Nicht alles, was James M. Cain geschrieben hat, trägt das prädikat "wertvoll" (vor allem seine letzten Romane - er war der Trunksucht verfallen - waren ziemlicher Müll). Aber dieser Roman gehört mit Sicherheit zu seinen besten Werken.
Der Plot gleicht dem von "Wenn der Postmann zweimal klingelt": Mann verfällt Frau, und gemeinsam planen sie den Mord an ihrem Ehemann.
Die psychologischen Abgründe, die sich während des Handlungsverlaufs auftun, werden immer tiefer; man hat keine Ahnung, wie das Ganze ausgehen könnte, verschlingt immer wieder Seite um Seite, bis man am Ende die Seite 156 erreicht hat und noch den heißen Atem der handelnden Person im Nacken zu spüren glaubt.
Zudem legt das Buch ein Erzähltempo vor, das sich einige der heutigen Autoren ruhig mal abgucken könnten, denn wie ich feststellen musste, schreibt man heutzutage einen zähen Brei, bei dem's kaum zur Sache geht.
Da lob ich mir ein 156-Seiten-Buch mit durchgehender Spannung; besser als ein 400-Seiten-Buch mit -zig Seiten Durchhängern.
Insofern ist "Doppelte Abfindung" eine unbedingte Empfehlung. Sozusagen schon ein Klassiker.