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5.0 von 5 Sternen
Die Mühe lohnt sich!, 15. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Drachenbeinthron. (Taschenbuch)
Die Saga um die Welt von Osten Ard und Simon Mondkalb umfasst neben diesem ersten Teil noch folgende drei Bände: Der Abschiedsstein, Die Nornenkönigin und Der Engelsturm. Diese Rezension und auch die sternemäßige Bewertung beziehen sich nur auf den ersten Teil "Der Drachenbeinthron".
Inhalt:
Der 15jährige Simon ist ein rechter Tollpatsch und Träumer. Er lebt auf der Königsburg, dem Hochhorst, das ruhige Dasein eines ziemlich nutzlosen Küchenjungen. Das größte Glück für ihn ist es wohl, dass der Gelehrte und Zauberer Doktor Morgenes ihn unter seine Fittiche nimmt. Allerdings hat Simon, auch Mondkalb genannt, die verhängnisvolle Gabe sich überall auf der Burg herumzutreiben, nur um der Arbeit aus dem Weg zu gehen. So erfährt er schließlich auch Dinge, die ihn bei Weitem nichts angehen. Und eines Tages, bei einer seiner "Erkundungstouren", entdeckt er den vermisst geglaubten Prinzen Josua, den Bruder des Königs, der im Kerker der Burg gefangen gehalten wird.
Simon und Doktor Morgenes helfen dem Prinzen zu fliehen, was den Doktor das Leben kostet und Simon aus seinem unbehelligten Küchenjungendasein hinaus in die aufregende und gefährliche Welt von Osten Ard wirft. Nun wird er selbst zum Gejagten böser Mächte und allmählich begreift er, dass schreckliche Dinge im Gange sind, und sein König unter dem Bann des furchtbaren Sturmkönigs Ineluki steht.
Auf seiner turbulenten Flucht zur sicheren Burg Naglimund trifft er interessante Reisegefährten, zum Beispiel den weisen und freundlichen Troll Binabik, der sein Freund wird und das Mädchen Marya, die voller Überraschungen steckt. Aber auch in Naglimund angekommen findet Simon keine Ruhe, denn dort fängt das eigentliche, große Abenteuer seines Lebens erst richtig an.
Kritik:
Während der ersten 300 Seiten dieses ca. 900seitigen ersten Teiles war ich öfter mal versucht das Buch wegzulegen und es für immer zu vergessen, weil die Handlung einfach nicht spannend war. Nur der atemberaubende Schreibstil von Tad Williams und viel guter Wille haben mich bei der Stange gehalten und mich letztlich reich belohnt.
Ganz langsam und geradezu zermürbend detailverliebt führt der Autor den Leser in die Welt von Osten Ard und in das schlichte Leben des Helden Simon ein und leider gelingt es Tad Williams nicht immer den umständlichen Einstieg in seine Welt durch ein geistreiches oder spannendes Geschehen zu versüßen.
Nichtsdestoweniger schildert er jene Welt und ihre Menschen, ihre Sitten, Sagen, Religionen und Sprachen so ausgefeilt und glaubwürdig, dass man sich im späteren Verlauf der Geschichte im höchsten Maße daran erfreuen wird, weil genau diese Details der Welt von Osten Ard eine fast spürbare Realität und einen hohen Wiedererkennungswert (besonders von Orten, Namen und Personen) verleihen, etwas das vielen anderen hingeschluderten Fantasygeschichten leider abgeht.
Das Durchhaltevermögen, das man zu Anfang braucht, macht sich ab dem zweiten Drittel des Buches mehr als bezahlt, denn dann nimmt die Geschichte und ihre Handlung deutlich Fahrt auf, es wird spannend, unheimlich und trotz wachsender Komplexität richtig fantastisch. Die Bedrohung durch den Sturmkönig (er könnte Sauron übrigens nicht ähnlicher sein) nimmt Gestalt an und aus dem schlaksigen Knaben wird ein junger Mann, aus dem einfachen Küchenjungen allmählich ein Held. Aber nicht nur Simon, sondern alle Personen des Buches sind so überzeugend geschildert, dass mir bei jeder noch so unbedeutenden Figur der Geschichte sowohl das Aussehen als auch die Wesenzüge bildhaft gegenwärtig waren.
Dass sich Tad Williams bei der Erschaffung seiner Welt durchaus bekannter Elemente wie des Mittelalters, des Christentums oder der nordischen Götterwelt bedient, und dass fast alle seine Ideen nicht wirklich neu sind, mag mancher als unverschämtes Kopieren empfinden, aber da diese Saga in einem überragenden Schreibstil daherkommt (der dank einer erstklassigen Übersetzung auch dem deutschen Leser erhalten bleibt), da die Geschichte minuziös, ausgeklügelt und letztlich, trotz einiger Logikfehler durchweg überzeugend und fesselnd ist, konnte ich dem Autoren diese Nachahmung nicht nur verzeihen, sondern ich möchte sie sogar als herausragendes und gelungenes Epos ganz im Stile des großen Herrn der Fantasy bezeichnen.
Fazit:
Wer Ausdauer hat und sich nicht darüber ärgert, dass er altbewährte Erzählmuster und längst bekannte Ideen in diesem Buch antrifft, wer überbordende Fantasyepen liebt, der wird mit dem "Drachenbeinthron" den sagenhaften Auftakt zu einer schönen und wortgewaltigen Fantasy-Dichtung frei nach Tolkien lesen dürfen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein grandioses fesselndes Fantasy-Meisterwerk, 22. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Drachenbeinthron. (Taschenbuch)
Nachdem ich dieses Buch beendet hatte, war ich hin und weg. Dieser Zustand hielt bei mir so lange an, bis mir einfiel, daß der zweite Band ja im Zimmer meines Bruders im Regal stand...
Es gibt immer wieder den Vergleich mit Tolkien, doch hier ist er zum ersten mal wirklich angebracht. Tad Williams hat mir in diesem Buch das Gefühl vermittelt, die Personen dieses Buch zu kennen. Ich habe mit dem jungen Simon gelitten, mit der mutigen Miriamel gehofft. Es war bei mir bei vielen guten Fantasy-Sagen so, daß nachdem ich sie beendet hatte ein eigenartiges Gefühl der leere in mir aufstieg. Ich fühlte mich zu den Hauptpersonen hingezogen. Und plötzlich sind sie verschwunden...? Einfach weg? Aber so stark wie in diesem Buch habe ich es noch nie gefühlt. Ich habe den Engelsturm vor 2 Wochen beendet und denke immer noch an den liebenswerten Binabik, an den weisen Doktor Morgenes. Ich denke, daß jedes Fantasybuch, das ich je gelesn habe und je lesen werde, mich nicht in diesem Maße beindrucken kann. Ich habe nun das beste Fantasybuch aller Zeiten gelesen(mit dem Herrn der Ringe) und hoffe jetzt innig:"Bitte Tad, führe die Abenteur von Seoman Schneelocke weiter." Hier habt Eddings gelesen? Vergesst ihn! Ihr habt Feist gelesen? Vergesst ihn! Denn Tad Williams herrscht mit J.R.R. Tolkien über den Fantasy-Himmel. Und er steht nicht unter ihm, sondern neben ihm. Dieses Buch ist für jeden Fantasyfan ein muß. Ich habe viel Fantasybücher gelesen (Eddings, Feist, Holbein, Tolkien...), aber dieses ist das BESTE!!! Wer es nicht ließt, dem ist nicht mehr zu helfen
Simon Dörr (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
top top top, 19. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Drachenbeinthron. (Taschenbuch)
Es ist eindeutig eins der besten fantasy-bücher die bisher geschrieben wurden, auch wenn einige elemente schon leicht "abgegrast" wirken könnten (küchenjungen-klischie..)
aber tad williams baut hier in bester HdR- Manier eine eigene Welt auf, die mit ihrer Exotic keiner Fantasie nachsteht.
die vielen verschiedenen völker und rassen zusammen mit binabiks "troll-philosophie" sind einfach unschlagbar.
ich würde gerne 100,- DM für ein Nachfolgeband zahlen (am liebsten wenn dieser die Geschichte der beide Zwillinge erzählen würde) aber scheinbar hat tad williams diesen gedanken noch nciht weiterverfolgt.... :(
aber egal: auch so ist es absolut lesenswert, die einzige fantasy, die diese reihe noch toppen kann ist eigentlich nur die "lied von feuer und eis"- reihe von george r.r. martin
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