24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein geniales Buch, 4. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Drache in meiner Garage oder Die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven (Taschenbuch)
Das erste Kapitel beginnt mit einem Zitat von Einstein:
All unsere Wissenschaft ist, gemessen an der Wirklichkeit, primitiv und kindlich - und doch ist sie unser kostbarstes Gut.
Nachdem man dieses Buch gelesen hat, versteht man, was Einstein damit meinte. Wenn man versuchen will die Welt zu verstehen, dann führt nichts an der Wissenschaft vorbei. Sie stellt Theorien auf, belohnt aber gleichzeitig die Mühen derjenigen, die versuchen diese Theorien zu wiederlegen (dafür hat ja auch Einstein seinen Nobelpreis bekommen). Nur dadurch, das falsche Theorien wiederlegt werden, kann man sich der Wirklichkeit annähern. Dabei darf natürlich den eigene Vorurteile und Wünschen kein Platz eingeräumt werden. (Im Gegensatz zu Dogmatischen Glaubensystemen, die Immun sind gegen Kritik)
Carl Sagan (der Autor) glaubt an die Existenz außerirdischen Lebens. Er unterzieht jedoch die angeblichen Beweise für außerirdische Besuche auf der Erde einer kritischen Prüfung. Er hätte sich gefreut, wenn es wirklich handfeste Beweise geben würde, aber die vorhandenen (werden diskutiert) halten leider keiner Prüfung statt und sind zumeist auch widersprüchlich (teilweise sogar in sich selbst).
Folgt aus dem Vorhandensein von gefälschten oder unbewusst manipulierten oder fehlgedeuteten „Beweisen", die Existenz von Ausserirdischen (auf der Erde)? Nein!
Folgt aus dem nicht-Vorhandensein von richtigen Beweisen die nicht-Existenz von Ausserirdischen? Nein!
Das heißt natürlich nicht, dass man alles Glauben darf, was einem erzählt wird (z.B. das ein „Drache in meiner Garage" wohnt). Und dafür ist die Wissenschaft da. Man muss über Sachen staunen können, darf dabei aber nie das kritische Denken vergessen, wenn man die Wirklichkeit verstehen will.
Sagan schreibt auch über die (amerikanischen) Skeptiker (CSICOP), die Parawissenschaften untersuchen und deren Ansichten denen Sagan stark ähneln. Das deutsche Pendant ist die GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften). Einfach mal GWUP in eine Suchmaschiene eingeben.
Aber es werden auf den über 500 Seiten natürlich noch viele weitere Themen behandelt...
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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend, intelligent, unterhaltsam, lehrreich, aufklärend, 23. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Drache in meiner Garage oder Die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven (Taschenbuch)
Carl Sagans Buch "Der Drache in meiner Garage" handelt von Wissenschaft, von bloßen Behauptungen und davon, wie man beides voneinander unterscheidet.
Carl Sagan erlag 1996 einem Krebsleiden. 1934 in New York geboren, wurde er Professor für Astronomie und Weltraumforschung. Als führender Mitarbeiter bei der NASA hatte er maßgeblichen Anteil an den Viking-Missionen, den Sonden, die in den 1970ern auf dem Mars landeten und von dort Bilder und wissenschaftliche Daten zurückfunkten. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Popularisierung der Wissenschaft. In dutzenden von Büchern und Artikeln versuchte er, seine Begeisterung für die Wissenschaft und seine durch sie geprägten humanistischen Ansichten einem breiten Publikum zu vermitteln. In Deutschland wurde er Anfang der 1980er durch seine Fernsehserie "Unser Kosmos" bekannt.
Die meisten seiner Bücher haben mit moderner Physik, Biologie und Geologie zu tun, vor allem aber mit der Erforschung des Weltraums. Während die Geschichte und die Methoden der Wissenschaft in den meisten seiner Veröffentlichungen eine Rolle spielen, rücken sie selten so in den Vordergrund wie in "Der Drache in meiner Garage oder Die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven".
Der Originaltitel des 500-seitigen Schmökers, "The Demon-Haunted World. Science as a Candle in the Dark", beschreibt Sagans zentrale These ganz gut. Zwar hat wissenschaftliches Denken viele "Dämonen" vertrieben - wir wissen heute, daß Bakterien und Viren Krankheiten verursachen, und nicht böse Geister, wir wissen, daß Epilepsie eine behandelbare Störung ist, und kein Fluch, wir wissen, daß Hagel zufällig durch besondere Bedingungen in der Atmosphäre entsteht, und verbrennen keine "Wetterhexen" mehr. Aber dafür sind andere Dämonen heute an ihre Stelle getreten: Viele Menschen fürchten, von UFOs entführt werden zu können oder sogar schon mal entführt worden zu sein, haben Angst, wenn das Tageshoroskop oder ein Wahrsager etwas schlimmes vorhersagt, oder hängen der "Rassenkunde" und anderen Pseudowissenschaften an, aufgrund derer sie anderen das Leben schwer machen. Außerhalb der wissenschaftlichen Insiderkreise ist die Welt, in der sich viele heute glauben, noch genauso düster und dämonenbevölkert wie im Mittelalter. Die Dämonen haben nur ihre Namen gewechselt. Ihre Dämonen-Austreiber, die vom Aberglauben gut und bequem leben können, auch. Geändert hat sich wenig.
Sagan zeigt, daß wissenschaftlich-skeptisches Denken kein Privileg hochausgebildeter Spezialisten sein muß. Für das Spiel des Forderns und Gebens von Gründen und Belegen gibt es keine Zulassungsbeschränkung. Schon steinzeitliche Jäger gehen im Grunde wissenschaftlich vor, wenn sie ihr Wild anhand von Spuren aufspüren und sich von anderen gefundene Spuren zeigen lassen, statt vagen Ahnungen blind zu vertrauen.
Wissenschaft und Pseudowissenschaft sind für Laien oft schwer zu unterscheiden, auch weil Aberglaube sich heute gern einen wissenschaftlichen Anstrich gibt. Nicht nur Physiker, sondern auch Esoteriker sprechen oft von "Schwingungen" und "Strahlen". Wie Archäologen aus wenigen Überresten auf geschichtliche Ereignisse zurückschließen, ist ohne Vorwissen kaum leichter zu durchschauen als Dänikens aberwitzige Schlüsse. Die Piepsgeräte, die bunten Pillen und das Fachchinesisch von Ärzten wirken auf Außenstehende ähnlich geheimnisvoll wie das Getaste, die Quacksalben und das Geraune der Wunderheiler aller Sparten. Wenn Wissenschaftler mit SETI nach Außerirdischen suchen, warum sind sie so skeptisch bei UFO-Berichten?
Zu vielen der populären Aberglauben liefert Carl Sagan wissenschaftliche Fakten, allgemeinverständliche Erläuterungen und Hintergrundkenntnisse, mit denen die neuzeitlichen Dämonen sich so wirksam in Luft auflösen lassen wie viele der Vergangenheit.
Wer einige seiner Einbildungen gegen etwas mehr Allgemeinbildung tauschen will, ist mit diesem Buch bestens bedient. Gut lesbar, verständlich und spannend ist es ohnehin, also:
Uneingeschränkte Empfehlung!
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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für die Wissenschaft und gegen den Aberglauben..., 21. Oktober 2003
... setzt sich der Autor dieses gut geschriebenen Wissenschaftsbuches ein.
Carl Sagan rechnet ab mit der Pseudowissenschaft und denen, die Gewinne damit machen, und er plädiert leidenschaftlich für die wissenschaftliche Methode. Dies tut er auf die unterhaltsamste Weise, indem er auch sehr persönliche Erfahrungen in den Text einfließen läßt. Dabei kann Sagan recht drastisch werden und insbesondere den UFO-Gläubigen tüchtig an den Karren fahren (er bringt eine Reihe von schreiend komischen bis erschreckend dummen Leserbriefen und Statements, die er von UFO-Anhängern auf seine Zeitungsartikel bekam), aber er darf das; denn er argumentiert stets sauber und nie unfair. Zudem hat Sagan bei SETI gearbeitet, dem offiziellen US-Forschungsinstitut für extraterrestrische Intelligenz. Wer könnte also besser unterscheiden zwischen Möglichem und Unmöglichen als er?
Der Autor erläutert die wissenschaftliche Methodik unterhaltsam und leicht nachvollziehbar am Beispiel des Drachen in der Garage. Er führt Argument und Gegenargument fein säuberlich auf und entlarvt die Tricks und prychologischen Fallen, die teilweise bewußt, teilweise unbewußt,angewandt werden, um an irrigen Theorien festzulten. Natürlich ist es schade, daß dabei allerhand Feen, Geister, Hexen und Außerirdische sowie andere lieb und teuer gewordene Phantasiefiguren, Wunder und parapsychologische Erscheinungen auf der Strecke bleiben, doch Sagan hat dem Leser etwas viel Besseres anzubieten: nämlich das Staunen über das Universum und dessen unerschöpflichen Fülle, den Einfallsreichtum der Natur sowie die Begeisterung, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse hervorrufen können.
Carl Sagan setzt sich in seinem Buch dafür ein, daß Kinder und Jugendliche frühzeitig an die Wissenschaft herangeführt werden sollen und beklagt den schlechten Ausbildungsstand der amerikanischen High-Schools. Eines seiner Kapitel liest sich wie die Prophezeihung der letzten PISA-Studie in Deutschland.
Das Buch ist topaktuell trotz seines für Wissenschaftsbücher hohen Alters (es wurde vor 1996 geschrieben) und stellt eine Art Vermächtnis des Autors dar, der Ende 1996 verstarb.
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