Musketiere und Drachen hat sich einfach toll angehört, aber ich kam lange überhaupt nicht in das Buch hinein. Die unübersichtlichen kurzen Episoden mit immer wieder neuen Charakteren fand ich oft sehr verwirrend. Ich hatte auch das Gefühl, die Charaktere verschwimmen miteinander, ich konnte keinen anfangs richtig greifen und verwechselte sie fast. Die ständigen Perspektivwechsel waren einfach nur unübersichtlich aneinandergereiht und durch ihre Kürze wechselten sie auch zu schnell, um eine Beziehung zu einer der Personen herstellen zu können oder gar ihre Motivation zu erkennen. Ich lernte die Figuren gar nicht richtig kennen, was ich immer sehr schade finde. Mir war zudem lange Zeit nicht wirklich klar, worum es überhaupt genau ging. Erst im letzten Drittel waren mir die Personen wenigstens etwas bekannt, wenn sie mir auch nicht nahe kamen.
Dazu kommt der, wie ich finde, monotone Schreibstil. Oft hatte ich das Gefühl, ein langweiliges Drehbuch zu lesen, in dem beschrieben wird, was nun der einzelne nacheinander tut. Wie ein Aufzählung ohne Emotionen. Mir fehlten die Gefühle der Charaktere, sie wirkten richtig unbeteiligt, selbst in großer Gefahr. Irgendwie seltsam...
Was die Drachen und die Magie betrifft, fehlten mir hier auch die Hintergründe. Ich hätte gerne mehr über dieses Volk und was dahintersteckt erfahren, aber da wurde wirklich an Informationen gespart. Sehr schade.
Ich wollte das Buch schon einige Male weglegen, habe aber immer gehofft, es wird interessanter werden. Etwas besser wurde es dann im letzten Viertel, als die Spannung anzog und sich "das Knäuel" etwas entwirrte. Das Ende hat offene Fäden, deren weiterer Verlauf mich schon interessieren würde, aber der emotionslose Stil schreckt mich doch ab, ein evtl. zweiten Teil zu lesen.
Nach so viel Vorfreude auf ein Mantel-Degen-Fantasy-Abenteuer bin ich wirklich enttäuscht von dem Buch, besonders, da es eigentlich eine interessante und spannende Idee ist.
1,5 Sterne