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The Fall Of Troy stammen aus dem US-Bundesstaat Washington, haben das zarte alter von 20 Jahren alle noch nicht erreicht und spielen eine Musikrichtung, die sich am ehesten als Progressive Hardcorepunk beschreiben lässt. Die Band besteht aus 3 zarten Jünglingen - Thomas Erak an der Gitarre und am Mikrofon, Tim Ward am Bass und am Mikrofon sowie Andrew Forsman an den Drums.
Im Klartext heißt das: Extrem komplexe Gitarrenarrangements, erzählender Sound, gute Musik.
Auf "Doppelgänger", dem 2ten Album der Band wurden einige alte Songs von ihrem ersten, selbsbetitelten Album neu veröffentlicht. Insgesamt lässt sich "Doppelgänger" als ein Album beschreiben, das Gehirne zersägt - das ist nicht übertrieben.
Und dann geht es los - "I Just Got This Symphony Going" zeigt gleich, hier sind Leute am Werk, die ihr Handwerk beherrschen. Eraks Gitarrenspiel ist technisch allerhöchstes Niveau und lässt sich am ehesten als Yoga auf Speed beschreiben. Doch lass die Gitarre ruhig kreischen - Sowohl Gitarrero als auch Basser können das auch. Mal melodisch, mal mit biestigem Gekeife stellen sie ihre Sangeskunst zur Schau. Ein wahrer Ohrenschmaus, wenn man den Jungs die Zeit gibt, ihre Musik, die schlicht und ergreifend in keine Schublade passt, mal wirken zu lassen.
Dann ergreifen den geneigten Hörer fast schon tanzbare Songs wie "F.C.P.R.E.M.I.X." oder "Mouths Like Sidewinder Missiles", lassen ihn Prog-Sahnestücke wie "Macauly McCulkin" oder "The Ho[ ]ly Tape" spüren wie sich vor ihm kilometerhohe Klangmauern aufbauen, die sofort wieder eingerissen werden. Daran trägt auch das atemberaubende Bass- und Drumspiel Schuld, das allerdings manchmal wirkt als würde es nur aus dem Ruder laufen. Doch nichts davon ist Zufall - sofort stellt sich beim Hörer ein "Aha"-Effekt ein.
The Fall Of Troy sind laut, ja. Sie sind unvernünftig, sie sind so schnell dass einen entweder die Atemnot oder der Brechreiz befällt, ABER sie sind authentisch. Alles wirkt bis ins kleinste Detail ausgetüftelt. Ähnlichkeiten mit The Mars Volta, At The Drive-In, Coheed And Cambria und den Blood Brothers sind zwar offensichtlich, aber lassen nur vage erahnen, um was für eine Art Musik es sich handelt. Das beste ist es, sich diese Platte (oder zumindest ein paar Songs daraus) anzuhören und selbst zu urteilen, ob die Mixtur mundet.
Aber bitte Riechsalz und Kotztüten bereithalten.
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