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5.0 von 5 Sternen
Cyber Punk vom Feinsten, 21. November 2001
Zum Cyberpunk habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Es gibt etliche gute Bücher aus dieser Richtung, aber sehr, sehr viel Schrott. Seit "Neuromancer" ein Hit wurde und den Begriff Cyberpunk bekannt machte, trägt jedes Buch, das in einer zerfallenden Welt spielt, vom Verlag den Titel Cyberpunk. Auch "Downtown Blues" scheint auf den ersten Seiten auf dieser Masche zu laufen. Das erste Kapitel ist ein furchtbarer Infodump, erzählt von einer Stadt, die in "Uptown" und "Downtown" getrennt ist, Uptown für die Betuchten und guten Bürger, Downtown für die Straßenratten, alles hundertmal gehört und warum hat der Lektor der Autorin nicht gesagt, dass man Info-Dumps auch anders herüberbringen kann? Aber das erste Kapitel sind nur drei Seiten und danach löst die Autorin sich von ihren Vorbildern weit genug, um eigenen Stil zu gewinnen. Donovan ist als Kind nach dem Tod ihrer Eltern in Downtown als Straßenratte aufgewachsen, ihr gelingt es, in die City Force als Cop aufgenommen zu werden und sie wird der legendären Agentin delMonica als Partnerin zugeteilt. DelMonica ist ein alter Hase, sie kennt das Geschäft von Grund auf, aber sie steht in dem Ruf mehr Partner zu verschleißen als alle anderen Agenten. Ihr erster gemeinsamer Fall ist eine Lösegeldübergabe für Kindesentführung und dann erzählt ein Informant den beiden, dass es angeblich eine neue Droge geben würde, "Stardust" genannt. Beide verfolgen diese Spur und delMonica verschwindet, entweder, weil sie umgebracht wurde oder weil sie sich abgeseilt hat. Donovan möchte diesen ersten, eigenen Fall lösen, aber es gibt eine Menge Leute, die offenbar wünschen, das ihr erster auch ihr letzter Fall bleibt. Soweit ist es ein klassischer Thriller/Krimi im SF Gewand. Cakan kann aber mehr: Die Personen sind nicht die klassischen Abziehbilder aus Möchtegern-Cyberpunk und Shadowrun-Verschnitt, die Szenerie, am Anfang als 08/15-Gähn eingeführt, gewinnt Leben und die Detektivin erfährt durch den Fall eine Menge über sich selbst. Cakan hat außerdem einen eigenen, sehr eindrücklichen Stil, der das Lesen zusätzlich zum Genuß macht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
G-E-W-A-L-T-I-G !!!, 17. April 2006
Die Welt ist düster, das Leben stinkt und wenn du auf der Straße überleben willst, musst du schnell, stark oder gerissen sein - oder am besten alles zusammen! Drogen, Gangs, Korruption. Soziale Verelendung, Straßenslang und hemmungslose Geldgier. Bröckelige Buden, abgeschottete Wohnzonen für die Oberschicht - all das verschmilzt in diesem Buch zu einer Geschichte, bei der man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen. Der Schreibstil ist rasant und abgehackt, dem Leser wird nichts geschenkt - wozu auch, den Protagonisten wird ja auch nichts geschenkt, also gleiches Recht für alle. Sicherlich ein Buch, das die Geister scheidet. Die einen lieben es, den anderen gefällt's überhaupt nicht - dazwischen spielt sich nicht viel ab. Ich find's einfach G-E-W-A-L-T-I-G !
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gute Stimmung - Platte Story - Schreckliche Sprache, 26. Februar 2002
Ich hatte mir viel von diesem Buch erwartet, aber die Realität erfüllte (fast) nichts davon: Die Story ist sehr durchschaubar, wirkt aber trotzdem an den Haaren herbeigezogen. Die Charactere werden eingeführt, aber nicht einmal der Ansatz, sie zu erklären, wird gemacht. Die Sprache, die die Autorin wählt, mag dem Genre angemessen sein, aber sie ist SEHR schwer zu lesen. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von kürzesten Sätzen (teilweise OHNE sä,tliche Interpunktion), was immer wieder dazu führt, das man den (eh schon verworrenen) Gedankengängen der Autorin gar nicht mehr folgen kann. Es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, warum Donavan Hochdeutsch redet, aber Slang denkt! Der einzige (aber natürlich nicht unbedeutende) Lichtblick in diesem Buch, ist die Stimmung, die man kaum dichter beschreiben kann. Leider fehlen hier halt auch wieder die 3-dimensionalen Charactere, die die bedrückende Welt bevölkern sollten. Schade eigentlich!
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