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Doppelweiß
 
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Doppelweiß [Gebundene Ausgabe]

Yasmina Khadra , Mohammed Moulessehoul
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Yasmina Khadra hat Ende 1999 in der französischen Tageszeitung Le Monde mit dem Bekenntnis Aufsehen erregt, hinter "ihrem" Pseudonym verberge sich nicht eine Autorin, sondern ein Mann. Mittlerweile hat Khadra auch diese Teilenthüllung seiner Identität bereut, denn mit jedem Verlust der Tarnung steigt auch die Gefahr für den Autor, wie viele kritische Intellektuelle in Algerien Opfer eines Anschlags zu werden. Khadras großartige Kriminalromane um den algerischen Kommissar Llob zeigen das ganze Dilemma und die Tragödie dieses Landes, dass sich seit Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg zerfleischt.

"Unser Land braucht weder Propheten noch einen Präsidenten. Es braucht einen Exorzisten." Die Worte von Ben Ouda, die er an Kommissar Llob richtet, klingen diesem noch in den Ohren, als der abgehalfterte Diplomat und Geschäftsmann in seinem Haus wenige Tage später geköpft aufgefunden wird. Der Geliebte des Ermordeten bezeugt, dass die Mörder nach einer Diskette gesucht und Ben Ouda gefoltert hätten, um in ihren Besitz zu gelangen, jedoch ohne Erfolg. Auf der Suche nach diesem Beweisstück gerät Kommissar Llob, der Moralist ohne Illusionen, erneut zwischen die Fronten fundamentalistischen Terrors, hoher Politik und großem Business. Doch diese Fronten verwischen, Fäden verwirren sich und in trübem Gewässer stochern Llob und der algerische Geheimdienst auf der Suche nach so etwas wie Schuld und Verantwortlickeit. Was sie schließlich finden, entpuppt sich als groß angelegte geheime Verschwörung, die der ermordete Ben Ouda zu enttarnen versucht hatte.

Yasmina Khadras Roman Doppelweiss ist als zweiter Teil einer Trilogie nach Morituri erschienen, die demnächst mit der deutschen Übersetzung von L'Automne des Chimères abgeschlossen wird. Jeder einzelne Teil dieser hochspannenden Trilogie darf ohne Übertreibung als einzigartiges Dokument der gegenwärtigen Tragödie Algeriens bezeichnet werden. Erst wenn Menschen wie Yasmina Khadra ohne Gefahr für Leib und Leben ihre wahre Identität werden preisgeben können, kann wohl von Entspannung in diesem nordafrikanischen Land gesprochen werden. --Ulrich Deurer

Neue Zürcher Zeitung

Algerische Emporkömmlinge

Yasmina Khadras zweiter Kriminalroman

«Die Polizei hat doch wirklich Besseres zu tun. Sie wird dafür bezahlt, dass sie uns den Fundamentalismus vom Hals schafft», herrscht der Unternehmer Dahmane Faïd den Kommissar Llob an. Wer die Situation im krisengeschüttelten Algerien der neunziger Jahre nicht genauer kennt, würde Faïd gerne zustimmen. In weiten Kreisen dominierte die Vorstellung, ein terroristischer Fundamentalismus bringe Tod und Schrecken in das doch einigermassen geordnete algerische Staatswesen – mit dem Ziel, einen Gottesstaat zu errichten.

Kommissar Llob – und mit ihm sein Autor mit dem Pseudonym Yasmina Khadra – sind da anderer Meinung. Wie in ihrer Sicht die Stützen der algerischen Gesellschaft zur Katastrophe beitragen, lässt sich nun in «Doppelweiss» (1997) nachlesen, Khadras zweitem Kriminalroman, wiederum gelungen ins Deutsche übersetzt von Regina Keil-Sagawe. Es liegt in der Natur der Kriminalromane mit gleich bleibendem Personal, dass sich die Schreibweise von Band zu Band kaum ändert; das Neue liegt im Inhalt.

Ben Ouda, ein homosexueller Diplomat mit literarischen Ambitionen, wird ermordet. Alles deutet auf eine moralisch motivierte Tat der Fundamentalisten hin: «Ben Ouda liegt in der Diele, enthauptet, die Arme wie am Kreuz ausgebreitet.» Als bald darauf auch Professor Abad Nasser umkommt, will niemand einen Zusammenhang herstellen – man ordnet die Tat den bekannten Intellektuellen-Morden zu. Zeugenaussagen verweisen in beiden Fällen auf eine Bande um den Emir Gaïd Ali, also tatsächlich auf Islamisten. Llob hat seine Gründe, den Fall trotzdem als nicht gelöst zu betrachten. Er sucht – unterstützt durch die Aussagen von Gaïd Alis Schwager, den er mit «den aktuellen Gepflogenheiten angemessenen Methoden» bearbeitet – nach Auftraggebern. Eine Spur führt ihn zu Dahmane Faïd und dessen Strohmann und Kompagnon Abderrahmane Kaak. Sie zu überführen, gilt nun Llobs ganzes Bestreben.

Anders als in «Morituri», Khadras bereits auf Deutsch publiziertem Roman, gehören Faïd und Kaak nicht zu jenen Mächtigen Algeriens, die ihren Einfluss und Reichtum zur Zeit des Kriegs und der sozialistischen FLN-Herrschaft angehäuft haben. Sie sind Emporkömmlinge, die den Durchbruch erst nach dem Beginn der von IWF und Weltbank verordneten algerischen Liberalisierung, mitten in der Katastrophe geschafft haben. Llob macht aus seiner Verachtung kein Hehl: «Dahmane Faïd ist nur aus einem einzigen Grund auf die Welt gekommen: um Geld zu scheffeln. ( . . .) Und es kam gar nicht in Frage, dass er zum Fläschchen griff, wenn man ihm nicht zuvor eine Banknote unter sein Lätzchen steckte. Erpressung, Prostitution, Rauschgift, Schmuggel, Politik: wo immer es was zu mauscheln gibt, hat er seine Hände im Spiel.» Dabei gibt er sich gern als Ehrenmann, wie Kaak auch, den Llob nicht vorteilhafter beschreibt.

In einem im Anhang abgedruckten Interview rechtfertigt der Autor, warum er Kriminalromane schreibt. Er will aufrütteln, die Ursachen der algerischen Katastrophe ins rechte Licht rücken – das scheint ihm in dieser Gattung besser möglich. Im Interview kommt er auch auf die Wahl seines Pseudonyms zu sprechen: «Heute bin ich stolz darauf, dass meine Romane unter einem weiblichen Namen erscheinen. Die algerischen Frauen haben während der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Islamisten viel gegeben und auch viel verloren. Ihre Tapferkeit ist einzigartig.» In krassem Gegensatz zu dieser Aussage steht die Art und Weise, wie die algerischen Frauen in «Doppelweiss» gezeigt werden: fast nicht, und wenn Llob einmal einer begegnet, so nennt er sie «Mieze». Dieser Umstand beeinträchtigt die Lektüre von «Doppelweiss» doch etwas, mit wie viel sprachlichem Reichtum das Buch auch geschrieben sein mag.

Dass «Doppelweiss» heute so aktuell ist wie 1997, zeigt die Geschichte des Autors: Wegen der schwierigen Verhältnisse im Land zog er es im Januar dieses Jahres vor, ins Exil zu gehen. Bei dieser Gelegenheit gab er das Geheimnis um sein Pseudonym preis: Khadra heisst in Wirklichkeit Mohamed Moulessehoul, wurde 1955 geboren und gehörte bis vor kurzem als hoher Offizier der algerischen Armee an.

Heinz Hug

Pressestimmen

„Doppelweiß ist der zweite Teil einer hochspannenden Trilogie und darf ohne Übertreibung als einzigartiges Dokument der gegenwärtigen Tragödie Algeriens bezeichnet werden." Ulrich Deurer, amazon.de „Was Yasmina Khadras Llob-Krimis einzigartig macht, ist, dass sie ihren Bullen für uns durch Algiers verkommene Gesellschaft wie eine Sonde durch die Kloake unter dem Pflaster schickt. Und einen gottverlasseneren Bullen als Llob wird man lange suchen..." Wilhelm Pauli, Kommune "Algerien schön, spannend und traurig zugleich." Eine Leserin, Amazon „Der spannende Kriminalroman bildet die Folie für eine kritische Darstellung der in Algerien herrschenden Gewalt und Korruption, der Atmosphäre von Angst und Verzweiflung. Zynisch und schnoddrig arbeitet sich Llob, der den Typus des einsamen Helden á la Marlowe verkörpert, an die Mörder und ihre Hintermänner heran, die zur neuen Macht- und Geldelite Algeriens gehören. Temporeiche, unterhaltsame Krimihandlung mit ernstem politischen Hintergrund." Daniela Neuenfeld-Zvolsky, ekz-Informationsdienst "Virtuos benutzt der Autor das Genre des Krimis zu einer kritischen Analyse von Politik und Gesellschaft seines Heimatlandes - die den Leser dankenswerterweise nicht mit falschen Illusionen abspeist." Dresdner neueste Nachrichten "Eine gelungene Mischung aus guter, schneller Lesbarkeit mit treffsicherem Stil macht das Buch in jedem Fall zu einem Spitzenkrimi." Alfred Ohswald, www.buchkritik.at

Kurzbeschreibung

Kommissar Llob löst seinen zweiten "Fall" und schaut dabei wieder hinter die Fassade der sich selbst zerstörenden algerischen Gesellschaft.
Die Ingredienzien passen für einen konventionellen Krimi: viele Verdächtige, garantiert Unschuldige, falsche Spuren, eindeutige Hinweise und wild wuchernde Spekulationen von Romanfiguren und Lesern gleichermaßen. Doch die algerische Autorin Yasmina Khadra ist eine durch und durch politische Autorin, die das Genre des unterhaltenden Kriminalromans zur kritischen Analyse von Politik und Gesellschaft ihres Heimatlandes nützt und auch wenig informierten Lesern ein authentisches Bild von Ursachen und Hintergründen vermittelt. Das war schon im ersten Band der Kommissar-Llob-Reihe ("Morituri") so.
Die erfundene Geschichte vom Millionär Faid Dahmane, den Strohmännern seines illegalen Finanzimperiums und den damit zusammenhängenden Morden deckt tatsächliche Verhältnisse auf und lässt hinter die Fassaden der sich selbst zerstörenden algerischen Gesellschaft schauen. Sie schildert eindringlich die Atmosphäre von Angst und Verzweiflung, Demütigung und Unterdrückung sowie hilflosem Aufbegehren, nennt Korruption, Verbrechen und Terror beim Namen, auch wenn die heute Mächtigen dahinterstecken. Denn Khadra schiebt die Schuld an den Zuständen nicht allein den Islamisten zu. Das ist auch der Grund, warum sie ihre Romane unter einem Pseudonym schreiben muss.Yasmina Khadra (Pseudonym) ist Schriftstellerin und lebt in Algier. Sie erfand die Figur des Commissaire Llob, den Helden von fünf Kriminalromanen, deren letzte drei in Frankreich herauskamen und eine Einheit bilden, eine Trilogie zum Thema Bürgerkrieg und seiner Hintergründe. Vorher und nachher veröffentlichte sie weitere Romane. Zur Trilogie, die mit Morituri beginnt, schreibt Yasmina Khadra: "Die Trilogie will eine möglichst getreue Analyse der Tragödie sein, die mein Land erschüttert."

Der Verlag über das Buch

Kommissar Llob löst seinen zweiten "Fall" und schaut dabei wieder hinter die Fassade der sich selbst zerstörenden algerischen Gesellschaft.

Über den Autor

Yasmina Khadra, Pseudonym einer in Algerien geborenen und lebenden Autorin bzw. eines Autors, denn in einem Interview mit einer französischen Zeitung hat sich Khadra als Mann "geoutet", was wiederum manche Experten nicht glauben, die an einen besonders verwinkelten Schachzug der Verfolgten (des Verfolgten) glauben. Khadras Wunsch gemäß bleiben wir beim weiblichen Pseudonym. Sie erfand die Figur des Kommissar Llob, des Helden von fünf Kriminalromanen, deren letzte drei eine Einheit bilden. In einem Brief an den Haymon-Verlag schreibt Yasmina Khadra: "Die Trilogie will eine möglichst getreue Analyse der Tragödie sein, die mein Land erschüttert." Nach Morituri und Doppelweiß wird der Haymon-Verlag auch L'Automne des Chimères herausbringen.
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