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Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben enthält Dialoge und Bilder (Slim Pickens Charakter, der auf der Bombe reitet), die Teil unseres kulturellen Vokabulars geworden sind. Nicht zuletzt deshalb erscheint Kubricks Film immer wieder auf der Liste der besten Filme aller Zeiten. --Jeff Shannon
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"Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" von 1963/1964 ist eine schwarze Komödie mit Peter Sellers in einer dreifachen Rolle als pflichtbewusster britischer Group Captain Mandrake, als besorgt-diplomatischer US-Präsident Muffley und als Ex-Nazi-Wissenschaftler Dr. Strangelove/Seltsam. Der Film hat im Grunde nur drei Schauplätze: Das Innere eines B-52 Bombers, in dem übrigens James Earl Jones sein Filmdebüt in einer Nebenrolle gibt, die Befehlszentrale im US-Kriegsministerium und den Air-Force-Stützpunkt von General Ripper.
Es ist kaum möglich, den Film hier angemessen (und also ausgiebig) zu analysieren. Bleibt nur zu sagen, dass er eine außergewöhnliche, in Schwarz-Weiß gedrehte Satire mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor ist, um den irrwitzigen Wettlauf der Supermächte um atomare Abschreckung und Vormachtstellung in ihrer Absurdität und Ohnmacht bloß zu stellen. Zahlreiche satirische Pointen, Sellers in seiner Dreierrolle, haufenweise Stereotype in eigentlich gar nicht so unrealistischer Überzeichnung, Anspielungsreichtum, die filmerische und visuelle Umsetzung durch Altmeister Stanley Kubrick sowie der bizarr einfache Soundtrack haben einen eindeutigen Kultfilm und Klassiker geschaffen. Der Film war so ungewöhnlich und beißend, dass er trotz vier Nominierungen keine Chance auf Oscars hatte, aber Filmkritikern und Publikum gilt er bis heute als einer der besten Filme aller Zeiten. Wie für richtige Kultfilme üblich, kann man ihn so oft sehen, wie man will. Er wird nicht langweilig oder alt.
Welche Begeisterung mag ein Schwarzweiß-Film von 1964 heute noch erzeugen, oder in welchem Maß wäre dieser Out-of-Date? Betrachtet man die Filmtechnik, mit größter Wahrscheinlichkeit; schaut man auf den Inhalt, vielleicht. "Dr. Seltsam" (engl. Titel: Dr. Strangelove) hat hierbei nicht im Mindesten Staub angesetzt - zur Erinnerung: Mit welchen Zielen wurden die letzten Kriege dieser Welt geführt? Kann man zu diesem Thema überhaupt eine Satire drehen? Wenn man es richtig macht, ja, dann kristallisieren sich die wesentlichen Aussagen nur um so deutlicher heraus. Aktuell? Aber ja, man müßte nur wenige Dinge anders benennen, und schon paßt es auf das uns umgebende Heute. "Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" ist als Referenzstreifen in diesem Genre zu bewerten.
DVD: Glücklicherweise enthält diese Scheibe neben der englischen Sprachfassung auch die entsprechenden Untertitel. Schön auch das Making-of (46min) mit Hinweisen dazu, wie "Dr. Strangelove" erst zum späteren Zeitpunkt der Entwicklung als Satire aufgebaut wurde, Kubrick keine Unterstützung der US Air Force hatte (aber trotzdem ein recht getreues Cockpit der B52 aufbaute) und welches die vierte Rolle war, die Peter Sellers noch spielen sollte.
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