Irgendwann habe ich mal das Video zu "fuck forever" gesehen und war sofort sehr davon angetan. Dann bekam ich die ganzen Skandale über Drogen, Schlägereien etc. mit und dachte mir: "Hmm...klingt interessant, könnte gut sein."
Und ich wurde nicht enttäuscht!
Schon beim ersten Durchlauf nahm mich diese CD in Besitz(ich muß dazusagen, dass ich eigentlich eher auf Black und Deathmetal abgeh). Doch diese Melodien fressen sich sofort im Hirn fest. Nicht etwa wie Schlager aufgrund der Primitivität, sondern durch die Individualität, was heute mittlerweile wirklich Seltenheitswert hat. Fast jeder einzelne Song ist dermaßen abgefahren, teils wirklich großes Songwriting. Alles klingt so herrlich intuitiv, natürlich, organisch und ungezwungen. Dank der genialen Kompositionen kommt nie Langeweile auf, denn die einzelnen Stücke sind so verschieden wie sie auf einem Album nur sein können: Reggae, Britpop, Punk, Rock'n'Roll...hier ist einfach alles zu finden.
Anspieltips sind eigentlich alle Songs besonders aber: back from the dead, killamangiro, 8 dead boys, pipedown...sogar dass gewöhnungsbedürftige Pentonville weiß nach gewisser Zeit zu begeistern.
Viele kritisierten die Qualität von Dohertys Gesang. Dies kann ich absolut nicht bestätigen, denn gerade dieser teils schiefe, fast delirant anmutende Gesang verleiht diesem Album erst seinen ganzen Charme. Wer hier Alexander-Klaws-mäßige Kehlkopfeskapaden erwartet hat, ist entweder nicht ganz dicht, hat das ganze nicht so richtig verstanden, oder einfach die falsche CD gekauft! Dazu kann ich nur sagen: Kauf die nächste Bohlen oder Fahrenkrog-Petersen "RTL-Superstar"-CD und vergiss beim Teetrinken nicht den kleinen Finger abzuspreizen! ;)
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist, dass irgendwie kein Zusammenhang in der Zusammenstellung der Titel zu erkennen ist. Die meisten stehen allein für sich als Einzelstücke, jedoch tragen alle einen unverwechselbaren Stempel und passen trotzdem nicht so richtig hintereinander. Dafür geb ich jedoch aufgrund der anderen Qualitäten keinen Abzug, denn ich bin viel zu dankbar, mal wieder Musik zu hören, die aus tiefem Herzen kommt, die nicht dem UndergroundMetalBereich entstammt!
Zu Pete D.:Wäre schade wenn's ihn dahinrafft, denn dieses Album ist wirklich spitze, aber ich bezweifle, dass es ohne seinen exzessiven Drogenkonsum so möglich gewesen wäre. Ich wünsch ihm jedenfalls viel Glück beim Entzug, sonst kann er sich wohl bald einer Reihe großer Künstler(Hendrix, Morrison, Cobain...) anschließen...