Wer ein neues Studioalbum oder sogar Best of von den Furies erwartet, den muss ich enttäuschen, doch das heißt noch lange nicht, dass diese Scheibe enttäuscht. Fury in the Slaughterhouse schrieben seit ihrer Gründung im Jahr 1998 Geschichte und sie veröffentlichten einen Klassiker nach dem anderen. Für dieses Album haben die Jungs alte Sachen herausgekramt und zusammengestellt. Die besten B-Seiten, noch nie veröffentlichte Stücke, Coverversionen, Specials und Livetracks.
Kai und Thorsten Wingenfelder, Christof Stein-Schneider, Rainer Schumann, Gero Drnek und Christian Decker haben ein gutes Händchen, damit der Fan zwanzig Jahre noch einmal Revue passieren lassen kann. Dazu die Überraschung, dass sich auf dem Album drei versteckte Songs befinden.
Beim Opener "Congratulations", der ein Mix aus Rock und Rap ist, kann man regelrecht abgrooven und es macht einfach Spaß, den Song immer wieder zu hören, das Gleiche bei "Different", da sich die Songs sehr ähneln. Gefolgt von "Jericho", ein typischer Furie-Song, der anfangs eine Ballade vortäuscht, aber dann sehr schnell zu einem flotten Rocksong überwechselt. "Girl Without A Name" dagegen ist eine Ballade, die aber auch von Rockelementen geführt wird und Fury in the Slaughterhouse ihrem Stile ganz treu bleiben, denn ihre Balladen können sich hören lassen. Dieses beweist sich auch bei "Starless", einem wundervollen Song.
Doch ich möchte nicht auf jeden Song eingehen. Die Furies haben es einfach geschafft, ein Album mit voller Vielfalt zu präsentieren, durch das sich 20 Jahre Bandgeschichte wie ein roter Faden zieht. Ein Album mit Balladen mit Rockelementen, rockigen Songs, Coverversionen, die überzeugen, und Liveversionen von altbekannten Stücken wie "Redemption Song" und "Time To Wonder".
Die DVD zur CD ist eine totale Videographie. Auf ihr befinden sich sämtliche 24 Videos der Furies plus einem Bonusvideo. Man hat die Auswahl, sich alle Videos hintereinander anzusehen oder einzeln. Wenn man sich für die Option "jedes Video einzeln" entscheidend, werden Kommentare der Bandmitglieder und Regisseure eingespielt und man erfährt einiges zur Erstehung des Videos. Manchmal belangloses Zeug, was aber für die Band in ihrer Bandgeschichte doch wichtig war.