8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bizarre Szenarien, 28. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Drachenbrut (Taschenbuch)
SF-Altmeister Jack Vance ist seit etwa 50 Jahren einer der bekanntesten und schillernsten Schriftsteller des Genres. Stets verblüffen seine Figuren durch ihre charmanten charakterlichen Eigenheiten, stets sind seine Szenarien im wahrsten Sinne des Wortes unirdisch.
Im vorliegenden Band sind 4 Novellen zu einem Buch zusammengefasst, die einen repräsentativen Schnitt durch Vances Phantasie darstellen. In der Titelgeschichte verteidigen sich Siedler auf einem fremden Planeten gegen fremde Wesen mit Hilfe von genmutierten Nachkommen derselben... aber auf eine derartige Idee sind auch die Angreifer gekommen... Die weiteren Geschichten handeln von den Entwicklern lebender Häuser und ihren bizarre Maßnahmen um Schutz gegen Diebstahl; von der Welt der Druiden und ihrer Symbiose mit dem BAUM, und von den letzten Burgen der Menscheit und ihrem Untergang in einer ferner Zukunft. Unbedingt lesenswert!
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4.0 von 5 Sternen
Sammelband mit vier Novellen des Altmeisters, 2. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Drachenbrut (Taschenbuch)
Die letzte Festung (1966): Eine Parabel über die menschliche Hybris. 3000 Jahre war die Erde nach dem Sechs-Sterne-Krieg weitgehend menschenleer, bis einige reiche Herren von Altair beschlossen, zurückzukehren. Rund 700 Jahre später haben sie sich in ihren neun Burgen bequem eingerichtet, fern von den Niederungen weltlicher Mühsal, versorgt und bedient von den unterworfenen Rassen der Meks, Bauern, Phains und der Vögel. Als die Meks geschlossen rebellieren und eine Burg nach der anderen fällt, haben die Edelleute von Burg Hagedorn die Wahl, ihren Stolz und Dünkel über Bord zu werfen oder zu sterben. Beinahe grotesk: die Schilderung aus Sicht der Edelleute, die sich gar nicht bewusst sind, welch grausame Herren sie sind. 5 Sterne!
Die Drachenreiter (1962): Auf dem Planeten Aerlith lebt eine Gruppe Menschen völlig abgeschnitten vom Rest der Menschheit - ja, sie wissen nicht einmal, ob das menschliche Imperium noch besteht. Immer, wenn der Stern Coralyne in der Nähe von Aerlith vorüberzieht, greifen die Grephen an (intelligente, raumfahrende Drachen), plündern und rauben Menschen, um sie zu versklaven. Einst fielen 23 Grephen in die Hände von Kergan Banbeck; von ihnen stammen mehr als ein halbes Dutzend verschiedene Drachenrassen ab, die ihrerseits von den Menschen gezüchtet und als Kämpfer eingesetzt werden. Nun naht Coralyne erneut, und Kergans Nachfahre Joaz Banbeck befürchtet einen neuen Überfall. Doch sein ärgster Gegner Ervis Carcolo, Herr von Glückstal, denkt nicht daran, sich mit ihm zu verbünden, sondern führt seine Armee gegen Banbeck ins Feld. Dann erfolgt der Angriff der raumfahrenden Drachen, und da sind auch noch die sonderbaren Geweihten, die undurchsichtige Ziele verfolgen... verkorkste und schwer nachvollziehbare Beschreibung der Örtlichkeiten, viel unerfreuliches Gemetzel - 2 Sterne.
Der Baum des Lebens (1951): Ein cleveres Intrigenspiel! Die Suche nach Harry Creath führt Joe Smith, einen Erdgeborenen, auf den Planeten Kyril - ungefähr 1000 Lichtjahre vom Heimatplaneten der Menschheit entfernt, den man hier für eine Legende hält. Wie üblich ist er abgebrannt und gezwungen, einen Job anzunehmen. Hableyat, ein hochrangiger Regierungsvertreter vom Planeten Mangtse, verschafft ihm eine Anstellung als Chauffeur und Mechaniker bei den Druiden, der herrschenden Oberschicht Kyrils, die im Baum des Lebens residieren; einem gut ein Dutzend Meilen großen Baum, Mittelpunkt der Religion und des Herrschaftssystems. Smith wird unschuldig in eine Mordsache verwickelt und muss Kyril Hals über Kopf verlassen. Ganz nach den Plänen Hableyats verstrickt er sich tief in den Konflikt zwischen Kyril und Mangtse um die politische Vorherrschaft in diesem Sektor der Galaxis. Wendungsreich, pointiert, gut durchdacht: 5 Sterne.
Die Häuser von Iszm (1964): Puzzlespiel mit Parallelen zur vorherigen Story. Aile Farr, ein Botaniker von der Erde, kommt auf den Planeten Iszm. Die Einwohner halten das Monopol für Bäume, die in Form von Häusern heranwachsen. Zunächst unter Generalverdacht wie jeder Besucher, gerät Farr auf dem Tjiere-Atoll unvermutet in einen Überfall auf eine Plantage; danach wird er von Zhde Patasz, einem der hiesigen Züchter, überaus freundlich in dessen luxuriösem Baum-Haus als Gast aufgenommen. Auf dem Rückflug zur Erde gerät Aile Farr in Lebensgefahr, dann unter Mordverdacht, als der Attentäter und seine Frau erschossen aufgefunden werden. Anscheinend haben mehrere Parteien Interesse an Farr, doch warum? Nicht ganz so raffiniert wie "Der Baum des Lebens", etwas leichter durchschaubar, aber amüsant und spannend geschildert: 4 Sterne.
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4.0 von 5 Sternen
guter Mix!, 29. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Drachenbrut (Taschenbuch)
Alles in allem ein sehr schöner Mix an Fantasy mit Scifi-Elementen. Was mich am meisten gefreut hat, waren die doch manchmal seltsam anmutenden Szenarien, die Vance hier entwirft. Anfangs noch etwas gewöhnungsbedürftig, war ich am Ende fast schon traurig die letzte Seite aufzuschlagen. Meiner Meinung nach, eins der besseren Bücher von Vance.
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