Wieder eine an sich gute Spielidee in gar nicht mal allzu schlechter Umsetzung in einem ja funktionierendem Setting leider ohne jede Empathie für das Gameplay des zukünftigen Käufers auf den Markt geworfen. :(
Ich würde mir im Grunde ein kostenloses Upgrade für den Kino Mogul wünschen, denn das Spiel ist, so wie es ist, schlicht unfertig.
Wenn der Spieler später mal ein Multiplex mit 10 Kinos betreiben soll (was ewig dauert, bis die nötige Kohle zusammen ist, währendessen leider auch nicht viel Spannendes passieren dürfte), wie sollen da bitte 200 Filmtitel für eine ausdauernde Wirtschaftssimulation reichen?
Die scheinbare Antwort der Spieleentwickler ist ein unfassbar frecher Ausdruck von purer Faulheit. Sämtliche Filmtitel gehen nach kurzer Zeit in die Verlängerung durch angebliche "Fortsetzungen" durch fortlaufende Nummern, so begegnet man dann im Filmverleih etwa Filmen wie "Frost in Translation 3" oder "Der belebte Mann 5". Die Fortsetzungen sind Klone ihrerselbst mit den exakt identischen Ausgangsbedingungen, jede Fortsetzung ist exakt so erfolgreich wie die letzte Nummer.
Ein Blick in den dankenswerter Weise mitgelieferten Filmeditor offenbart außerdem, wie indifferent die Filme untereinander sind. "Prämierte" Filme werden Blockbuster, andere nicht. Mehr wirtschaftliche Eigendynamik ist nicht zu erwarten. Außerdem sind auf diese Weise die zu erwartenden Einspielergebnisse unrealistisch: Der prämierte "Momento" (Memento) wird ein dauerhafter Rekord-Blockbuster, der nicht preisgekrönte "Welt der Kriege" (Krieg der Welten) ein Fall für das Programmkino.
Dann gibt es in Sachen Kinoausbau einiges an Unklarheiten und Unlogischem, was aber auch nicht im Handbuch erwähnt ist, da dort eh nichts drinsteht, ausser, was auf den jeweiligen Handlungsbildschirmen zu sehen ist.
Ferner nervt die Dauerwerbung für eine Kinokette. Das offensichtlich ursprüngliche und nicht unpraktische Vorhaben, die aktuell entliehenen Filmtitel in der Leuchtreklame des Kinos anzuzeigen (wie im offensichtlichen Vorbild "Hollywood Pictures") wurde zugunsten des Werbeemblems des Konzerns verworfen. Das ist doppelt ärgerlich, weil so schwer nachvollziehbar wird, wie sich die Gesamtbesucherzahl auf die einzelnen Kinos verteilt, statt sie (wie im Orginal) an jener Stelle zu listen.
Das Spiel könnte sehr viel Spaß machen, wenn sich die Entwickler etwas mehr Autorenarbeit geleistet hätten, das Spieletempo etwas ereignisreicher und vor allem die Filmauswahl ausreichend wäre. Denn immerhin läuft es stabil.