Mit Freuden habe ich den 2. Band um die Drachen und die Drachentöter von Markus Heitz verschlungen.
Der Band setzt einige Zeit nach dem Roman "Die Mächte des Feuers" ein, genügend Zeit, dass Silena und Grigorij eine eigene Drachenjägereinheit aufstellen konnten: die Skyguards, stationiert in New Edinburgh. Neben den Handlungssträngen um Silena, ihren Gatten wird das Hauptaugenmerk außerdem auf ein Medium in York gelegt, das nach Russland reist, um den Weltenstein aufzuspüren. Außerdem werden die Intrigen zwischen den Altvorderen und anderen Drachen in Europa diesmal direkt beschrieben (und nicht aus der Sicht der Protagonisten).
Die Welt geht von einer hochinteressanten Prämisse aus: Was wäre die Weimarer Republik, wenn es Drachen und Magie gäbe? Darauf aufbauend gibt es Zeppeline, Automobile, Schusswaffen, Magie, Medien, die wirklich in Kontakt mit den Toten stehen und vieles mehr.
Mit Spannung und viel Action führt die Spur des Romans nach Kiew, St. Petersburg, Hamburg, Amsterdam, München und noch ganz woanders hin. Dabei ist Heitz (wie immer) nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Gefährlichkeit der Bösewichter zu veranschaulichen. Ein paar der "Überraschungen" waren vorhersehbar, andere Wendungen haben mich dagegen auf dem kalten Fuß erwischt (für was die Minen eingesetzt wurden). Und dann kurz vor Schluss dreht sich der Roman. Es treten neue Figuren auf den Plan (oder werden von der Bildfläche entfernt) und der Titel kriegt mit einem Mal eine gaaanz andere Bedeutung. Dabei fand ich den neuen Drachenjäger (und seine Freundschaft zu Silena) besonders interessant.
Dieser Schnitt ist zu abrupt, das wäre eigentlich eine Handlung für einen eigenen Roman gewesen, der als Cliffhanger mit der Vorstellung der neuen Personen und ihrem Ansinnen eingeleitet werden könnte. Außerdem passt die Handlung um die Lady Snickelwhite (so spannend sie auch ist) nicht unbedingt zu dem Roman selbst, da sie ein eigenes Ende unabhängig von der sonstigen Handlung hat.
Zum Abschluss werden noch ein paar Mosaikstein hin und her geschoben, damit auch ein dritter Roman in diese Welt passt. Dabei fand ich den letzten Kampf gegen den Wahnsinnigen (und sein Ende) besser in einem zukünftigen Band aufgehoben. So wurde leider nur Potential im Nachdieseln verschenkt. Ich hätte es besser gefunden, die Geschichte in und um Deutschland abzuschließen. Dann wäre auch die zeitversetzte Erzählungsweise im letzten Teil nicht notwendig gewesen.