Die Idee fand ich faszinierend.
In eine Welt einzutauchen, die in den Elfen-Romanen immer wieder eine Erwähnung findet.
Das Buch kaufte ich mir am Erscheinungstag.
Der Funke konnte leider nicht überspringen.
Zunächst fällt die Sprache negativ auf.
Ausdrücke wie "Na Super", "Ganz toll", "Na Ja" usw. erwarte ich nicht zwingend in einem Buch, dass zwar eine reine Phantasirgeschichte erzählt, vom Prinzip her dennoch in einer mittelalterlichen Umgebung angesiedelt ist.
Die Sprache ist zu modern, zu einfallslos.
Einmal wird sogar ein Sprichwort erwähnt, dass 1:1 aus "unserer Welt" übernommen wurde.
Das zeigt einfach nur, dass dieses Buch etwas lieblos geschrieben wurde.
Die Charaktere sind bei weitem nicht so prägnant wie in früheren Elfen-Romanen.
Figuren von der Tiefgründigkeit einer Emmerelle, eines Ollowain, Mandred, Michelle, Honoré, Liliane, Luc oder Gishild, Sylwina oder Skanga (Sorry, wenn nicht alle Namen ganz korrekt geschrieben wurden) sucht man vergebens.
Obwohl das Buch über 1000 Seiten fasst wurde meiner Meinung nach zu viel erzählt, die Figuren kommen oberflächlich und austauschbar daher. Selbst die Hauptfiguren wie Gonvalon oder Nandalee.
Besonders entäuschend sind die Drachen.
Wie soll ich sagen...sie wirken für mich nicht wie Drachen. Klingt komisch, ich weiss, aber anders kann ich es nicht sagen.
Wenn nicht ständig erwähnt werden würde, dass es sich um Drachen handelt, würde ich sie einfach für mächtige Menschen halten.
Sie wirken in keiner Weise fremdartig oder anders als Menschen, der Autor schafft es nicht ihnen eine eigene Persönlichkeit zu geben.
Sie wirken auch nicht besonders weise oder tiefgründig, sondern bestenfalls etwas einfältig.
Bei den Elfen ist es nicht wirklich anders.
Sie wirken auch sehr primitiv, was aber vielleicht Sinn machen soll.
Immerhin sind die Elfen in dieem Buch noch lange nicht an dem Punkt ihrer Entwicklung aus den folgenden Büchern angekommen, sondern eben nur Sklaven der Drachen.
Ein geheimer Charakter kommt vor von dem im Buch immer nur als "ER" gesprochen wird.
Im Text steht dann wirklich immer ER. oder "IHM" oder "SEINE".
Tatsächlich ist es so gedruckt.
Der Autor will vielleicht die Egozentrik des Charakters deutlich machen, aber ein guter Autor hat es nicht nötig auf solche plumpen, grammatikalischen Hilfsmittel zurückzugreifen, sondern sollte solche Eigenschaften durch den Text deutlich machen.
Das Buch wirkt auf mich irgendwie kindlich, nicht zwingend für Erwachsene geschrieben.
Es ist alles andere als schlecht und bei weitem besser als viele andere Fantasybücher die ich bisher gelesen habe.
Würde ich es mit diesen Büchern messen würde ich vier oder sogar fünf Sterne geben.
Messen lassen muss sich das Buch jedoch mit den anderen Büchern der Reihe.
Und da fällt es einfach deutlich ab.
Es ist nicht so gut wie "Die Elfen", viel schlechter als "Elfenwinter" und nur leicht schlechter als "Elfenlicht" und dann wieder nicht so gut wie "Elfenkönigin".
Die Qualität des Dreiteilers "Elfenritter" wird hingegen nichtmal im Ansatz erreicht.
Da hat Hennen wirklich gezeigt was er konnte.
Warum jetzt nur ein eher mittelmäßiges Werk entstanden ist, kann ich nicht sagen.
Die Geschichte ist zu zerfahren, die Figuren zu oberflächlich oder gar zu lächerlich und dem Buch geht eines wirklich zu sehr ab:
Phantasie.
Dennoch habe ich es gern gelesen und der Beitrag hier spiegelt sowieso nur meine Meinung wieder. Keiner soll sich vom Kauf des Buches abgehalten fühlen ;)
Elfenfreunde werden sicher ihren Spaß haben.
Den hatte ich auch.
Aber eben lange nicht so viel wie mit den anderen Teilen.
Diese habe ich sogar mehrmals gelesen, was bei dieem Buch sicher nicht passieren wird.
Ich hoffe auf Teil 2 und 3 der "Drachenelfen".