Wer da nicht den Blues kriegt - bei Titeln wie "Took Their Land", "Plastic Spoon" (über ein altes Ehepaar, das billiges Hundefutter essen muss, um sich seine Medikamente leisten zu können) oder "505 Train" (über ein Mädchen, das spürt, dass seine vom Vater misshandelte Mutter mit dem nächsten Zug fahren und nie wieder zurückkommen wird). Sehr traurig, doch lebensnah und von Otis Taylor überzeugend vorgetragen. Eine tolle CD.
Bemerkenswert ist die Instrumentalisierung. Otis Taylor selbst spielt Gitarre, Banjo, Mandoline, Mundharmonika, singt und streut gelegentlich ein bitteres Lachen ein. Seine Tochter Cassie singt ebenfalls und zupft den Bass. Daneben finden wir nur noch vier Cellos und eine Trompete. Eigenwillig und doch absolut passend. So strahlt diese Musik eine erhabene Ernsthaftigkeit aus und berührt den Zuhörer im Innersten durch ihre Intensität.
Für Bluesfreunde ist dieses Album ein echter Leckerbissen. Hiermit hat das von Kritikern gelobte Vorgängeralbum mit dem programmatischen Titel "Truth Is Not Fiction" einen würdigen Nachfolger gefunden.