Als Maria Callas 1974 nach Berlin kam, nach ihrem Konzert mit Di Stefano, einigen Fans, darunter meiner Wenigkeit, mitgebrachte Opernkassetten Signierte, war auch der Mitschnitt ihrer Mailänder Bolena dabei.
Fast Entsetzt als sie den Titel sah sagte sie zu der Bolena Aufnahme - lieber 5 Normas als eine Bolena - nein, - nie wieder. das Werk hat für jeden Sopran ziemliche Tücken, das hat auch Damals in Mailand die Caballé gemerkt als sie Jahre Später in die Fußtapfen der Göttlichen trat und die Premiere schmiss, um dann von der Jungen Cecilia Gastia ersetzt wurde die das Werk erfolgreich aufführte. (Ein jahr Später glänzte Montserrat Caballé dann doch, wir konnten Aufatmen....)
Viele Große Interpretinnen haben Sich in dem Werk mehr oder Kongenial versucht, aber Leider gibt es ausser einigerTonmitschnitten, nur wenige Videos. Das Älteste das ich Kenne ist mit einer Späten Joan Sutherland das Amazon auch anbietet
Gaetano Donizetti: Anna BolenaDann mit Katja Ricciarelli aus Bregenz 1985, wurde sogar im Deutschen Fernsehen gesendet, aber nie offiziell veröffentlicht. Danach gab es nur vor wenigen Jahren, eine sehr Belcantistische gute Fassung mit der Griechin Theodossiou die ich auch empfehle.
Donizetti, Gaetano - Anna BolenaNun jetzt dieser diesjähriger, Von knisternder Spannung eines Premieren Abends begleiteter Mitschnitt, der erstaunliches Zeigt. Erstens Anna Netrebko singt diese Rolle nicht zu Früh, jetzt ist der Richtige Zeitpunkt führ ihre etwas inzwischen angenehm abgedunkeltere Stimme und den Höhen die in die Richtung eines Lyrico Spinto zu gehen scheinen, die Stimme ist erstaunlichst zu früheren Zeiten gereift, sie wird sicher in Zukunft einige Rollen zu Gunsten anderer, für Sie jetzt stimmlich passenderer verlassen, das wird noch interessant. Das Berühmte Duett mid den Beiden Damen zeigt den vom Komponisten gewollten Wettstreit der Makellos über die Bühnenrampe kommt.
Elina Garanca ist ihr ein adäquater Gegenpart als Giovanna Seymour, ihr heller Mezzo passt gut zu Netrebkos Stimme.Wer auch in den Jahren sich sehr vielversprechend Weiterentwickelte ist Ildebranco d`Arcangelo als Heinrich VIII der seinen Weg vor gut 15 Jahren als jugendlicher Frischer Bariton jetzt auch einige kernige Basstöne zeigt die einen Erotischen Heinrich VIII auf die Bretter bringen dem man den Königlichen arroganten Frauenheld mühelos abkauft. Er spielt seine Rolle mit Gusto, scheint in die Fußtapfen des Besten Ramey der Glanzzeit zu treten, würde mich nicht wundern, wenn er demnächst einen Mefistofele hinlegen würde. Etwas Blass der Percy von Francesco Melk, den man sonst besser kennt, Dafür entschädigen die vorher zitierten, wobei noch der Smeton von Elisabeth Kulman nicht unterschlagen wird.
Evelino Pido hält all dies perfekt zusammen, um nicht zu sagen er trägt seine Sänger auf Händen.
Die Inszenierung Setzt auf traditionelles erzählen, wobei die Gegengewichtigkeit der Figuren von Eric Génovèse präzise in Szene gesetzt wird. Der Regisseur versucht hier keine Experimente mit einer sehr diffizilen Partitur zu machen. Die Geschmackvollen Kostüme einer der Besten Kostümbildnerinnen weltweit, Luisa Spinatelli, bestechen eher durch ihre wissende Perfektion in ihrer nie überladenen Stilistik die in ihrer perfekten Ausführungen sehr gut dem ebenso schlichtem, aber effizientem Bühnenbild zusprechen.
Ein seltener Opernabend der sich vor seinen Vorbildern sicher nicht verstecken braucht, allein die Besätzung, die ich hier nochmals nenne, ist von großer Homogenität, und musikalisch ist dies alles ohne Makel.
' Evelino Pidò Dirigent
' Eric Génovèse Inszenierung
' Jacques Gabel Bühnenbild
' Claire Sternberg und
' Luisa Spinatelli Kostüme
' Bertrand Couderc Licht
' Johannes Haider Bewegungsregie
' Ildebrando D`Arcangelo Enrico VIII.
' Anna Netrebko Anna Bolena
' Elina Garanca Giovanna Seymour
' Francesco Meli Lord Riccardo Percy
' Elisabeth Kulman Smeton
' Peter Jelosits Sir Hervey
' Dan Paul Dumitrescu Lord Rochefort
Machen sie sich diesen aussergewönlichen Wiener Premierenabend zu eigen, sie werden nicht enttäuscht sein.