Frankfurter Allgmeine Zeitung, 7.04.2008
"László Földényi hat einen wunderbar intelligenten und stilistisch brillanten Essay verfasst, der sich zum Plädoyer für die Denkfreiheit weitet."
Balduin Winter, Kommune, April 2008
"Letztlich wird es also eine Auseinandersetzung über Zivilisation und Glauben ohne den edrückenden Impetus, letzte Fragen auch beantworten zu wollen."
Rezension
»Ganz großartig sind die Passagen, in denen Földényi fast nebenbei klarmacht, aus wieviel versrängter Dunkelheit bei Hegel die Sehnsucht nach dem Licht kommt, nach Aufklärung und Vernunft, und wie zwanghaft er sich sperren musste gegen das Dunkle, das Chaotische in der Geschichte und in ihm selbst, um an seiner – für ihn offenbar unbedingt erforderlichen – hoffnungsvollen Sicht des Entwicklungsganges des Menschengeschlechts festhalten zu können. Wie Földényi einen Satz pber Afrika, der unmittelbar vor einem über Sibirien – also eine für den in der sibirischen Verbannung Hegel lesenden Dostojewski besonders interessante Passage – liest, das macht ihm keiner nach. Földényi sieht traumsicher, wie die Künstlerlegende allein es den Dichtern zuschreibt. Gleichzeitig aber beschreibt er, was er sieht, mit einer Klarheit, die reine Wissenschaft wäre, wenn sie nicht jenen Glanz hätte, der vom Stil her kommt. Man liest Dostojewski und wird deutlich klüger dabei.«
Rezension
"...sein wohl schönster geschichtsphilosophischer Essay in Hosentaschenformat..."
„Man liest Földényi und wird deutlich klüger dabei. Zugleich aber merkt man, wie taub, kurzsichtig und dumm man ist. Man lernt lesen bei Földényi und man lernt, dass man niemals so wird lesen können wie er.“
Werbetext
"...sein wohl schönster geschichtsphilosophischer Essay in Hosentaschenformat..."
L.J., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. November 2008
„Die schönsten, anziehendsten Bücher sind in diesem Herbst die dünnen. Der Gehalt wiegt bei László Földényis Essay über Dostojewski und Hegel, bei Èmile Ciorans „Aufzeichnungen aus Talamanca (..) bei „Revisionismus und Demokratie“ von Stefan Scheil , oder bei Niklas Luhmanns „Liebe“, wenn man sie zusammennimmt, geradezu eine mittlere Bibliothek auf.“
Gregor Dotzauer, Tagesspiegel, 24. November 2008
„(...) Aufgespannt zwischen den Begriffen Vernunft, Hölle und Transzendenz, rührt er (L.Földényi) auf wenigen Dutzend Seiten mit einer bewundernswerten stilistischen und gedanklichen Dichte an die Urgründe unserer hypotroph vernünftigen Zivilisation.“
Kerstin Decker, taz, 18. Februar 2009
„"Dostojewski liest in Sibirien...“ ist eines jener Bücher, bei deren Lektüre man sofort weiß, dass die eigentlichen Philosophen nur ausnahmsweise an Universitäten zu finden sind.“
Kurzbeschreibung
Wir wissen: Geschichte wird geschrieben von den Siegern. Aber nicht die Besiegten sind die Opfer der Geschichte. Denn schlimmer als besiegt zu sein, ist es, des Besiegtwerdens nicht wert zu sein. Die wahren Opfer der Geschichte sind die, deren Existenz uns nicht einmal bekannt ist.
Ausgehend von der Schilderung Dostojewskis Verbannung in Sibirien richtet Földényi in diesem eleganten Essay voll leiser Sprengkraft den Blick auf den blinden Fleck der Geschichte. Seine Überlegungen lesen sich wie ein kritischer Kommentar zur Gegenwart: Was aber, wenn man sie zu Ende denkt? »Unter den vielen Wegen, die zur Lektüre eines Buchs führen (von denen alle etwas geheimnisvolles an sich haben) findet sich auch einer, der über den Titel führt. Wir werden vielleicht nicht sofort von einem Buch angezogen, das sich die »Göttliche Komödie« nennt oder »Die Bekenntnisse «. Aber nur eine Seele aus Stein kann einem Titel wie »Dostojewski liest Hegel in Sibirien und bricht in Tränen aus« widerstehen. Ich begann sofort zu lesen, ohne Unterbrechung. Und dann eine weiteres Mal und schließlich glücklicherweise noch einmal. Der Inhalt übertrifft noch den großartigen Titel: Földényi ist ein brillanter, originärer und scharfer Denker, dessen philosophischen, geschichtlichen und ästhetischen Einsichten ich glücklich folge.« Alberto Manguel
Über den Autor
László F. Földényi, geboren 1952 in Debrecen, lehrt an der Universität Budapest und zählt zu den bedeutendsten Intellektuellen Ungarns. Für seine kunstphilosophischen, literatur- und kulturgeschichtlichen Werke erhielt er zahlreiche Preise.