Klar, die allermeisten stoßen über "Harmonia coelestis" auf den Autor, was angesichts der Dimensionen (inklusive "Verbesserte Ausgabe" ja weit über 1200 Seiten) auch vielen mühselig geraten dürfte. Zumal der Schreibstil von Péter Esterházy mit all seiner Anekdotenhaftigkeit und den wilden Sprüngen zwischen Realitäts-, Zeit- und Personensprüngen ja jetzt auch nicht ein Leseerlebnis wie aus einem Guss erlaubt.
"Donau abwärts" ist das alles in klein, insofern zum Kennenlernen des Autors wesentlich besser geeignet. Ansonsten taucht alles auf, was das Werk von Herrn Esterházy auszeichnet, nämlich genau die oben erwähnten Stilformen, zusammen mit den ewigen "Familiengeschichten" (die wahrscheinlich - sicher ist man doch nie - keine sind), den Fußballerweisheiten, den Kochrezepten uswusf.
Aber zwischen diesen scheinbaren Banalitäten (die das Leben ganz überwiegend ausmachen dürften) versteckt Herr Esterházy alles andere: Die große Politik, das Grauen der europäischen Diktaturen, die Liebe, die Lust, den Tod. Und dieses Können, den winzigen, harten Daseinskern in all die (wie gesagt scheinbaren) Belanglosigkeiten zu hüllen, macht in meinen Augen die Größe dieses Schriftstellers aus.
Die Goldsucherei beim Lesen ist manchmal nicht ganz einfach, aber wer durchhält, der wird überreich dafür belohnt.