Das Buch ist definitiv lesenswert.
Man freut sich auch über die kleinen Anekdoten aus einer unvergleichbaren Pokerkarriere. Brunson scheint sich an jede noch so marginale Hand zu erinnern, die er irgendwann mal in einem texanischen Nirgendwo gespielt hat.
Was den Lehrwert des Buches angeht muss man jedoch Abstriche machen. Ich beziehe mich jetzt mal ausschließlich auf das Texas Hold'em No Limits Kapitel, auch weil gerade diese Pokervariante Doyle's Lieblingsspiel ist und auch meins.
Die Art und Weise wie Doyle spielt ist schon sehr besonders. Eben super agressiv und um extrem hohe Stakes. Und genau in einem solchen Umfeld mögen seine Tipps und Strategien sehr gut sein.
Er ist halt immer bereit viel Geld auf den Tisch zu legen um noch mehr Geld zu gewinnen.
Es ist nicht so, dass er uns darüber im unklaren lässt. Schon sehr schnell sagt er, dass er so spielen kann wie er eben spielt, weil er sich über Jahrzehnte eben genau die Reputation erspielt hat, um genau so spielen zu können.
Wenn er beginnt zu setzen, dann ist er immer gewillt all seine Chips hinterher zu werfen. Und genau dieses Image ist es, was sein Spiel funktionieren lässt. Aber wer von uns Lesern ist denn gewillt an einen Tisch mehrere 10000$ auf ein paar suitet connectors zu setzen?
Daher finde ich seinen strategischen Ansatz eher weniger interessant für mich.
Nun versteht mich nicht falsch. Ich bin froh es gelesen zu haben und habe da sicherlich auch was gelernt. Das Kapitel über Tells zum Beispiel ist sehr interessant.
Es ist eben eine Art Bibel. Eines der ersten Bücher, die mal versucht haben Poker zu entmystifizieren und eine Strategie aufzuzeigen. Hut ab dafür und eben auch desshalb absolut lesenswert.
Wer nun aber mehr über über Strategie bei Texas Hold'em lernen möchte, ist mit den Büchern von Dan Harrington doch besser bedient.