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Double Indemnity/ All I Desire [2 DVDs] [UK Import]
 
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Double Indemnity/ All I Desire [2 DVDs] [UK Import]

Barbara Stanwyck , Fred MacMurray , Billy Wilder , Douglas Sirk    Nicht geprüft   DVD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Disk 1:
Originaltitel: Double Indemnity
Deutscher Titel: Frau ohne Gewissen (schlecht gewählter Titel)
Produktionsland: USA
Premiere: 1944
Mit: Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson
Kamera: John F. Seitz
Musik: Miklos Rozsa
Regie: Billy Wilder
Bild: SW / gut
Ton: gut
Sprache: Englisch
Untertitel: nur Englisch
Filmdauer: 103 Minuten
Genre: Thriller / Film noir
Auszeichnungen/Nominierungen: Nominiert für sieben Oscars als bester Film, beste Hauptdarstellerin (B. Stanwyck), beste Regie, bestes Drehbuch, beste Musik, Kamera und Ton.

Es geht beim Film um zwei völlig durchschnittliche Menschen, deren Faszinität darin besteht, dass sie sich im negativen Sinne überbieten, als Wesen, welche mittels eines perfiden Planes alles daransetzen, um diesen zu verwirklichen.
Der von Beginn an vollkommen zwang- und haltlos sich ereignende Dialogaustausch zwischen MacMurray und Stanwyck ist so entzückend, dass man einem Paar wie diesem das höchste gemeinsame Glück wünschen würde, gäbe es hinter ihrer Liebenswürdigkeit nicht die Fratze der Lüge und des Wahnsinns, welche im Film nach und nach objektiviert werden.
Der durchschnittsgesichtige Fred MacMurray in tragender, bahnbrechender Rolle eines aufdringlichen, plappernden und dreisten Versicherungsangestellten, der einer Frau so verfällt, dass er bereit ist, für sie über Leichen zu gehen. Alles in diesem Film ist zielgerichtet nach der elektrisierten Begegnung zweier Menschen im Niemandsland der Moral, deren Begierden nach den niederen Elementen des Daseins derart dominieren, dass deren Menschlichkeit vollkommen entschwindet. Alles ist dem einen Ziel untergeordnet, die eigene Existenzleere zu überwinden, auch mittels eines gemeinen Mordes, wenn es so am Leichtesten zu bewerkstelligen ist.
Die unbewußte Sympathie für die beiden aneinander schicksalhaft hängenden Menschen ergibt sich aus der Tatsache, dass diese in ihrem Status unserem allgemeinen Menschsein ähneln. Sie spiegeln wieder das Unerlöstsein innerhalb einer - wenn auch relativ sicheren - Lebensstruktur. Ihre Gefühle der Unzufriedenheit sind ja echt und dem allgemein menschlichen Gefühl anverwandt. Ihre Sehnsüchte sind ja tatsächlich gerechtfertigt. Allerdings sind die Mittel für die Befriedigung dieser Sehnsüchte ziemlich böse, abgrundtief böse. Ein unschuldiger Mensch muß dafür sterben...dass die Anderen zu ihrem vermeintlichen Glück kommen - diese diabolische Erfüllung wird ihnen vorgegaukelt - und von ihnen hochgeschaukelt in gemeinsam-gegenseitiger sexueller Stimulanz bis zur unaufhaltsamen Selbstauslöschung.
Von daher ist zunächst Barbara Stanwyck hier in der Darstellung der skrupellosen Intrigantin die ultimativ idealste Besetzung - eines Oscar vollkommen würdig, auch wenn sie ihn nicht erhielt. Und Fred MacMurray ist echt stark - obwohl er in diesem Film ganz sicher nicht die Hauptrolle für sich beanspruchen durfte. Der wahre Star ist Barbara Stanwyck, die alles in der Handlung wie ein Sog an sich zieht und den blondgefärbt diabolischen Charakter eines abgrundtief enthemmten Weibes bis zum Exzess bravourös durchspielt. Alle Achtung vor dieser hohen, souveränen Einzelleistung - großen Respekt vor dieser einzigartigen Schauspielerin!
Die Suggestivität der Blicke ist in diesem Film ein tragender Bestandteil der Botschaften. Es ist darum auch schmerzvoll für den Zuschauer registrieren zu müssen, dass all das Schöne und grundsätzlich Gute in den äußeren Formen und Bewegungen der beiden schicksalhaft miteinander Verschworenen dem Desktruktiven dient...dem Abgrund entgegeneilend - darin sich wiederspiegelnd die Verflechtung des Menschen in das Fatum seiner Sündhaftigkeit. Und diese zerrissene, duale Symbolik können nicht alle Schauspieler in einem Film vermitteln. Aus dem Grund ist der Film ein Geniestreich. Da gelang eine perfekte Botschaft mittels der menschlichen Schauspielermedien, welche es verstanden, die Geschichte von der Sünde Adams und Evas in die moderne Welt zu transformieren, ohne deren modernes Outfit und Denken verbergen oder verleugnen zu müssen - das Gegenteil ist der Fall: die Darstellung der allgemein menschlichen Verflochtenheit in die Sünde wird aus der Perspektive des modernen Menschen noch tiefer und transparenter gemacht, so dass über das Medium Film die Einsicht in die menschlichen Abgründe klarer erscheint, als mittels jeder geschriebenen Form. Und echte, wahre und große Schauspieler haben diese bildhafte Objektivation der Wirklichkeit mittels ihrer hohen Hingabe ermöglicht und dem Zuschauer als mündigem Bürger offenbart. Und das ist der Sinn der Filmkunst, wie der Kunst im Allgemeinen. Das zutiefst Bittere an der Handlung des Filmes ist, dass die Liebe zu perversen Zwecken mißbraucht wird und dennoch in Momenten rein aufscheint, als ob es sich in der Geschichte um sie handeln würde. Der Zuschauer will ja, dass irgendwo etwas wie Liebe und ein Happy End gezaubert werden - aber diese unbewußte Erwartung ist unerfüllbar, weil die schlechten Taten die reinen Vorstellungen entstellen. Der Film ist ein ungebremster Trip direkt in den Schlund der Hölle, die dahin Fahrenden begleitend von Anfang bis zum Ende ihres Verhängnisses, als eine mahnende Studie, wie man sich seine persönliche Erlösung nicht erkaufen sollte. Billy Wilder gehörte zu den ganz großen, weisen Regisseuren der Filmgeschichte und hat sich mit diesem Film eines von mehreren unsterblichen Denkmälern geschaffen.

Disk 2:
Originaltitel: All I Desire
Deutscher Titel: All meine Sehnsucht
Produktionsland: USA
Premiere: 1953
Mit: Barbara Stanwyck, Richard Carlson, Lyle Bettger, Maureen O'Sullivan u.A.
Regie: Douglas Sirk
Bild: SW / sehr gut
Ton: gut
Sprache: Englisch
Untertitel: nur Englisch
Filmdauer: 76 Minuten
Genre: Melodram

Barbara Stanwyck spielt in diesem Film routiniert und solide. Ihre Darstellung ist stets glaubwürdig und sehenswert. Das kann aber nicht hinwegtäuschen über die melodramatische Seichtheit des Filmes im Allgemeinen. Die erfahrene Revuetänzerin besucht ihre heimatliche Kleinstadt, wo sie ihre Familie samt Ex-Gatte und Kindern aufsucht. Die Dramatisierung beruht auf einem ehemaligen Seitensprung, der im Schlußteil bekannt wird. Ansonsten ist der Film von der Haushälterin zur liebreizenden Mitarbeiterin des Ex, bis zu den pubertären Töchtern und schließlich der Grande Dame selbst überladen mit Frauen, welche einem Melodram stets die Würze entziehen, wenn es nicht zu tiefenexistenziellen Auseinandersetzungen kommt. Da bewegt sich dann alles in einem überzogenen Dauergeplapper samt Hin und Her der Frage, warum dies, warum das. Ein bedauerlicher Kreislauf der familiären Oberflächlichkeit im Film, den nicht mal Mrs. Stanwyck durchbrechen kann, geschweige denn Richard Carlson, dem am Ende nichts Anderes überbleibt, als Mrs. Stanwyck in seine Arme zu nehmen und nicht mehr aus dem Hause zu lassen.
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