Ein gelangweilter Privatier, ein Banker und ein Kunstprofessor planen den perfekten Kunstraub - sie wollen am Tag der offenen Tür Originalgemälde im Museumsdepot unbemerkt gegen Fälschungen austauschen. Dafür brauchen sie die Hilfe eines bekifften Fälschers und des Mafiachefs von Edinburgh, mit dem eine norwegische Hell's Angels Truppe noch eine offene Rechnung hat...
Die ersten 75 Seiten haben mich so angelangweilt, dass ich das Buch beinah für immer beiseite gelegt hätte. Die Motivation der drei Männer für den Raub fand ich an den Haaren herbeigeholt: Erst wollten sie die Bilder befreien aus den Katakomben, in denen sie der Kunstwelt entschwunden sind, und dann planen sie einen Raub, in dem die Bilder nur eine Gruft (Museumsdepot) gegen eine andere Gruft (das Eigenheim - aber wo dort? Ins Wohnzimmer kann man Diebesgut schwerlich hängen, außer man hat nie mehr Besuch) tauschen - hää? Der Plan zieht immer größere Kreise und bekommt immer mehr Mitwisser, die Verschwiegenheit und Besonnenheit der einzelnen ist zweifelhaft, dass das Weichei Allan Cruikshank über einen Monat lang allen Ernstes einen solchen Plan mitträgt und schließlich mitumsetzt etc etc. Die Protagonisten wirken selten dreidimensional, selbst bei der am besten gelungenen Figur, Allan Cruikshank, sind Unstimmigkeiten.
Der Krimi braucht also seine liebe Zeit, bis er aus dem Quark kommt. Aber als dann endlich in der Mitte der Raub stattfindet, wird die Handlung auch sehr viel dichter und spannender. Es liegt wohl daran, dass jetzt nicht mehr Motivationen unglaubwürdiger Figuren und eine langatmige Zusammenführung von unterschiedlichen Protagonisten stattfindet, sondern dass die innere Handlung auf einen Schlag ersetzt wird durch eine rasante äußere Handlung, die nicht mehr Zeit und Raum lässt für all den unnötigen Gedankenkram der Figuren.
Fazit: Die zweite Hälfte des Buches nimmt gefangen und reißt mit - also schön brav durch die dröge erste Hälfte beißen! Wegen des langwierigen Spannungsaufbaus in der ersten Hälfte nur 3 Sterne.