Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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80 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse Film, der nicht nur beim ersten schauen begeistert…, 20. März 2006
Zunächst sei gesagt, wer Spaß und Freude an „Zeitreisefilmen“, wie „The Butterfly Effect“ oder „The Jacket“ hatte, muss nicht folgerichtig das gleiche bei „Donnie Darko“ empfinden. Zwar ist das Thema Zeitreise auch hier Dreh und Angelpunkt der Geschichte, jedoch erzählt der Film eine ganz eigene Geschichte, die wesentlich komplexer und durchdachter ist als die seiner Mitstreiter und die man zudem nicht wirklich als kurzweilige Unterhaltung bezeichnen kann. Aber gerade das macht Richard Kelly’s Erstlingswerk aus! Einzusiedeln ist „Donnie Darko“ irgendwo zwischen Science-Fiction, Teenie-Komödie und Drama. Thematisiert wird das Erwachsenwerden, die Kritik am amerikanischen Schulwesen, und wie schon gesagt das Zeitreisen. Zu viel finden Sie? Ich sage Nein! Genau richtig!Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ist ein 16jähriger Teenager aus Middlesex, einem kleinen amerikanischen Vorort an der Westküste Amerikas. In einer der ersten Einstellungen erwacht Donnie auf einem Golfplatz in seiner Heimatstadt. Nicht ganz normal möchte man meinen, ist es auch nicht, denn Donnie ist Schlafwandler und zudem erscheint ihm von Zeit zu Zeit eine Person in einem surreal anmutenden Hasenkostüm (gespielt von James Duval), die ihn vor der bald nahenden Apokalypse warnt. Eben dieser Hase war es auch, der Donnie nachts zuvor aus dem Bett gelockt und ihn zum Golfplatz geführt hat. Was er nicht weiß ist, dass der Hase ihm damit das Leben gerettet hat, denn just in dieser Nacht ist eine herrenlose Flugzeugturbine in sein Zimmer gestürzt. Diese Turbine wird jedoch erst knapp einen Monat später von einem Flugzeug abfallen in dem Mutter und Schwester Darkos sitzen… Und das ist auch schon der Konflikt des Filmes, denn durch den Absturz der Flugzeugturbine, die scheinbar durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum ihren Weg nach Middlesex gefunden hat, entsteht eine Parallelwelt die droht in sich zusammenzustürzen. Und schnell wird klar, das Donnie Darko der Auserwählte ist, an dem es liegt dieses „Wurmloch“ zwischen Raum und Zeit zu schließen und Middlesex mitsamt Freunden und Verwandten zu retten. Und das ist letztlich nur möglich, wenn er sein eigenes Leben opfert. Dieser kurze Abriss des Inhaltes zeigt, neben der Science-Fiction, auch die Dramatik in Donnie Darkos Aufgabe, denn er muss sich damit abfinden sein eigenes Leben herzugeben um die Gesetze von Raum und Zeit wieder ins Lot zu bringen und das, wo er doch gerade die Liebe seines Lebens, Gretchen, kennen gelernt hat. Diese Dramatik zeigt sich sehr schön in einer Szene als Donnie mit einem unendlich langen Blick Abschied von Gretchen nimmt. Doch all das Traurige und Dramatische in dieser Geschichte ist eingepackt in die bunte und lebendige Highschoolwelt des kleinen Vorortes, so dass der Film auch ein ganzes Stück weit Teenie-Komödie ist, mit knackigen und wirklich lustigen Dialogen und vor allem einem überaus gelungenem Soundtrack. Doch diese, scheinbar grundverschiedenen, Genre versteht Richard Kelly außerordentlich gut zusammenzufügen, alles wirkt wie aus einem Guss. Doch das ist nicht nur der Verdienst des Regisseurs, hervorheben sollte man vor allem die schauspielerische Leistung der Darsteller, allen voran Jake Gylenhaal, alias Donnie Darko, der traumhaft spielt und in diesem Film sicherlich unersetzlich ist. Neben Jake Gyllenhaal seien stellvertretend noch zwei weitere Namen genannt, die sich durch ihre schauspielerische Leistung besonders vorgetan haben – Mary MacDonnell (als Darkos Mutter) und Beth Grant (als etwas durchgedrehte Lehrerin). Mary MacDonnell ist eine außergewöhnliche Schauspielerin und genau die richtige Besetzung für Donnie’s Mutter, die durch ihr schauspielerisches Können, der Mutter-Sohn-Beziehung eine unglaubliche Tiefe verleiht. Die Andere, Beth Grant, spielt die konservative Klassenlehrerin Kitty Farmer, die ihren Schülern sehr fragwürdige Weisheiten des selbstverliebten Motivationsgurus Jim Cunningham (Patrick Swayze) beibringt. Kitty Farmer ist in „Donnie Darko“ so was wie die personifizierte Kritik am amerikanischen Schulsystem, welches sie stur und eisern verteidigt. Letztlich bleibt nur noch eine Anmerkung zu machen, und zwar dass man sich für „Donnie Darko“ Zeit nehmen sollte. Der Film ist voller kleiner Anspielungen und interessanter Einstellungen, die man nicht alle beim ersten sehen mitbekommt. Ebenso interessant und gut gelungen ist Richard Kelly das Zusammenspiel zwischen Donnie Darko, dem tragischen Helden, und den anderen Statisten, die wie Boten unbewusst oder bewusst (wie der Riesenhase) Donnie auf seinem Weg leiten. Fast jeder in Donnies Umgebung fügt dem Masterplan unwissend ein Puzzlestück hinzu. So beispielsweise Grandma Death, die mit ihrem Buch „Philosophie des Zeitreisens“ Donnie überhaupt erst das Wissen über das Zeitreisen liefert. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt und so schließt sich für sie der Kreis und sie empfängt endlich den Brief auf den sie Tag für Tag wartete. Von Donnie. „Donnie Darko“ behandelt das Thema Zeitreisen, wie bereits erwähnt, auf eine ganz eigene Art und Weise. Donnie kann Raum und Zeit nicht kontrollieren wie die Hauptdarsteller in anderen Zeitreisefilmen („Butterfly Effect, Jacket etc.). Ihm ist es nicht möglich spektakulär durch die Zeit zu reisen, er ist vielmehr ein unglückliches Zeitreiseopfer. Der Film ist wirklich gut durchdacht, erstklassige Schauspieler und sehr viel Interpretationsfreiraum à la David Lynch. Was soll man dazu sagen? Das ist gut, das ist klasse, das ist ganz ganz großes Tennis! Bitte mehr davon!
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Donnie Darko - der Anti Superheld, 22. November 2004
Eines ist "Donnie Darko" auf jeden Fall: anders. Von Filmfreaks als Kultfilm gelobt stellt sich die Frage: ist er wirklich so gut?Nun, zu der Story an sich sei nur so viel gesagt: Donnie ist ein Schüler Mitte der 80er. Er hat psychische Probleme und schlafwandelt. Eines Tages taucht in seinen Träumen ein mysteriöser Mann in einem Hasenkostüm auf, der ihm prophezeit, dass die Welt in 28 Tagen 6 Stunden 42 Minuten und 12 Sekunden untergehen wird. Wenige Stunden später stürzt ein Flugzeugteil mitten in Donnies Zimmer. Zufall? Der Film ist äußerst düster und mysteriös und fasziniert ungemein. Die Geschichte klingt anfangs absurd und unlogisch - aber je weiter man in die Welt von Donnie Darko gezogen wird, umso einleuchtender und spannender wird sie. Sicherlich ist der Film nicht jedermanns Sache. Wer sich eine Art Akte X Verschnitt erhofft, sollte lieber die Finger davon lassen. Dazu ist DD zu komplex, wirr und schlichtweg nicht massenkompatibel. Wer sich aber auf den Film einlässt wird es nicht bereuen. Anfangs fällt das schwer - ein Mann im Hasenkostüm, herunterfallende Flugzeugteile und ein Schuljunge in psychiatrischer Behandlung erwecken nicht unbedingt Glaubhaftigkeit. Aber mit der Zeit versteht man mehr und mehr von Donnies Universum - und man WILL auch mehr verstehen. Mich hat der Film dazu gebracht ihn zweimal hintereinander zu sehen. Erst beim zweiten Mal bemerkt man die kleinen Anspielungen und versteckten Hinweise die Richard Kelly gekonnt eingeflochten hat. Im Endeffekt ist DD von vorne bis hinten brilliant durchdacht und gestylet. Man muss nur die Augen offen halten. Donnie Darko ist ein kryptischer, tiefgängiger Film. Besonders das offene Ende lässt zig verschieden Interpretationen zu. Der Bonus an diesem Film: das Diskutieren über die Charaktere, Zusammenhänge und das Ende macht unglaublich viel Spaß. Jeder entdeckt andere kleine Hinweise auf DIE Lösung, entwickelt andere Theorien über die Charaktere, und jeder sieht letztendlich etwas anderes in dem Film.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Grandioser Film, schlechte DVD-Umsetzung, 25. Januar 2009
"Donnie Darko" lief nie in den deutschen Kinos und erlangte seinen Erfolg einzig und allein durch Mondpropaganda der DVD. Wenn das kein Kult ist!
Der Film spielt in den 80er Jahren und handelt vom Teenager Donnie Darko (Jake Gyllenhaal, bekannt aus "Brokeback Mountain"), der in seiner eigenen Welt lebt. Eines Nachts schlafwandelt (?) er aus dem Elternhaus und begegnet im Vorgarten einem Typ im gruseligen Hasenkostüm, der ihm das Ende der Welt mit genauer Zeitangabe mitteilt. Am nächsten Morgen bemerkt Donnie, dass über Nacht eine Flugzeugturbine ins Dach des Hauses gekracht ist und er nur überlebt hat, weil er nicht in seinem Zimmer war. Viele Dinge nehmen nun ihren Lauf, die nicht geschehen wären, wenn er nicht überlebt hätte. Donnie wird von einem Psychiater wegen angeblicher Schizophrenie therapiert, lernt ein Mädchen kennen, befolgt die bösen Befehle, die ihm der Hase Frank mitteilt. Der Tag mit dem angeblichen Weltuntergang rückt dabei immer näher und endet in einem verwirrenden, genialen Finale, in dem u.a. Zeitreise eine Rolle spielt.
Der Film ist stellenweise langatmig, außergewöhnlich, depressiv, eine Hommage an David Lynch und trotzdem mit ein wenig Nachdenken zumindest ein bisschen verstehbarer wie z.B. "Lost Highway", so genial wie "12 Monkeys", voller innovativer Details und originellen Ideen. Der Zuschauer wird zum Mitdenken aufgefordert und weiß nicht, ob er seinen eigenen Augen trauen darf. Hat Donnie etwa Schizophrenie und bildet er sich den Typ im Hasenkostüm nur ein, oder existiert dieser wirklich? Ist es gut, ins Schicksal einzugreifen, oder ist es schlecht? Viele Dinge wären besser verlaufen, wenn Donnie in der Nacht des Unfalls nicht überlebt hätte, andere wären schlechter geworden. Ist Donnie, dessen Name dank der beiden "D" an Marvel-Helden wie "Bruce Banner" und "Peter Parker" erinnert, etwa ein Superheld, ahnt er mehr über die Wahrheit im Universum als seine Mitmenschen? Steckt er voller Genialität oder ist er einfach nur verrückt? Gibt es Zeitreisen, existieren Paralleluniversen? Ist unser Weg vorbestimmt oder können wir das Schicksal selbst gestalten? Besteht die Welt nur aus "Gut" und "Böse" oder gibt es da mehr?
Der Film passt in keine Schublade und kann als Psychothriller mit Drama- und Science-Fiction-Elementen eingestuft werden. Jake Gyllenhaal passt super in die Hauptrolle, Patrick Swayzee und Dew Barrymore spielen hervorragend in für sie untypischen Nebenrollen, fernab von den Charakteren, die sie sonst darstellen. Der Regisseur Richard Kelly, Jahrgang 1975, lieferte mit DD sein Regiedebüt ab. Im sehr empfehlenswerten Booklet, das der DVD beiliegt, berichtet er von seinen Inspirationsquellen aus der Jugend: Der Vater war bei der NASA, privat verschlang er Stephen-King-Romane und schaute "Zurück in die Zukunft" und "Dark City". Die Einflüsse sind dem Film deutlich anzumerken.
Allen in allem einer der genialsten Filme überhaupt, den man mehrmals sehen muss um ihn erfassen zu können. Man muss sich schon Mühe geben und versteckte Details zu entdecken. Über die wahre Bedeutung des Films (religiöse, psychologische oder astronomische Hintergründe) diskutieren Fans im Internet weltweit.
Ich rate jedem, der sich näher mit dem Film befassen will, zum Kauf der Collector's Edition. Diese befindet sich in einer schönen schwarzen Metallbox mit Prägedruck und es gibt jede Menge tolle Extras. Auf der Single Disc sind leider "nur" Audiokommentare, Trailer und Biographien als Texttafeln vorhanden. Die Collector's Edition enthält zudem noch ein sehr informatives, 16-seitiges Booklet mit tollen Bildern.
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