keine Zeit. Den inzwischen haben die Chinesen bemerkt, dass ihr großzügiges Geschenk, "Temeraire" das eigentlich für den Imperator Napoleon bestimmt war, in die Hände der Briten gefallen ist. (Schicksal ! würde ich sagen). Für sie ist es grade zu eine Beleidigung ein Sakrileg einen so wertvollen Drachen wie Temeraire in den Händen eines einfachen Soldaten zu sehn. So entsendet der Kaiser eine Delegation an den Londoner Königshof, um die sofortige Herausgabe Temeraires zu erzwingen. Schon nach wenigen Seiten befindet sich Laurence in einem Konferenzsaal und macht Bekanntschaft mit dem Prinzen Yongxing. (Ein mehr als unsympathischer Zeitgenosse). Er beleidigt Laurence wenn er überhaupt mal mit ihm spricht, für ihn ist er ein Mann niederen Standes und es ist einfach ein Frevel einen Himmelsdrachen für solch barbarische Zwecke einzusetzen. Tja...Dekadent und überheblich wie die meisten Adligen aus dem frühen 19ten Jahrhundert mag man denken. Doch es steckt durchaus "System" dahinter. Laurence weigert sich strikt und unter Einsatz seines Lebens, seinen geliebten Drachen den Chinesen einfach zu übergeben, nach vielen Verhandlungen beschließt der Prinz das Laurence einfach mitkommt um im fernen Osten Chinas über das weitere Schicksal von Temeraire "der von den Chinesen immer respektvoll mit Lung Tien Xiang" angesprochen wird zu entscheiden...So beginnt eine lange ..lange Reise nach China. Sicher zu damaliger zeit mag das sicher mehr als ein halbes Jahr in Anspruch genommen haben, aber ein bisschen weniger hätte dem Buch gut getan. Denn fast die Hälfte des Buches findet auf dem Schiff statt, dem Drachentransporter "Alligence". Aber selbst auf dem beengten Raum findet außerordentlich spannendes statt, z.B. der Kampf mit der Seeschlange. Temeraire stellt sich ihr tapfer entgegen, doch merkt auch an das von ihr keien bosheit auszugehn scheint, sie ist nur erschrocken und wo möglich hungrig. Doch leider unterliegt dieses fantastische wesen den angriffen, aber es tut Temeraire sehr leid und er schämt sich, da die Schlange nicht aus Bosheit angegriffen hat. Hier kommt wieder sehr schön Temeraires kluge aber dennoch naive denkweiße zutage, die es einem schwer machen etwas rationales zusagen. Auch im vorsichtig zu erklären, wozu "Sklaven" gebraucht werden stößt bei ihm natürlich auf tiefste Ablehnung und Abscheu. Zurecht leider sieht das sein Land wofür er kämpft anders. Dennoch sind die Gefahren auf dem Ozean nichts im Vergleich zu der Bedrohung die im Land der Aufgehenden Sonne auf sie wartet.
Temeraire ist Feuer und Flamme von der Größe und Schönheit der Stadt Hongkong, die extra Drachenfreundlich gebaut wurde. Und hier nimmt auch der "Untergang" seinen Lauf der in den folge Bänden eine wichtige Rolle spielen wird.. .Temeraire's Erkenntnis. Durch verschiedene Erlebnisse erkennt Temeraire wie schlecht das britische Empire ihre so wertvollen Drachen behandelt. In China lernen junge Drachen zusammen in der Schule, Erwachsene Drachen gehen vielfältiger Arbeit nach um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und jeder bringt ihnen Respekt und Freundlichkeit entgegen. Was dem durchaus eitlen Temeraire natürlich sehr gefällt. Grade er als Seltener "Himmelsdrache" (Von denen es nur noch 8 stück auf der ganzen Welt gibt) freut sich Ausehrordentlich als man ihm schmuck anbietet und was viel toller ist, man kocht für ihn...und zwar speisen die selbst der Kaiser nicht bekommt. In England bekommt er rohes fleisch ohne alles. Auf diese schöne beschriebene art wird einem klar wie sehr England (und der Rest der Welt...bis auf Frankreich) ihre Drachen im Grunde verachtet. Sie behandeln sie wie Tiere. Was nicht der Fall ist. Sie denken kreativ, haben Gefühle, Wünsche...all das möchte Temeraire in England einführen wenn er wieder zuhause ist... aber will er überhaupt wieder dort hin zurück?. Kann er seinen geliebten Captain den er eifersüchtig beschützt wie all seinen Besitz einfach verlassen?. All diese fragen sind quälend und auch dem armen Laurence ist das Herz schwer, den als Mensch ist es schwer für ihn in diesem Land fuß zufassen. Yongxing ist mit seinen Intrigen und unmoralischen Angeboten nicht allein.. Denn als Prinz Chinas hat er ebenfalls einen Himmelsdrachen oder besser gesagt Drachin an seiner Seite. Die Schneeweiße Drachendame "Lung Tien Lien". Ein Prachtexemplar, wenn man von ihrem Arroganten wesen, bösem naturell und Barmherzlosigkeit mal absieht. Sie wird zu einem Gefährlichen Feind werden. Sie zeigt von vorne rein was sie von Temeraire hält, nämlich "nichts". Zugegeben Lien ist eine Gelehrte sie kann schreiben, lesen, rechnen besser als mancher Mensch. Das spornt Temeraire unglaublich an, und übersieht dabei beinahe die Gefahr die für seinen Käpt'n ausgeht. Es kommt in einem furiosen Finale zu einer Entscheidung.
Ich möchte jedem der Drachen liebt und einmal etwas "neues" lesen möchte, diese Reihe ans Herz lesen. Es ist so eine willkommene Abwechslung diese fantastischen Wesen auch mal ohne Magie und übermäßige Kämpfe und Kriege zusehen. Die Temeraire Romane zeigen die Zwischenmenschlichkeit und Freundschaft, die dass Band zwischen Drachen und Mensch hervor bringen kann. Nicht zögern zugreifen, dieses Buch und die anderen 6 Teile (werden voraussichtlich 10 werden) ist ein Augenschmaus für jedes Bücherreal. "blanvalét Verlags Ausgabe"