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Fast alles, wohl bemerkt. Denn Donnie Darko ist eine düster-komische, surreale Reise, in der Themen wie Raum, Zeit und Moral verwoben werden mit der klassischen Geschichte über das Erwachsenwerden und den Kampf eines Jugendlichen, die Welt um ihn herum zu verstehen. Der Film hinterlässt beim Zuschauer mehr Fragen als Antworten, aber daran liegt ja auch sein besonderer Reiz. Die Darbietungen sind großartig: Jake Gyllenhaal spielt die Rolle des "verwirrten Jungen" zurückhaltend genial; dadurch brechen Donnies Angstepisoden förmlich aus dem Bildschirm hervor.
Einige großkalibrige Gastrollen geben dem Ganzen den besonderen Touch: Mary McDonnell als Donnies schwer geprüfte Mutter, Jim Cunningham, Patrick Swayze als Persönlichkeitsentwicklungs-Guru mit einem schrecklichen Geheimnis sowie Noah Wyle und Drew Barrymore als Donnies progressive Lehrer. Donnie Darko ist für den einen oder anderen zweifellos eine Spur zu abstrus, aber die Mischung aus hervorragenden schauspielerischen Leistungen, intelligentem Dialog und einer höchst einfallsreichen Geschichte wird diejenigen ansprechen, die etwas Anspruchsvolleres als den durchschnittlichen Teenie-Klamauk suchen. --Kristen Bowditch
Regisseur Richard Kelly war bei der Kinoversion in seiner künsterlischen Freiheit eingeschränkt: aufgrund des geringen Budgets konnten einige seiner Wunsch-Lieder, für die die Lizenzkosten zu hochen waren, nicht in den Film eingebaut werden. Desweiteren war er Regie-Erstling und musste so diverse Schnittauflagen erdulden, unter anderem die, nicht über 2 Stunden zu gehen. Und nun gibt es den Director's Cut: Nach dem großen, nachträglichen Erfolg trat man an Regisseur Richard Kelly heran und bat ihn, den Film so fertig zu stellen, wie er es eigentlich vorgesehen hatte. Und hier zeigt sich ausnahmsweise, wie die Schnittauflagen eines Studios einem Film auch mal Gutes tun können. Ohne zuviel verraten zu wollen: die Veränderungen sind zum Teil vehement, lassen insgesamt viel weniger Interpretationsspielraum und bringen den Film deutlicher in Richtung Mainstream-Kino. Für diejenigen, die die Kinoversion schon kennen: es gibt Einblendungen des Buches "Philosophy of Time Travel", die den Fluss des Films stark stören; die hervorragende Musik von Michael Andrews ist an mehreren Stellen z.T. vehement zurückgenommen worden und plätschert eher im Hintergrund dahin - wenn überhaupt; hinzugekommen sind viele unnötige Soundeffekte, die den Film aufblasen, aber nichts Neues bringen; Mike Bauer hat zusätzliche, monotone, tiefklingende Keyboardschwurbelmusik konstruiert, die in fast allen Szenen auftaucht, die vorher perfekt ohne Musik auskamen, und jetzt nur nervt - z.B. in der allerletzten Schlussszene; ein paar Dialogteile sind dafür komplett rausgefallen - meistens, um die Story zu vereinfachen; usw usw.
Kelly hat natürlich das gute Recht, seinen Film so zu machen, wie er will. Man merkt aber sehr deutlich, dass er nicht verstanden hat, welche Aspekte seines Films das Kult-Phänomen haben entstehen lassen - was also das Besondere daran war. Letztendlich war der Film also doch nicht das Resultat eines genialen Regisseurs, sondern nur das glückliche und zufällige Zusammentreffen verschiedener anderer Faktoren.
Also, wer die Version sehen will, die der Regisseur sich vorstellte, nehme den Director's Cut. Wer die Version sehen will, die überhaupt nur in der Lage war und es geschafft hat, das Kult-Phänomen auszulösen, nehme die normale Kinoversion.
Vergesst den Director's Cut. Es kann nur einen geben - und das ist der Donnie Darko, wie er in der Kinoversion existierte. Donnie Darko Director's Cut: 3 Sterne (weil die Kernstory immer noch da ist)
Donnie Darkos Leben Ende der 80er erscheint von Anfang an irgendwie auseinandergefallen, bedroht, in Lethargie einem Ende zutreibend. Und diese Stimmung durchzieht den ganzen Film. Ich will auch gar nicht versuchen, irgendwelche Interpretationen anzustrengen. Das DD-Kontinuum hat wohl Platz auch für die absurdesten Theorien, und wer den Film gesehen, einzelne Szenen zwei-, drei-, viermal auseinandergenommen und auch im Internet hier und da mitgegrübelt hat, weiß, dass nichts so amüsant, aber auch so unbefriedigend sein kann.
Deshalb ist "Donnie Darko" nicht unbedingt ein spannender Film (auch wenn Spannung an sich reichlich vorhanden ist). Aber es geht um mehr: Um eine Atmosphäre, um Möglichkeiten und Begrenzungen menschlicher Erkenntnis, um Zeitstimmungen, um Hasen und um die Zeit. Das alles ist so miteinander verwoben, dass man in den Horizont, den der Film anbietet, wunderbar eintauchen kann. Und wenn man am Ende wieder auftaucht, verharrt man noch ein bisschen länger oder kürzer in diesem eigenartigen Gefühl, das er auslöst. Ein Gefühl, als ob etwas verloren wäre, dass wir aber auch gar nicht haben wollen- und trotzdem sind wir traurig. Eine Aussage, die mindestens so rätselhaft ist wie dieser Film... ;-)
Ich persönlich bevorzuge jedoch die Kinoversion, ist diese für mich wesentlich düsterer und geheimnisvoller als dieser DC.
Welchen ihr letztendlich kauft, bleibt euch überlassen, ich empfehle jedoch die Kinoversion VOR dem DC zu schauen, damit ihr die Änderungen sehen und Euch darüber Gedanken machen könnt!
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