Das wahre Leben schreibt mitunter doch immer noch die besten Geschichten und genau dies beweist der Mafia-Klassiker "Donnie Brasco". Der neben der "Mafia Geschichte" auch noch Themen wie Freundschaft, Loyalität, Doppel- bzw. Scheinmoral und Verrat thematisiert.
Der Film spielt im New York der siebziger Jahre. Lefty Ruggiero (Al Pacino) ist nur ein kleiner Fisch bei der Mafia und das obwohl er stets loyal war und schon 26 Leute beseitigt hat, die dem Boss ein Dorn im Auge waren. Eines Tages lernt er den Juwelier Donnie Brasco (Johnny Depp) kennen und freundet sich mit ihm an. Lefty nimmt sich Donnie an, stellt ihn seiner Familie vor und unterrichtet ihn über das Benehmen eines Mitgliedes der "Familie". Donnie macht sich auch gut und beginnt langsam sich das Vetrauen des neuen Unterbosses Sonny Black (Michael Madsen) zu erarbeiten. Sonny will schließlich das Donnie für ihn das Geschäft in Miami leitet, sehr zum misfallen von Lefty. Er glaubt, dass Donnie ihn bei Sonny verraten hat, da er ursprünlich mit Donnie alleine sich eine Existenz in Miami aufbauen wollte. Doch die wirkliche Wahrheit kann er nicht ahnen: Donnie ist Undercoveragent des FBI...
Donnie Brasco ist ein wirklich guter Mafia Film, dem man auch manche inhaltliche Länge gerne verzeiht. Die schauspielerischen Leistungen von Al Pacino, Johnny Depp und Michael Madsen (u.a. bekannt aus Reservoir Dogs) sind einfach zu stark. Besonders Al Pacino weiß als Kleinganove der Mafia zu überzeugen, der vom großen Aufstieg träumt und trotz seiner stets loyalen Dienste immer wieder hintergangen wird (etwa bei der Absetzung eines Bosses, woraufhin sich Sonny an die Macht befördert).
Johnny Depp spielt wie man es von ihm kennt: Stark, überzeugend und immer angemessen. Nichts anderes habe ich im Vorfeld erwartet.
Die große Überraschung war und ist für mich aber Michael Madsen. Madsen hat in seiner Karriere in weit mehr als 100 Filmen mitgespielt, viele schafften es weder ins Kino noch auf DVD, klar, dass da eine Menge Mist dabei war. Mist war dabei auch nicht selten Madsens Leistung. Nicht aber so in "Donnie Brasco".
Die Rolle des "Gorillas", der am liebsten in Lederjacke statt Anzug den Boss mimt, scheint wie für ihn geschaffen zu sein. Von seiner Statur, Mimik, Gestik und seiner rauhen Stimme passt die Rolle des Sonny Blacks wirklich wie angegossen.
Wird seine Rolle des Sonny Blacks auch im Film von einem anderen Mafiaboss als "Boss mit Zuhälteroptik" verspottet, bringt Madsen eben genau diesen Look mit dazugehöriger Mimik und Gestik perfekt rüber. Er ist mehr der Straßenschläger, als vermeintlicher Geschäftsmann im Anzug, wie die anderen Bosse sich präsentieren.
Nie zuvor war Madsen so stark und danach war er es auch nicht mehr.
Zudem bietet die Handlung viele lustige Momente, bei denen man zwar nicht unbedingt lachen aber doch immer wieder schmunzeln muss (etwa wenn der chronische Pleitegeier Lefty Donnie mal wieder etwas Geld aus den Rippen leiert und stets selbst seine Regeln bricht, die er Sekunden vorher Donnie noch versucht hat einzutrichtern).
Eine gute Kameraführung und immerzu passend ausgewählte Musik, die einen in ein richtiges 70er Jahre Feeling versetzen, (besonders der extra für den Film komponierte Main Score ist klasse) runden diesen Film noch zusätzlich ab. Der Umstand, dass der Film auf den Memoiren des ehemaligen Undercoverpolizisten Joe Pistone beruht - und damit auf einer wahre Geschichte basiert - machen diesen Film umso sehenswerter.