Auch das siebte Dorian Hunter Hörspiel wird zunächst durch einen Rückblick auf die Kernereignisse der vorangegangenen Folgen eingeläutet. Mit der darauffolgenden Szene startet man allerdings nicht sofort bei Dorian Hunter, sondern nimmt Bezug auf die Vorgänge in dem Internat, von dem man schon in der vergangenen Episode etwas gehört hat und wohl auch in der nächsten verstärkt hören wird. Dieser Aufbau von neuen Handlungssträngen über mehrere Episoden hinweg ist grundsätzlich zwar nicht allzu ungewöhnlich im Sektor der Mystery-Hörspiele, in dieser konkreten Art und Weise aber schon ein wenig ungewöhnlich. Jedoch ganz klar im positiven Sinne.
Dorian Hunter befindet sich auf Borneo, wo er einen seiner Brüder aufgespürt hat, nämlich Dr. Jerome Hewitt - kongenial gesprochen von Sven Plate. Bereits seit seiner Ankunft wird Hunter von einem schwarzen Wagen verfolgt. Eine mysteriöse Botschaft weist auf einen seltsamen Amoklauf in der Gegend hin, für den der reiche Engländer Harry Richardson verantwortlich sein soll. Jedoch in den Erzählungen ergeben sich einige Ungereimtheiten, die auf übernatürliche Einflüsse hindeuten und Hunter so veranlassen, sich das ganze einmal etwas genauer anzusehen.
Im Gegensatz zur allerersten Szene, ist Hunters Aufenthalt auf Borneo anfangs noch nicht besonders gruselig, nichtsdestotrotz aber alles andere als langweilig. Immerhin geschieht in der gesamten Zeit mehr als genug. Dabei wird die Geschichte innerhalb des Hörspiels so gut erzählt, dass deren kleinere Schwachpunkte kaum durchscheinen. Insbesondere die Dialoge wurden richtig fein herausgearbeitet und lassen nicht selten einen herrlich trockenen, schwarzen Humor durchscheinen, wie er nicht besser in diese Serie passen könnte.
Insgesamt wird man dank einiger richtig starker Momente über die nicht ganz kurze Laufzeit wunderbar bei Laune gehalten. Vor allem gegen Ende gibt man nochmals richtig Gas. Da wird es teils schon ziemlich böse blutig.
Nahtlos fügt sich die moderne Musikuntermalung in dieses Bild ein. Auch wenn oft bereits bekannte Stücke zum Einsatz kommen, zeigen sich bislang nicht wirklich Abnutzungserscheinungen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Man will unbedingt mehr davon.
Der Sprechercast hält doch ein paar nette Überraschungen dabei. Sven Plate als Jerome Hewitt hatte ich bereits erwähnt. Eine Stimme, die einen gleich in den allerersten Minuten begegnet, noch ehe Dorian Hunter auf der Bildfläche erscheint, wird sicherlich nicht wenigen Hörspielhörern bekannt vorkommen. Nach langer Zeit ist Altmeister Gerlach Fiedler einmal wieder in einem Hörspiel zu hören. Die Stimme unverkennbar, die Rolle für ihn eher ungewöhnlich, was seine Performance jedoch in keinster Weise beeinfluss. Sehr schön ist es auch, Frank Gustavus in der Rolle des Marvin Cohen zu hören.
Fazit: Dorian Hunter steht weiterhin für beste Unterhaltung und ist momentan wohl fast so etwas wie die Referenz des modernen Geisterjägers. Düster, heftig und dank ausgefeilter Dialoge und eines stimmigen Drehbuchs zu keiner Sekunde langweilig.