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Douglas Sirk Collection [3 DVDs]

Douglas Sirk    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 20,99
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Produktinformation

  • Regisseur(e): Douglas Sirk
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 3
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 8. Februar 2008
  • Produktionsjahr: 1957
  • Spieldauer: 242 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000YRODXE
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 83.131 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

"All meine Sehnsucht": Zehn Jahre, nachdem sie ihre Familie für eine Bühnenkarriere im Stich gelassen hat, kehrt Naomi anlässlich einer Schulaufführung ihrer Tochter in die Kleinstadt Riverdale zurück. "Es gibt immer ein Morgen": Spielzeugfabrikant Clifford Groves fühlt sich von seiner Familie missverstanden und findet Gehör bei einer früheren Bekannten. "Der letzte Akkord": Eine junge Amerikanerin lernt in München einen berühmten Dirigenten kennen und beginnt eine Affäre mit ihm, ohne zu ahnen, dass er eine geistig verwirrte Frau hat.

Produktbeschreibungen

Deutschland Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Deutsch ( Dolby Digital 2.0 ), Englisch ( Dolby Digital 2.0 ), WIDESCREEN, BONUSMATERIAL: Foto-Galerie, Kasten-Satz, Plakate, Satz 3-DVD, Szene Zugang, Trailer(s), Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: Interlude: Like many of his best works, filmmaker Douglas Sirk's Interlude is a remake of an earlier Universal soap opera. In this case, Sirk's source material is the 1939 Irene Dunne-Charles Boyer vehicle When Tomorrow Comes. Based on a story by (of all people) James M. Cain, the story concerns the romance between aspiring musician Helen Banning (June Allyson) and famed symphony conductor Tonio Fischer (Rossano Brazzi). Alas, Tonio is married, and his bibulous, vindictive wife (Marianne Cook) isn't about to give him a divorce. Meanwhile, stiff-necked American doctor Morley Dwyer (Keith Andes) waits patiently for his sweetheart Helen to come to her senses and return to his arms. Opulently location-filmed in Austria, Interlude was remade under the same title in 1968. All I Desire: In 1900, Naomi Murdoch deserted her small-town family to go on the stage. Some ten years later, daughter Lily invites Naomi back to see her in the Riverdale high school play. Her arrival sets the whole town abuzz, wakes up old conflicts, and sets off new emotional storms. There's Always Tomorrow: Clifford Groves, toy manufacturer, is in full charge at the factory but feels left out and taken for granted by his wife and children at home. Alone and depressed, he meets old flame Norma, and one thing leads to another. While their relationship is still fairly innocent, his son Vinnie sees them together and suspects the worst. It's time for tortured souls behind rain-streaming windows... ...Douglas Sirk Collection 3 DVD set ( Interlude / All I Desire / There's Always Tomorrow )

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Douglas Sirk, Ross Hunter und die Frauen 9. Dezember 2007
Format:DVD
Die Box mit Werken von Douglas Sirk enthält folgende Filme:

ALL MEINE SEHNSUCHT (All I Desire, 1953)

ES GIBT IMMER EIN MORGEN (There's Always Tomorrow, 1956)

DER LETZTE AKKORD (Interlude, 1957)

Die Filme sind digital remastert, der letzte Film ist in Farbe, die beiden anderen in s/w. Große Meisterwerke sind sie alle nicht, es verwundert, daß nicht ein einziger "großer" Sirk Film Einzug in diese Box gehalten hat. Aber vielleicht liegt der Reiz auch gerade darin, die etwas unbekannteren Filme des Regisseurs in einer guten Bild- und Tonqualität zu erhalten. Sollte diese dem der englischen Veröffentlichung von ALL I DESIRE entsprechen- und davon kann man wohl ausgehen- gibt's darüber nichts zu bemängeln. Der Ton ist hier klar und ohne Rauschen, das Bild kontrastreich und brilliant. Warten wir es also ab.

Zu den Filmen:

ALL MEINE SEHNSUCHT ist ein Melodram mit Barbara Stanwyck als Mutter, die vor Jahren ihre Familie verließ, um Karriere zu machen. Als sie zurückkehrt, muß sie sich nicht nur den Schatten der eigenen Vergangenheit, sondern auch den Problemen mit ihren Kindern stellen, die sie kaum kennen. Der Film spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und Stanwycks Schauspielkollegen sind Richard Carlson, Maureen O' Sullivan (Mutter von Mia Farrow), Richard Long und andere.

ES GIBT IMMER EIN MORGEN ist ein weiterer Film mit Barbara Stanwyck. Diesmal spielt sie die alte Flamme des erfolgreichen Unternehmers Fred MacMurray, der sich in seiner Ehe mit Joan Bennett nicht mehr beachtet fühlt. Eine recht unschuldige Wiederaufnahme seiner alten Affäre mit Stanwyck führt zu einigen konfliktreichen Situationen, besonders mit seinem Sohn (William Reynolds). Wer sich an Stanwyck und MacMurray in FRAU OHNE GEWISSEN (Double Indemnity, 1944) erinnert, wird von diesem Film sicherlich enttäuscht sein, aber ohne diese Erwartungshaltung bietet er gute Unterhaltung.

DER LETZTE AKKORD, der dritte Film dieser Sammlung, scheint auf den ersten Blick der edelste zu sein, verbindet er doch Technicolor und Breitwand [2.35:1] mit Stars wie June Allyson und Rossano Brazzi. Doch die Geschichte einer jungen Amerikanerin, die nach München reist und dort zwischen 2 Männer gerät, ist simpel und ohne Überraschungen, weit entfernt von Sirks besseren Arbeiten. Mit von der Partie sind noch Marianne Koch (!) als Ehefrau von Mann Nummer 1 sowie Keith Andes als Mann Nummer 2.

Den 3 Filmen ist nicht nur der Regisseur gemein, sie alle wurden auch von Ross Hunter produziert, der sowohl mit als auch ohne Sirk einige der erfolgreichsten Melodramen der 50er und 60er Jahre realisierte: SOLANGE ES MENSCHEN GIBT (Imitation of Life, 1959) oder MADAME X (mit Lana Turner, 1966). Allerdings war er auch mit Filmen wie BETTGEFLÜSTER (Pillow Talk 1959) oder AIRPORT (1970) erfolgreich.

Fazit: Alle 3 Filme in diesem Set waren in ihren Entstehungsjahren als reine "Frauenfilme" konzipiert, die Heldinnen stehen im Vordergrund, Männer sind Staffage oder Stichwortgeber. Die beiden Filme mit der Stanwyck sind zweifellos die besseren, gute Darsteller und interessante Einfälle des Regisseurs (man achte auf das Spiel mit Licht und Schatten in ALL MEINE SEHNSUCHT) machen diese auch für filminteressierte Männer spannend und unterhaltend. Der tiefere Sinn von DER LETZTE AKKORD entzieht sich mir, allerdings funktioniert auch er als hübscher bunter Bilderbogen mit melodramatischem Anstrich. Alles in allem sind diese Filme weder so bekannt noch so ausgefeilt wie SOLANGE ES MENSCHEN GIBT oder DIE WUNDERBARE MACHT (Magnificent Obsession 1954), doch sind sie im Gesamtwerk von Douglas Sirk von einiger Bedeutung und man freut sich über eine Veröffentlichung auf DVD!
Bonusmaterial ist nicht angekündigt und so wird es wohl leider auch bleiben. Aber wenigstens liegen alle Filme in der Originallänge mit deutscher und englischer Tonspur vor!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die schwächere Seite von Douglas Sirk 16. April 2010
Von Spectator
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich möchte hier keinen seitenlangen Kommentar über diese Koch Media Box abgeben - das haben andere schon getan.Tatsache ist jedenfalls,dass es sich hier um 'the lower half of double bills' handelt - B-Pictures, die nicht zu den großen Werken des genialen Douglas Sirk zählen. Koch Media hat sich - wie immer - große Mühe mit der Produktgestaltung gegeben: Edel-Jewel-Boxes, digitalisiertes Bild und Ton, Poster mit Inhaltsangabe, alle Originaltrailer und umfangreiches Fotomaterial. Die Werke selbst können nicht mit den Top-Filmen des Regisseurs wie z. B. 'In den Wind geschrieben', 'Solange es Menschen gibt' oder 'Duell in den Wolken' mithalten. Bei diesem Produkt ist sicherlich 'All meine Sehnsucht' der künstlerisch beste Film, während 'Der letzte Akkord' einfach indiskutabel erscheint. Die schauspielerische 'Leistung' von June Allyson ist schwach, ebenso wie das triviale Drehbuch. Der Gipfel der Peinlichkeit ist allerdings die große Marianne Koch (unvergesslich aus 'Des Teufels General') als geistesgestörte Frau des großen Dirigenten (Rossano Brazzi). Das kann auch farbrestauriertes Technicolor nicht lindern. Bei 'Es gibt immer ein Morgen' kommen unwillkürlich traurige Reminiszenzen an Billy Wilder's Meisterwerk 'Frau ohne Gewissen'aus dem Jahr 1944 hoch. Barbara Stanwyck und Fred MacMurray können zu keinem Zeitpunkt an ihre filmhistorische Leistung von damals anknüpfen. Sammlern von Douglas Sirk Filmen sei diese Box durchaus empfohlen. Liebhabern seiner großen Filme auf keinen Fall.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Ach ja, den Film "Der letzte Akkord" gibt es ja nur im Sirk-Dreierpack. Nun habe ich eine längere Rezension geschrieben, und sie passt hier eigentlich gar nicht hin. Na, was soll's, vielleicht finde sich ja wenigstens ein Leser oder eine Leserin, dem/der das gefällt, das würde mir schon reichen. Kleine Vorrede: Die anderen Filme sind eigentlich noch besser (daher fünf Sterne, für "Der letzte Akkord" gäbe es nur vier), mit einer wirklich sehr sehr guten Barbara Stanwyck, für Sirks Hauptwerk ungewöhnlicherweise in schwarzweiß, aber besonders im Falle von "Es gibt immer ein Morgen" des Titels zum Trotz mit dieser sagenhaft intensiven, zu Herzen gehenden, aber letztlich fatalistischen Weltsicht, dass ein Mann immer in seiner Tretmühle gefangen sein wird und eine Frau auch nur die Wahl zwischen Vereinsamung und einer Langweilervorstadtehe hat.

So, nun aber möge die Ehre von "Der letzte Akkord" (zum Großteil) gerettet werden:

Freunde des überladenen, bisweilen übertriebenen, farbsatten, tragischen Douglas-Sirk-Melodrams: Hier kommen sie auf ihre Kosten. Man kann die Werke dieses Mannes kritisieren, viele sind meines Erachtens missverstanden, unterbewertet und leichtfertig als weepies, als Tränendrücker für ein im Klischeesinne weibliches Publikum abgestempelt, obwohl man sich der Sirkschen Ornamentik und seinem Gefühlsüberschwang wirklich nur schwer entziehen kann. Und es auch mal gar nicht sollte! Denn beim Sirk gibt es viel zu entdecken, klug eingesetzte Symbolik und Farben sowie gelegentlich eine klassische, wirklich sehr tragische Tragödie hinter dem nur scheinbar Schnulzigen, gefüllt mit Verweisen auf antikes Theater und und und...

Oder doch nur Kitsch? Bei "Interlude", wie er im Original heißt, ist von beiden Sichtweisen ein bißchen was Wahres dran, ich würde den Film nicht zu den besten Sirks zählen, möchte ihn aber dennoch mit gewissen Abstrichen verteidigen. Der Film beschreibt, wie so oft bei Sirk, das Leben als Kreislauf, der Originaltitel passt mal wieder viel besser, Interlude, ein Zwischenspiel, bei dem man sich denken kann, dass es ein Zwischenspiel bleiben wird, eine Reise, die mit einer Rückreise enden wird, und dies ist tragisch, das aufgesetzte Happy End kann es nicht verdecken. Menschen bei Sirk sind Gefangene, die auszubrechen versuchen, und es nicht können, und wie er das filmt, das hat zumeist Stil und einen wunderbaren Sog, der gerade hinter den etwas dick aufgetragenen Bildern Wahrheiten findet, die die Filme dann eben doch über das Nur-Schnulzige hinausheben.

Doch zum Anfang der Geschichte, zwei Welten treffen aufeinander, und endlich einmal ist ein "romantischer" Film genau das, was man gerade im deutschen (und auch österreichischen) Raum kulturgeschichtlich unter "Romantik" versteht, gerade im 19. Jahrhundert (der Film spielt aber in der Gegenwart): Schwerblütige, schwermütige Gefühle, Todessehnsucht auch, Erhabenheit, Natur, Kunst, Vergeistigtsein, Schwärmerei, Gefühlsüberschwänge und die Probleme, die beim Zurückhalten derselben entstehen. Dies alles kommt in "Interlude" vor, der Film hat dieses Romantikgefühl zum Thema, er setzt die alte Welt mit ihrer Romantik der neuen Welt mit ihrem Pragmatismus entgegen. Die neue Welt, das sind die USA. Aus diesen kommt eine junge Frau (June Allyson), um eine Arbeit im Amerika-Haus in München anzunehmen. Sie wird gleich gewarnt, dass sie dem Zauber der alten Welt nicht erliegen möge und hier kein Abenteuer suchen möge, denn die Europäer und die Amerikanerinnen passten einfach nicht zusammen, und sie möge sich doch lieber an einen jungen amerikanischen Arzt halten, der auch gleich parat steht. Hier auch die Kritik am Film: Das Ganze ist ein wenig holzschnittartig geschrieben, diese Gegenüberstellung der Welten, wir ahnen in diesem Moment (Spoiler): Natürlich wird sie sich in ein Abenteuer mit einem im oben beschriebenen Sinne dunkel-romantischen Europäer stürzen, das wird die ganz große Liebe, ein amour fou, und es wird schief gehen, und am Ende zieht sie mit diesem kreuzbodenständigen Ami in die Staaten. Offen gestanden: Stimmt alles. Und spricht ein bißchen gegen den Film. Aber sooo sehr nun auch wieder nicht. Denn, wie der große Sirk-Bewunderer R.W. Fassbinder angesichts des Endes einmal äußerte: "Die werden auch nicht glücklich miteinander." In der Tat, man spürt es, und da ist es wieder, das Sirksche Kreismotiv, "an interlude", und die Tragödie: Seine Hauptfiguren drehen sich im Kreis, kommen von ihrem Leben nicht weg, kommen dabei nur vom Regen in die Traufe, und des vorgetäuschten Happy Ends zum Trotz merken wir irgendwie, dass sie eben nicht in die Sonne, sondern in den Regen wieder zurückmüssen. Sirk ist nicht nur Romantiker, sondern auch ein großer Tragöde.

Wie kommt es nun zum amour fou und zur Katastrophe? Der Mann, den die Frau kennenlernt, ist eine ganz interessant gestrickte Person, ein Künstler, ein Dirigent, ein Überperfektionist, aufbrausend, vielleicht ein bißchen zu sehr in seiner Musik aufgehend, aber auch ein Zerrissener, ein Zerrissener innerhalb des good old Europe, und darauf deutet sein ungewöhnlicher Name hin: Tonio Fischer. Wie weiland bei Thomas Manns "Tonio Kröger" verbirgt sich dahinter ein südländischer und ein deutscher Elternteil, das unsichere, zerrissene Hin und Her zwischen dem heißblütigen Temperament und der deutschen Gründlichkeit, ist schon mal sehr interessant, aber auch im Falle von Tonio Fischer sehr düster. Voller Empathie ist man für ihn, wenn er die Frau mit nach Salzburg nimmt (in dem das Filmteam tatsächlich war und das dennoch so richtig schön postkartenromantisch fotografiert wird) und von Gefühlen berichtet, die Mozart empfunden habe angesichts eines bestimmten seiner Musikstücke, und es ist klar, dass Fischer da eigentlich von sich selbst spricht. So perfektionistisch er in seiner Musik weiß, was er will, so zaudernd und schwermütig ist er doch in anderen Dingen. Und als er sich auf eine Beziehung mit der Amerikanerin einlässt, da führt ihn seine Zauderei zu einem entscheidenden Schritt, den man ihm nicht verzeihen kann: Er verschweigt, dass er bereits verheiratet ist, mit einer Frau, die seit Jahren bei ihm lebt und die schwerste psychische Probleme hat. Dieser von Marianne Koch gespielten Frau (die sich witzigerweise in den USA Marianne Cook nannte) gehört das Mitgefühl des Filmes, sie spielt diese traurige Frau wunderbar, und sie ist auch nicht nur bemitleidenswert, sondern strahlt Würde aus, sie ist das heimliche Zentrum des Filmes.

Das wird dann aber leider auch zum Problem, denn sobald sie auftaucht, ist klar, dass wir der Liebe zur Amerikanerin keine Chance geben wollen. Natürlich ist es schwierig, jahrelang mit einer "Verwirrten" zu leben, aber sie strahlt eben Würde aus, und würdelos behandelt sie der Fischer. Sie erscheint, typisch geniale Sirk-Bildästhetik, erstmals gespiegelt auf einem aufgeklappten Flügel, auf dem Fischer seine Musik spielt, eingerahmt in Blumen in prachtvollem, sattem Rot. Ein Ornament, ein Gegenstand des Hauses schon fast, als wäre sie wie ein Bild, ein Bild von einer Frau, die vielleicht schon vor Jahren den Mann zum Witwer gemacht hat, oder auch ein Überbleibsel eines vergangenen Lebens, dessen man sich schämt, das man versteckt, aber nicht als lebende Person, die Reni (so der Rollenname von der Koch) nun einmal ist. Und wir wollen, dass sie das ist, sie ist in ihren wenigen Szenen von so zarter, verletzlicher, trauriger, manchmal somnambuler, aber niemals "toter" Art. Sie lebt, und am schlimmsten ist es für sie in den Momenten, in denen sie ganz genau fühlt, dass sie von ihrem Mann eigentlich schon "begraben" wurde, wie ein Stück Vergangenheit behandelt wird, wie etwas Abgelegtes, eine Statue vielleicht, die man pflegt, aber kein Mensch. Man kann einmal herumrätseln, wem der Fischer eigentlich mehr Leid antut, wen er mehr demütigt von den beiden Frauen, indem er der Geliebten die Gattin verschweigt...

Das Ganze ist dann also doch auf eine interessante Weise pervers, abgründig und unglaublich tragisch, und die Optik spricht Bände, vor allem neben gewissen bewusst arrangierten Bildern und sowieso durchgängig übersatten Farben kann man einmal auf Kleidung und Haare achten. Durchgängig dunkle Töne bei Koch, durchgängig helle Töne bei Allyson, gelegentlich auch einmal engere Kadrierungen und dunklere Hintergründe bei der Koch (die auch deutlich häufiger in Innenräumen zu sehen ist, in denen sie ja versteckt gehalten wird, während Fischer/Allyson diese ganze Postkartenromantik zwischen München und Salzburg weidlich auskosten dürfen), usw. Ein Selbstmordversuch der Koch mit Rettung von der Allyson, das Ganze mit den entsprechenden Kleiderfarben in einer dunklen Morgenstimmung bei demnächst aufgehender Sonne, natürlich in einer be(d)rückend schönen Gegend an/in einem See, das schafft eine ganz faszinierende Stimmung, bei der man nie genau weiß, wo die Grenzen zwischen festem Grund und Abgründigem liegen. Es passt sehr gut zu dieser Mischung zwischen Traum und Alptraum (Allyson) bzw. Lebensmüdem und Lebenswillen (Koch). Das sind Sirk-Bilder, die mir diesen Film schmackhaft gemacht haben und noch machen. Das sind Bilder, die durch bewusste Künstlichkeit eine Wahrheit freilegen wollen und es auch können. Lesen Sie weiter... ›
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