Die Nachricht, dass Todd McCaffrey alleine einen Pernroman geschrieben hat, habe ich schon vor einiger Zeit erhalten. Seit dem habe ich mit mir gehadert und wusste nicht, ob ich mir diesen kaufen sollte oder nicht. Meine Neugier, mein Interesse und vor allem meine Wunsch als Fan, alle Bücher über Pern zu besitzen, haben dann gesiegt.
Zuerst ein bisschen was zum Inhalt:
Es gibt zwei parallel verlaufende Handlungsstränge in zwei verschiedenen Zeiten. Diese Tatsache wird zu Beginn nicht erklärt und sorgt so für einen gewissen Grad an Verwirrung. Aber im Laufe des Buches wird klar, was beide Zeiten und ihre Geschichten miteinander zu tun haben. Ein äußerst geschickter Schachzug von Todd McCaffrey, der für Spannung sorgt.
Die erste Zeitlinie spielt knapp 500 Jahre nach der Landung auf Pern und kurz vor dem dritten Vorbeizug des roten Sterns. In dieser Geschichte wird von einer mysteriösen, tödlichen Seuche erzählt, die nicht zu heilen ist, nur Drachen und Feuerechsen befällt und unzählige Drachen dahinrafft. Ein Wettlauf mit der Zeit für die Hauptpersonen um ein Heilmittel beginnt. Nicht nur da der Tod eines Drachen ein äußerst schreckliches Ereignis darstellt, sondern da der Fädeneinfall unmittelbar bevorsteht.
Die zweite Zeitlinie spielt knapp 60 Jahre nach der Landung und der erste Vorbeizug des roten Sterns ist vorüber. Es handelt sich um die Geschichte der Genetikerin Windblüte, die viele Leser bereits aus dem Roman „Drachendämmerung“ kennen. Hier werden einige Ansichten über sie ins rechte Licht gerückt und natürlich auch eine besondere Gegebenheit ist Mittelpunkt dieser Geschichte.
Näheres will ich hier nicht verraten…
Ich muss nach „Drachenwege“, dass mir nicht so gefallen hat, sagen, dass ich angenehm von Todd McCaffrey und seiner Kreativität überrascht war. Die Geschichte ist in sich stimmig, fügt sich glaubwürdig sowohl in die zeitlichen Abläufe als auch geschichtlichen Handlungen ein und die Hauptcharaktere sind gut entwickelt und greifbar. Zu Beginn der Geschichte habe ich einen Hauch von Anne McCaffrey verspürt und dennoch etwas ganz eigenes im Schreibstil von Todd McCaffrey. Kein Nachteil, finde ich – aber ob er sich behaupten kann, bleibt hier und jetzt wohl unbeantwortet….
Warum nur vier Sterne:
Trotz meiner Begeisterung für das Buch gibt es einiges zu bemängeln.
Ich schließe mich der Meinung an, dass ein Namensregister am Ende des Buches eine große Erleichterung gewesen wäre. Zwar lassen sich Namen der Drachenreiter, ihrer Drachen, Weyrzugehörigkeiten und andere Personen auseinander halten, aber es ist mühselig…
Ein weiterer Kritikpunkt sind unzählige Rechtschreibfehler, die mir aufgefallen sind, mich maßlos geärgert und den Lesefluss gestört haben. Bei einem so großen Verlag wie Heyne, sollte man doch meinen, dass so etwas nicht vorkommen darf.
Und natürlich die häufig vorkommenden Verwechslungen der Namen M`hall und M`tal, die der Übersetzerin unterlaufen sind. So etwas dürfte eigentlich nicht passieren!
Und ich muss sagen, dass Heyne selten eine so schlechte Übersetzerin eingesetzt hat. Zwar ist der Anfang gut und flüssig, aber ab der Mitte des Buches wird die Übersetzung zunehmend stockender, mit schlechter Wortwahl und so überhaupt keinem altertümlichen Sprachgefühl mehr. Das hier ist ein Sience-Fiction-Roman mit einer besonderen Sprache und kein Kinder- oder Liebesroman. Hier will ich in eine andere Welt abtauchen können, die mit der Realität im Hier und Jetzt nichts mehr zu tun hat. Aufgrund der schlechten Übersetzung verliert der Roman sehr an Qualität. Ich werde mir sicherlich in den nächsten Wochen die englische Version beschaffen und den Roman nochmal lesen!
Zum Abschluss: Ich kann diesen neuen Pernroman jedem guten Gewissens empfehlen, wenn man über die kleineren und größeren Mängel hinwegsehen kann!