Hätte David Lynch eine Teenie-Komödie á la "Zurück in die Zukunft" inszeniert, vermutlich wäre ein Film wie "Donnie Darko" herausgekommen - mit allen Zutaten, die das Mysteriöse, Verwirrende, Unerklärliche und Abgründige abbilden. Nicht Unterhaltung, sondern Verstörung scheint als Ziel gesteckt, fernab vom meist hoch budgetierten Mainstream-Kino (bei denen die Gagen der Hauptdarsteller oft ein vielfaches der Gesamtproduktionskosten von "Donnie Darko" sind - der Film kostete die bescheidene Summe von 4.5 Mio$). Angeblich war ein Eisblock, der aus der Flugzeugtoilette in ein Einfamilienhaus einer amerikanischen Kleinstadt gekracht war, die Inspiration für Regisseur Richard Kelly, diesen Film zu machen. Und so begab sich ein talentierter Jungregisseur, einen der ambitioniertesten Filme der letzten Jahre zu drehen. Von Anfang an war klar, daß es sich um eine Independent-Produktion handeln sollte - und statt auf breitangelegte PR setzte man auf Mundpropaganda. Ein Entschluß, der zunächst nur im angloamerikanischen Raum aufgehen sollte: In Deutschland und Österreich schaffte es "Donnie Darko" erst gar nicht in die Kinos (von ein paar Arthouse-Lichtspieltheatern abgesehen), doch wie hätte das Popcorn-Kino geeichte Massenpublikum mit diesem Film auch umgehen sollen?
Sein Publikum fand "Donnie Darko" hierzulande via DVD, und eine kleine aber feine Community rätselte alsbald über die vielschichtige Story dieses...Science Fiction-Films...oder doch, Horrorfilms? "Donnie Darko" entzieht sich konventionellen Seh- und Interpretationsschemen, läßt unterschiedlichste Deutungsmöglichkeiten zu, von denen jede ihre Berechtigung hat.
Musikalisch knüpft der Soundtrack dieser Philosophie an, die vorliegende Doppel-CD bietet sämtliche Songs und Kompositionen aus dem Film in voller Länge, scheinbar gegensätzliche Musikgenres wie "Ave Maria" und "Mad world" gelangen hier zu einem ungewöhnlichen Zusammenspiel. Für Liebhaber der alternativen Musik eine in jeder Hinsicht empfehlenswerte CD!