Nach seinem Hitalbum "Start the Car", auf dem er in einer furiosen Mischung Westcoastrock und Road-Balladen mischt, meldet sich Jude Cole mit einem dritten Album zurück, das stilistisch in eine gänzlich andere Richtung zielt. Den harten Gitarrenrock des zweiten Albums sucht man hier vergeblich; statt dessen finden sich hier sehr ruhige, sparsam arrangierte, melancholische Songs, bei denen die Texte das Schwergewicht bilden. "I don't know why I act this way" ist weit weniger radiotauglich als "Start the car", und von richtigen Ohrwürmern kann man hier kaum sprechen, auch wenn z.B. "Heavens last attempt" schon ziemlich eingängig ist. Dies liegt vielleicht auch daran, dass Cole sich hier mit seinen Texten an komplizierte Themen wagt, deren Charakter sich auch in der Musik widerspiegelt. "Joe", bei der er parallel zum von Kiefer Sutherland gesprochenen Text singt, reflektiert beispielsweise einen selbstzerstörerischen Zug, der im scharfen Kontrast zu einer scheinbar perfekten Lebenssituation steht: "Life is good, you know we're lucky living in the U.S.A., we've got everything we've ever dreamed of, but I don't know why I act this way." Obwohl Cole mit diesem Album etwas komplett Neues versuchte, kann er hier voll überzeugen. Leute, die "Start the car" kannten und mochten, sollten jedoch zuvor Probe hören, denn der andere Stil ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack.