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Produktinformation
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Moviemans Kommentar zur DVD: Bis auf die Kompressionswerte, die auch noch befriedigen, bietet die Disc einwandfreies Bild und vor allem Tonmaterial. Auch die Extras kommen in der Special Edition nicht zu kurz und vermitteln ein wunderbares Gefühl für Land und Leute.
Bild: In optischen Belangen geben sich die Werte der Disc recht schwankend. Während der sonnigen Wüstenszenen finden sich herausragende Schärfewerte, die sich mit brillanten Farbstimmungen paaren (Ritt durch die Wüste, 00:03:03). Zu späterem Zeitpunkt finden sich aber auch zahlreiche Einstellungen, die leicht schwammige Schärfewerte und eher blasse Farbnuancen aufweisen (Gesicht, 00:53:43). Im Detail arbeiten die Optiken aber stets äußerst klar konturiert (01:42:10). Artefakte hingegen stellen ein gängiges Problem dar (Häuser, 00:51:40) und ziehen sich häufig entlang Kanten, feiner Strukturen und Muster. Die Kontraste gestalten sich durchgängig gut (Sofa und Shepard auf Straße), wenn aus stilistischen Gründen auch häufig mal die Werte künstlich hochgezogen wurden. Von Rauschen bleibt das Material bemerkenswert verschont, nur auf hellen Himmelsflächen oder Wänden machen sich dann doch hin und wieder einige milde Rauschfelder bemerkbar (01:15:13).
Ton: Der Sound der Disc wurde überaus voll und gewaltig vital gestaltet. Dabei wurde aber auch stets genügend Raum für feinstimmige Details berücksichtigende Momente gelassen. Gleich zu Beginn des Filmes wummert der Subwoofer schon ordentlich (Pferdehufe, 00:00:51), während der Wüstenwind (00:00:56) sanft durch den Hintergrund rauscht. Auf allen Tonebenen finden sich eindrucksvolle Dynamiken, die einem die Bilder akustisch so nahe bringen, dass man sich vor einem vorbeifahrenden Zug (00:07:46) geradezu instinktiv duckt. Stets werden Höhen und Tiefen voll ausgenutzt. Sämtliche vorhandenen Boxen geben fast alles, was ihnen zur Verfügung steht. Dennoch kommt die Akustik an einen von Effekten überbordenden Actionfilm nicht ganz heran. Dazu bietet der Film nicht genügend Aktionspotential. Deutsche Synchronisation und Original sind sich sprachlich so gut wie ebenbürtig, gleichermaßen vorbildlich voluminiert und in punkto Dialoge sehr schön in der Atmosphäre verankert. Die DVD ist zudem mit einer Hörfassung für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet.
Extras: Die Disc bietet ein erstaunlich umfangreiches Bonusprogramm, das vor allem durch zahlreiche Interviews und Deleted Scenes überzeugen kann. Neben einem Audiokommentar von Wim Wenders und dem Trailer zum Film (2:18 Min.) existieren Interviews mit Wim Wenders (5:31 Min.) über die Geschichte, die Arbeit am Drehbuch mit Sam Shepard, die Arbeit mit den Schauspielern, über die Figuren und die zukünftige Wenders-Arbeit in Deutschland. Weiterhin mit Sam Shepard (2:42 Min.), Jessica Lange (4:43 Min.), Tim Roth (0:36 Min.), Sarah Polley (0:35 Min.), Gabriel Mann (0:22 Min.) und Eve Marie Saint (1:22 Min.). Eine Wenders-Biografie kommt in Textform daher, die Deleted Scenes (22:09 Min.) sind mit Audiokommentar von Wenders anwählbar und wegen der Begründungen sehr informativ. Fünf Trailer aus dem Programm beschließen die Extras auf Disc 1, die aber durch das Programm auf Disc 2 erweitert werden. Dort finden sich die Featurettes "Going Places" (94:27 Min.) und "Videotagebücher" (25:33 Min.). Ersteres begleitet die Dreharbeiten in den verschiedenen Landschaften, von Städten bis zu Wüstengebieten. Wenders wird bei der Arbeit am Set beobachtet. Die Videotagebücher erzählen, wie alles los ging, das Reisen, die Dreharbeiten, stellen die Crew und den Alltag am Set vor. Eine sehr schöne und zugleich unterhaltsame Arbeit. Insgesamt bekommt man eine Menge Infos durch das schön gestaltete aber auch leicht zurückhaltende Bonusmaterial vermittelt. Angenehm! --movieman.de
Inhalt: Der alternde Ex-Filmstar Howard Spence (Sam Shepard) lebt von Rollen in unbedeutenden Filmen und zehrt vom Ruhm vergangener Tage. "Don't Come Knocking" steht auf einem Pappschild an seinem Wohnwagen (und am Eingang zu seiner Seele).
"Bitte nicht stören!" heißt das bei uns. Eines Tages will er nicht mehr, er flüchtet vom Set und reitet/fährt heim in eine lähmende Kleinstadt, zu - seiner Mama (Hollywood-Ikone Eva Marie Saint), die er schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch das kann ihn nicht trösten (No boy, es führt kein Weg zurück in die Kindheit und Jugend, außer in der Erinnerung). Dort erfährt er von der Existenz eines Kindes, seines Sohnes Earl (Gabriel Mann). Der "One-Night-Stand-Man" mit der ganzen Trostlosigkeit eines Menschen, der einst im strahlenden Mittelpunkt stand und im Laufe der Zeit zur Randfigur wurde, horcht auf. Ein Kind. Eine Chance? Etwas Authentisches in der Wüste der Fast-food-Welt, an der er lange mitgewirkt hat und die er nun so satt hat? Er findet den Jungen, einen erwachsenen Mann, der alles andere als begeistert von einem plötzlich auftauchenden "Vater" ist. Auch für Earls Mutter, seine ehemalige Flamme Doreen (Jessica Lange) ist er eher ein Gespenst, eine Gestalt aus vergangenen Tagen. In einer Welt, wo Männer und Väter, besonders Väter, versagen, hat sie schon lange eine Stärke entwickelt, die ihn überflüssig sein lässt. Verpasstes Leben lässt sich nicht zurückspulen. Da taucht auch noch ein Mädchen namens Skye (Sarah Polley) auf und der "Vater" bekommt alle Hände voll zu tun......
Wim Wenders hat es einmal mehr geschafft, auf einzigartige Weise gebrochene Menschen zu zeigen, die ziellos in der grandiosen Weite Amerikas herumirren. Ein Film für Fans von amerikanischen Landschaften mit seinen verloren blinkenden, überdimensionalen Reklameleuchten (nirgendwo wird das Nichts so schön angepriesen wie dort); für Fans von Roadmovies mit leisen, tragischen, komischen Zwischentönen und viel Raum für eigene Phantasien. Es scheint unmöglich zu sein, ein Stück Heimat zu finden. Nicht in der Realität, nicht im Herzen und trotzdem, trotzdem geben die unbeachteten Alltagshelden nicht auf. Und das ist dann wieder tröstlich.
Filme wie diese gehören auf die großen Leinwände und in die Dunkelheit der Kinosäle. Ich weiß. Trotzdem warte ich schon sehr darauf, den Film "in den Händen zu halten", zu besitzen. Natürlich muss es die Special-Edition mit den vielen Extras sein. Wim Wenders geizt zum Glück nicht mit Einblicken in seine Beweggründe für einen Film und mit Blicken hinter die Kulissen. Er lässt uns so weit wie möglich teilhaben. Und den Film noch einmal mit seinem Kommentar unterlegt anzusehen ist ein ganz eigenes, zusätzliches Vergnügen. Ich freue mich drauf.
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