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Dora Maar
 
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Dora Maar [Gebundene Ausgabe]

Mary A. Caws


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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Nach Picasso, nur Gott

Eine Monographie über die Künstlerin und Muse Dora Maar

Sie war Picassos «Weinende Frau» (1937). Dora Maar antwortete auf jenes berühmte Porträt noch im selben Jahr mit eigenen, zum Verwechseln ähnlichen Bildern, denen sie Titel gab wie «Weinende Frau vor rotem Hintergrund» oder «Weinende Frau unter einer Lampe». Als hätte es in dem Bild, das der Meister sich von ihr machte, etwas zurechtzurücken gegeben. Picassos «Pleureuse», eine Allegorie des Schmerzes, wurde zunehmend zur Chiffre für das Leben von Dora Maar an der Seite des Künstlers.

Wann immer die Sprache auf sie kam, fiel dieses Attribut, «als seien Tränen ihr bedeutendes Merkmal», schreibt Mary Ann Caws in ihrer fesselnden Monographie über «Dora Maar. Die Künstlerin an Picassos Seite» . Die Literaturwissenschafterin und Publizistin tritt mit ihrem Buch nicht an, um diese These zu widerlegen. Caws zeigt vielmehr, wie Picassos Bild von Dora Maar den Blick auf sie verstellte, um es fast beiläufig zu erweitern: zum Porträt einer komplizierten, starken und schillernden Frau, über die Picasso einmal sagte, dass er mit ihr mehr als mit anderen gelacht habe. In seltsamem Widerspruch schrieb er ihr in seiner Kunst die Rolle der Gequälten zu.

Dora Maar wurde 1907 in Paris mit dem bürgerlichen Namen Henriette Theodora Markowitsch als Tochter französisch-kroatischer Eltern geboren, wuchs in Buenos Aires auf und studierte, nach Paris zurückgekehrt, Photographie und Malerei. In den dreissiger Jahren wurde sie in den Kreis der Surrealisten aufgenommen, die fasziniert waren von der nonkonformistischen jungen Künstlerin und Meisterin der Selbstinszenierung. Maar kannte sie alle: Brassaï, André Breton, Man Ray, Paul Eluard; mit Georges Bataille verlebte sie eine heftige Affäre. 1934 gründete sie ihr eigenes Atelier und verfolgte zuerst den Stil einer politisch engagierten Strassenphotographie, hielt in Barcelona, London und Paris das Leben der Ausgestossenen und der sozial Benachteiligten fest. Später schuf sie im Bannkreis der Avantgarde Embleme der surrealistischen Photographie wie das «Bildnis von Ubu» (1936), dessen Geheimnis um das rätselhafte Sujet sie nie preisgab.

Die Begegnung mit Picasso bildete den Wendepunkt in Dora Maars Leben. Dora wird Geliebte, Muse, Modell und Dokumentaristin von Picassos Schaffen. In einer berühmten Bilderserie zeichnet sie die Entstehung seines Bildes «Guernica» (1937) nach. Picassos Kunst aus jener Periode zeigt sich umgekehrt besessen vom Gesicht der Dora Maar; in der Realität pflegt der «dämonische Geliebte», wie Maars Freunde ihn einmal nennen, im Versteckten die Beziehung zu Doras Vorgängerin weiter.

Picassos Zugriff auf die Geliebte war allmächtig und Dora Maars Zusammenbruch, nachdem er sie verlassen hatte, eine unvermeidliche Konsequenz nicht zuletzt ihrer eigenen Selbstaufgabe. Caws vermeidet in ihrer Würdigung jedoch den Blick auf Maar als weibliches Opfer. Eine solche Interpretation würde Maars eigenwilliger Persönlichkeit auch kaum entsprechen. Der Buchtitel der englischen Originalausgabe – «With & without Picasso» – macht auf schöne Weise unumwunden deutlich, dass es für Dora Maar von jenem schicksalshaften Moment, als sich die beiden im Café Deux Magots trafen, bis zu ihrem Tod 1997 kein Leben ohne Picasso mehr gab – und aus ihrer eigenen Überzeugung: auch nicht mehr geben sollte. Ihre Entsagung von der Welt «nach Picasso» mutet mitunter wie der Trotz der Verlassenen an. Ihre späten Gemälde der leer gefegten südfranzösischen Landschaft, Metaphern der Einsamkeit, nannte sie nicht sentimental, sondern seltsam überhöht: «Nach Picasso, nur Gott». Da hatte sie Picassos Bildnis von sich angenommen, nichts als ein «Teil des Planeten Picasso» zu sein (Heinz Berggruen). Es war ihre letzte Kunst, sie dauerte die Hälfte des Lebens.

Claudia Schwartz

Kurzbeschreibung

Berühmt wurde sie als die Geliebte Picassos, als seine Muse und als sein Modell. Doch Dora Maar war auch selbst Malerin und eine gefeierte Fotografin. Als Pablo Picasso sie 1936 im Pariser Cafe Deux Magots kennenlernte, war sie eine der schillerndsten Figuren im Kreis der Surrealisten.
Die Begegnung mit Picasso wurde zum Wendepunkt ihres Lebens. Er wurde zur zentralen Figur - für die Frau wie für die Künstlerin Dora Maar. In den Jahren dieser ungewöhnlichen Beziehung entstanden die weltberühmten Fotografien von Picasso und seinen Freunden an der Cote d'Azur und die Aufnahmen von der Entstehung des Gemäldes "Guernica". Als die "Weinende Frau" wurde Dora Maar zum Symbol von Picassos künstlerischer Haltung zu Krieg und Gewalt.
Nach dem Bruch im Jahr 1943 lebte Dora Maar völlig zurückgezogen. Erst nach ihrem Tod 1997 erfuhr die Öffentlichkeit von den Schätzen, mit denen sie sich in ihrer Einsamkeit umgeben hatte:Gemälde und Fotografien, weltberühmte Werke des Geliebten Picasso und Souvenirs aus der Zeit einer stürmischen Verbindung. Seitdem sind Dora Maars Leben und Werk wieder in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Dieses reich bebilderte Buch erzählt erstmals umfassend davon.Mary Ann Caws lehrt an der City University New York Englisch, Französisch und Vergleichende Literatur. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen über Kunst und Literatur des 20. Jahrhunderts. Insbesondere widmete sie sich den Werken des Surrealismus und seiner Protagonisten.

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