Das Kind fiebert, klagt über Halsweh - nur ein kleiner, akuter Infekt oder Vorboten einer gravierenderen Krankheit? Wenn ihr Kind sich nicht wohl fühlt, geraten Eltern schnell aus der Balance: "Was tun? Gleich zum Arzt gehen oder besser erst einmal abwarten? In der Hausapotheke nach entsprechenden Medikamenten fahnden oder den kleinen Patienten streicheln, trösten und auf seine Selbstheilungskräfte vertrauen?"
Dieses Buch nimmt Eltern viele ihrer Zweifel. Es stärkt ihr Selbstvertrauen, vermittelt Sicherheit. Es macht ihnen bewusst, dass sie über Kräfte verfügen, die helfen, ihr Kind schnell wieder gesunden zu lassen, und zeigt ihnen, wo ihre besonderen Stärken liegen:
Mütter und Väter verfügen über eine gute Intuition. Sie kennen den kleinen Patienten besser als jeder andere, merken mit sicherem Instinkt oft schon an kleinsten Hinweisen im Vorfeld, dass sich eine Krankheit anbahnt, denn sie haben nicht nur ein gutes Gespür für das, was in ihrem Kind vorgeht, und eine große Sensibilität für seine Belange, sondern auch eine genaue, zuverlässige Beobachtungsgabe. Mit dieser "Begabung" können sie zur Gesundheit ihres Kindes beitragen.
Eltern sind wunderbare Tröster, Mutmacher, die ihr Kind nach Strich und Faden verwöhnen und mit Zärtlichkeit zudecken. Damit verfügen sie über wirkungsvolle Heilmittel - manchmal viel wirkungsvoller als Medikamente. Ist ein Kind krank, gilt es nicht nur seinen Körper zu stärken, sondern auch seine Seele, und hier haben Mütter und Väter den wichtigsten Part. Wie sie ihn zum Wohle ihres Kindes optimal nutzen können, erfahren sie hier.
Mütter und Väter erhalten in diesem Buch viel Zuspruch und erfahren Verständnis für ihre Ängste und Nöte. Sie lernen aber auch, wo ihre Grenzen sind, wann und wo sie nicht nach eigenem Gutdünken herumdoktern sollten. Wer mit Kindern lebt, braucht medizinische Grundkenntnisse, muss wissen, wann ein Schnupfen noch ein ganz normaler Infekt ist oder wann er dabei ist, sich zu einer Nebenhöhlenentzündung auszuwachsen, wann ein Bauchgrimmen harmlos ist oder ein erster Hinweis auf Blinddarmentzündung, muss also die wichtigsten Symptome und Alarmzeichen deuten können.
In 18 Kapiteln finden Eltern Antworten auf ihre Fragen: Informationen über alles, was Kinder krank macht, und die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen.
In diesem Buch ist aber nicht nur von Krankheit und Vorsorge die Rede, sondern auch von den kleinen, meist harmlosen gesundheitlichen Problemchen, von den ganz alltäglichen Zipperlein - angefangen vom aufgeschlagenen Knie bis zum Splitter im Finger, von den vielen Wehwehchen, die Kinder zum Weinen bringen und die zu Hause verarztet werden müssen.
Das Buch ist mehr als ein klar gegliedertes, übersichtliches Nachschlagewerk - "Was tue ich, wenn...". Es ist ein interessantes Sachbuch, das Eltern hilft, sich eine eigene Meinung zu bilden. Es macht sie zu gut informierten, kompetenten und selbstbewussten Gesprächspartnern des Arztes.
WENN SICH ELTERN SORGEN MACHEN
KEINE LUST AUF SPAGHETTI UND PUDDING IST DAS KIND KRANK?
Die täglichen Mahlzeiten - ein leidiges Thema in vielen Familien. Was auch auf dem Tisch steht - und wenn's noch so herrlich duftet -, viele Kinder stochern lustlos im Essen herum. Ihre Eltern können sie damit ganz schön auf die Palme bringen. Zunehmend besorgt sehen sie sich das Herumgestochere an, vor allem wenn die Kinder zart sind und wenig auf den Rippen haben. Die Folge: Das Kind wird ermahnt, zum Essen ermuntert: "Du musst mehr essen! Nun iss doch noch ein bisschen!"
Damit beginnt häufig ein erbitterter Machtkampf. Denn je mehr die Eltern bitten und drohen und belohnen und loben, umso sturer beharren die meisten schlechten Esser darauf, auch weiterhin nur ganz kleine Häppchen zu sich zu nehmen.
Wenn Mütter und Väter es schaffen, nicht zu drängen und zu überreden, wenn sie kein großes Tamtam ums Essen machen, sondern sich darauf beschränken, gesunde Nahrungsmittel anzubieten, und ihre Kinder selbst bestimmen lassen, was und wie viel sie essen, dann hat der Machtkampf bald ein Ende. Die Appetitlosigkeit gibt sich meistens von alleine. Weil gut essen oft mit guter Gesundheit gleichgesetzt wird, können viele Erwachsene schwer akzeptieren, dass nicht alle Kinder mit Freuden beim Essen reinhauen. Viele Kinder begnügen sich einfach mit wenig. Solange sie fidel und lebhaft dabei sind, nicht abnehmen und wachsen, muss sich niemand Sorgen machen. Manchmal reagieren Kinder auch auf das Wetter (Wetterumschwung, große Hitze) mit mangelndem Appetit.
Weil Appetitlosigkeit aber auch auf Krankheiten hinweisen kann, ist es wichtig, mit dem Haus- oder Kinderarzt darüber zu sprechen. Vor allem, wenn sich das Verhalten des Kindes in puncto Essen plötzlich verändert. Harmlosere Krankheiten, wie zum Beispiel ein fieberhafter Infekt, können sich durch Appetitlosigkeit ankündigen, aber auch chronische Krankheiten oder Magersucht und Bulimie.
EIN PAAR PFUND ZU VIEL - EIN PROBLEM?
Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung ist in der Bundesrepublik jedes sechste Kind zu dick. Als Ursache dieser Entwicklung haben Mediziner vor allem zwei Faktoren ausgemacht:
-- Ungesunde Ernährung. Pommes mit Mayo, Nudeln mit Ketchup, Schokoriegel, Weißbrot - alles "in" bei vielen Kindern. Quark, Müsli, frisches Obst und Gemüse, also das, was gesund ist, steht bei vielen längst nicht so hoch im Kurs.
- Zu wenig Bewegung. Stunden verbringen Kinder heute vor dem Bildschirm: vor dem Fernseher, vor dem Computer. Draußen spielen ist manchem Fünf- oder Siebenjährigen längst langweilig geworden. Kinder kommen nicht mit Speckfältchen und Pausbacken auf die Welt. Fettpölsterchen futtern sie sich dank der Ernährungsgewohnheiten ihrer Eltern erst im Laufe der Zeit an. Wenn zu Hause "Wir machen's uns gemütlich" mit Kuchentablett oder Chipstüte gleichgesetzt wird, dann ist vorprogrammiert, dass ein Kind ordentlich zugreift, wenn's was zu essen gibt.
Übergewicht ist mehr als ein Schönheitsfehler. Kinder, die zu viel wiegen, haben weniger Abwehrkräfte gegen Infektionen, haben auch häufiger mit Haltungsschäden zu tun und werden oft als Außenseiter von Gleichaltrigen gemieden. Die Störungen können sich bis ins Erwachsenenalter auswirken. Also fasten oder weniger essen? Kinder dürfen nicht einseitig ernährt werden, dürfen also keine Fasten- und Diätkuren mitmachen. Weil sie wachsen, noch in der Entwicklung sind, müssen sie regelmäßig und ausreichend mit den nötigen Nähr- und Wirkstoffen versorgt werden. Was ist zu tun? Bei ausgewogener, maßvoller Ernährung verlieren Kinder die überschüssigen Pfunde auf Dauer.