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Die Geschichte hat nur einen Schönheitsfehler: Libbys Ehemann ist nicht tot. Er ist untergetaucht! Diesen Gedanken hegt auch Libby. Nachdem sie ihre Strafe abgesessen hat, spürt sie ihn auf, um Rache zu üben und ihn umzubringen, wohlwissend, dass sie für diesen Mord nicht angeklagt wird, denn aufgrund des so genannten fünften Zusatzes darf in den USA kein Mensch für ein Verbrechen zweimal angeklagt werden. Und Libby hat für den Mord an ihrem Mann schließlich schon gesühnt.
Keine Frage: Doppelmord erzählt eine der ungewöhnlichsten Rächerstorys der letzten Jahre. Und mit Ashley Judd steht eine der attraktivsten Schauspielerinnen der Gegenwart im Mittelpunkt des Geschehens. Dennoch trotz dieser optimalen Voraussetzungen gelingt es dem Film nicht, über das Niveau eines "Films-der-Woche" hinaus zu kommen. Statt den Racheplan und seine Ausführung in den Mittelpunkt des Filmes zu stellen und damit dem Kinoformat gerecht zu werden, beschäftigt sich die Geschichte lieber mit Libbys gefühlsduseligen Emotionen, was dazu führt, dass man den von Bruce Beresford (Miss Daisy und ihr Chauffeur) inszenierten Film sicher in viele Genres pressen kann, nur nichts ins Thriller-Genre.
Lediglich Ashley Judd gelingt es in einigen Szenen durch ihr Spiel Spannung zu erzeugen, so zum Beispiel in den New-Orleans-Sequenzen des Filmes, die nach Libbys Freilassung spielen und in denen sie ihren Ehemann aufspürt. Der Rest ist im besten Fall oberflächliche Spannung, die keinen besonderen Thrill aufkommen lassen will. Daran kann auch Tommy Lee Jones nichts ändern, der in der Rolle eines aufrechten Lieutenants überzeugt, der Libby von ihrer Tat abzubringen versucht. --Mark Englehart
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Damit beginnt dann der eigentliche Film, denn dort erfährt sie erstens, dass ihr Mann noch lebt und zweitens, dass sie für ein Verbrechen nicht zweimal verurteilt werden kann. Die Zeit im Gefängnis fällt ihr nicht leicht, doch die Kraft gibt ihr die Liebe zu ihrem Sohn Matty. Dieser spielt eigentlich eine Schlüsselrolle in dem ganzen Film, denn er ist ihr ein und alles und obwohl sie eigentlich ihren Mann hassen müsste und ihn verfolgen und auslöschen wollen müsste, geht es ihr nicht um Rache, sondern nur darum, ihren Sohn zu finden und wiederzubekommen. Probleme hat sie dabei allerdings, weil sie, nachdem sie gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hat, von ihrem Bewährungshelfer und der Polizei verfolgt wird. Und dann ist da ja auch noch ihr Ex-Mann...
Auf jeden Fall ist der Film spannend und fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Ashley Judd spielt die Rolle der liebenden Mutter, die alles tun würde um ihren Sohn zu finden sehr gut und überzeugend und auch Tommy Lee Jones (der Bewährungshelfer) macht als ihr Verfolger eine gute Figur. Das einzige Manko - das auch bei vielen anderen Filmen immer wieder auftaucht - ist, dass die Charaktere immer im falschen Moment zögern zu schießen... Damit wird die Handlung an einigen Stellen einfach zu vorhersehbar.
Die DVD selbst ist in Dolby Digital aufgenommen und die verschiedenen Kanäle werden glücklicherweise auch genutzt, jedoch hat man manchmal das Gefühl, dass der Klang eher ein wenig linkslastig ist. Das ist ein wenig unerfreulich und irritierend. Das Bild ist allerdings in guter Qualität.
Trotz der beiden kleinen Kritikpunkte bleibt der Film ein ausgezeichneter Thriller, den man sich auf jeden Fall auch gut mehrmals ansehen kann.
"Doppelmord" erinnert sehr stark an "Auf der Flucht" mit Harrison Ford. Libby wird irrtümlich angeklagt ihren Mann getötet zu haben - Dr. Kimble seine Frau - und setzt daraufhin alles daran, ihre eigene Unschuld ans Tageslicht zu bringen. Natürlich gibt es inhaltliche Abweichungen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Libby im Gegensatz zu Kimble ihre Gefängnisstrafe antritt und auch absitzt. Allerdings erleben wir auch in diesem Film Tommy Lee Jones in der Rolle eines Gesetzesvertreters, diesmal nicht als knallharter US-Marshal, sondern als strenger Bewährungshelfer, der Libby nach ihrem Gefängnisaufenthalt in einem Wohnhaus für ehemalige Strafgefangene unterbringt. Vergleichbar zu "Auf der Flucht" ist wiederum, dass Jones auch hier zunächst versucht die sich auf der Flucht befindende Person zu fassen und nach und nach doch von deren Unschuld überzeugt wird.
Was die darstellerischen Leistungen anbetrifft, so erlebt man einen Tommy Lee Jones in guter, aber nicht überragender Form. Zumindest im direkten Vergleich zu früheren Filmen wirkt er hier teilweise etwas lustlos, was sicherlich auch an der relativen Anspruchslosigkeit der Rolle liegen mag. Ashley Judd hingegen glänzt über die gesamte Laufzeit des Films und bringt ein weiteres Mal ihr wandlungsfähiges Talent zum Vorschein.
Im Ganzen ein packender Thriller, der allerdings nur streckenweise die Qualität von "Auf der Flucht" erreicht. Trotzdem auf jeden Fall sehenswert.
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