Harter Tobak. Ist das erste was einem zum Inhalt einfällt. Krank und kaputt.
Nancy ist innerlich kaputt, total zerrissen, nur auf der Suche nach Schmerz. Der Film deutet diesen Schmerz nur an, aber allein das reicht um einen Gänsehaut kriegen zu lassen. Dabei gehen aber Lust und Schmerz immer Hand in Hand. Was für andere unvorstellbar grausam ist, wünscht sich Nancy sogar.
Maria Bello leistet eine unglaubliche Performance, sie spielt die kaputte Frau so intensiv, dass man wirklich überlegen muss, ob nicht eine Nancy in ihr steckt. Meine Hochachtung.
Man fühlt sich hineingezogen in diese Welt, ist selbst gelangweilt vom eintönigen Eheleben der Stockwells und abgestoßen von Nancys kranken Phantasien.
Um noch weiter zu "verwirren", spielt der mit den Zeiten: mal denkt man, man ist aktuell bei Nancy und Louis, dann wiederum zeigt der Film Albert und Louis nach Nancy`s Verschwinden, sodass man denkt, es sei Teil des 'Spiels'. Dann gibt es Rückblenden in das Eheleben der Stockwell`s und in Nancy`s Sitzungen bei ihrer Therapeutin.
Als Manko empfand ich etwas, dass man die Beweggründe, außer Sadismus, von Louis nicht weiter erläutert bekommt, auch wenn es natürlich hauptsächlich um Nancy gehen soll. Auch von Nancys Vergangenheit und ihre "Gründe" erfährt man nur bruchstückhaft etwas. Auch warum sie Albert geheiratet hat und so lange bei ihm geblieben ist, bis es nicht mehr anders geht, wird nicht weiter erläutert.
Man weiß anfags nicht wirklich, was man von dem Film halten soll. Er wird sehr kühl und objektiv gezeigt, keinerlei gefühlvolle Einblicke, alles objektiv, ja, fast gelangweilt, wo natürlich auch der kühle Blauton hilft, in dem der Film gehalten wird. Aber dennoch sehr intensiv und nachhaltig!
Einfach top!